Mobiltelefonmarkt befindet sich in Griechenland am Scheideweg

(PresseBox) (München, ) Der Mobiltelefonmarkt nimmt in Griechenland einen wichtigen Platz ein, sowohl auf wirtschaftlichem wie auch auf gesellschaftlichem Niveau. Dennoch existieren zahlreiche Probleme; wie eine Studie von ICAP und der Athener Universität für Wirtschaftswissenschaften nahelegt, befindet sich die Branche am Wendepunkt und ihre weitere Auf- oder Abwärtsentwicklung wird von den nun zu treffenden Entscheidungen abhängen.

Konkret betrug der Beitrag der Branche zum griechischen BIP im Jahr 2007 an die 2% gegenüber 1,3% im europäischem Durchschnitt, parallel dazu wurden rund 92.000 Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem wurden 41% der Einkünfte der Branche an öffentliche Kassen und Versicherungen abgeführt, was einem Wert von 1,8 Milliarden Euro entspricht.

Im Bereich Marktdurchdringung bei Mobiltelefonen erreichte Griechenland Ende 2008 den Satz von 168% und liegt damit europaweit auf dem zweiten Platz. Gleichzeitig bildet Griechenland das Schlusslicht in der Marktdurchdringung bei Breitbandnetzen, der betreffende Anteil liegt bei lediglich 9% gegenüber 20% im Durchschnitt aller EU-Mitgliedsländer.

Andere ernst zu nehmende Schwierigkeiten betreffen die Versteuerung und die Bürokratie. So werden zum einen die griechischen Nutzer mit der europaweit höchsten Versteuerung belastet, wobei Griechenland eins der wenigen Länder ist, in denen eine spezielle Steuer für Vertragsabonnements anfällt. Dies belastet wohl vor allem die einkommensschwachen Schichten. Zum anderen existiert ein höchst kompliziertes System zur Genehmigung von Antennen – typisch ist, dass hierbei 9 verschiedene Behörden beteiligt sind und mindestens 2 Jahre bis zur Genehmigung vergehen, gegenüber 1-2 Behörden und 7,2 Monaten durchschnittlich im restlichen Europa.

Vom Umgang mit diesen “Funktionsstörungen” hängt zum großen Teil die Zukunft der Branche ab. In der o.g. Studie werden für den nächsten 5-Jahresraum zwei Szenarien entwickelt: Das optimistische geht von einer Aufwärtsentwicklung aus und stellt bis 2013 einen Anstieg der öffentlichen Einnahmen auf 2,7 Milliarden Euro und der Arbeitsplätze auf 100.000 in Aussicht. Im pessimistischen Szenario fällt die Zahl der Arbeitsplätze auf 81.000 und die Einnahmen erreichen 2,1 Milliarden Euro.

Zuletzt sei angemerkt, dass ein hoher Prozentsatz der Griechen überzeugt ist, dass mobiles Telefonieren der Gesundheit erheblich schadet - 86% gegenüber 48% der restlichen Einwohner Europas. Trotzdem, die weitaus meisten Griechen erkennen die positiven Auswirkungen des Mobiltelefons auf die Lebensqualität an.

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