Neuer RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Weltwirtschaftliche Aktivität belebt sich

(PresseBox) (Bremen / Essen, ) Der Welthandel hat zur Jahreswende 2011/12 wieder zugelegt. Darauf deutet der neue Containerumschlag-Index hin, den RWI und ISL künftig monatlich veröffentli-chen werden. Für den Januar erreichte er einen Wert von 111,1 Punkten, das ist gegenüber dem Dezember 2011 ein Plus von 0,9 Punkten. Im November hatte er noch bei 107,7 gelegen. In den Index gehen die Daten von 72 internationalen Häfen ein. Da der internationale Handel im Wesentlichen per Seeschiff abgewickelt wird, lassen die Containerumschläge zuverlässige Rückschlüsse auf den Welthandel zu. Bisherige Berechnungen des Indikators bestätigen seine Aussagekraft.

Der Welthandel hat sich zur Jahreswende 2011/12 belebt. Darauf weist der neue monatliche Containerumschlag-Index hin, den das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsfor-schung (RWI) gemeinsam mit dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) entwi-ckelt hat. Sein Wert stieg im Dezember 2011 gegenüber dem Vormonat von 107,7 auf 110,2 Punkte. Die erste Schätzung für den Januar 2012 ergab einen weiteren Zuwachs auf 111,1. Der neue Indikator nutzt die Tatsache, dass der internationale Warenverkehr nach wie vor im Wesentlichen per Seeschiff und dabei mit Containern abgewickelt wird. Entsprechend ist der Containerumschlag in den Häfen ein wichtiger Indikator des weltweiten Handels mit ver-arbeiteten Waren. In den Index gehen die vom ISL im Rahmen seiner Marktbeobachtung fortlaufend erhobenen Angaben von 72 internationalen Häfen ein, die ungefähr 60 Prozent des weltweiten Containerumschlags tätigen.

Da die Angaben zum Containerumschlag relativ kurzfristig verfügbar sind, kann bereits rund 25 Tage nach Ende eines Monats eine erste Schätzung des Containerumschlag-Index vorgelegt werden. Einen Monat später sind für den dann vorletzten Monat in der Regel die Angaben von mehr als 65 Häfen vorhanden. Zusammen mit der ersten Schätzung für den gerade zurückliegenden Monat wird zu diesem Zeitpunkt künftig ein revidierter Wert für den vorletzten Monat veröffentlicht. Damit steht der Index wesentlich schneller zur Verfügung als bisher gebräuchliche Indikatoren des internationalen Warenaustauschs. Da die deutsche Wirtschaft stark exportorientiert ist, ist die Einschätzung der internationalen Konjunktur eine wesentliche Grundlage der Analyse der deutschen Wirtschaft. Entsprechend hilft der neue RWI/ISL-Containerumschlag-Index, die deutsche Konjunktur noch besser zu prognostizieren.

Index ist eng mit der Entwicklung des Welthandels korreliert Um den Index zu bilden, werden zunächst die Containerumschläge der betrachteten Häfen addiert. Fehlende Monatsangaben werden mit Hilfe statistischer Verfahren geschätzt. Aus dem Ergebnis wird ein Index abgeleitet, in dem das Jahr 2008 als Basis dient und daher den Wert 100 annimmt. Aus dieser Reihe wird der Containerumschlag-Index abgeleitet, indem diese um saisonale Einflüsse und Kalendereffekte bereinigt wird. Neben dem saisonbereinigten Wert wird auch die glattere Trend-Zyklus-Komponente des Index veröffentlicht, die unempfindlicher ist gegenüber temporären Verzerrungen. Ein Beispiel für einen solchen temporären Faktor ist das Chinesische Neujahrsfest, während dem der Umschlag in den für den Containerverkehr wichtigen chinesischen Häfen teilweise zum Erliegen kommt. In diesem Jahr fiel das Fest in den Januar, nachdem es 2011 im Februar gefeiert worden war. Auch die Trend-Zyklus-Komponente war zuletzt deutlich nach oben gerichtet.

Berechnungen seit 2007 zeigen, dass der Containerumschlag-Index sehr eng mit den Angaben zum Welthandel korreliert ist, die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) veröffentlicht werden. Insbesondere während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 lieferte der Index zuverlässige Daten. Am aktuellen Rand weist der Containerumschlag-Index auf eine Belebung der weltwirtschaftlichen Aktivität hin und bestätigt damit die Tendenz, die auch in den ersten Schätzungen zum Welthandel zum Ausdruck kommt.
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Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) wurde 1926 gegründet und versteht sich heute als modernes Zentrum für wissenschaftliche Forschung und evidenzbasierte Politikberatung. Das Leitmotiv ist die Analyse der „individuellen Prosperität und wirtschaftspolitischen Handlungsmöglichkeiten im demographischen und gesellschaftlichen Wandel“.

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