Schulterklopfen ist nicht angesagt

Rund 300 Gäste beim Frühjahrsempfang der IHK Heilbronn-Franken

(PresseBox) (Heilbronn, ) Die Zukunft ist digital. Beim Frühjahrsempfang der IHK Heilbronn-Franken appellierte Stefan Hentschel, Leader Technical Industrials bei Google Deutschland, vor rund 300 geladenen Gästen an die deutsche Wirtschaft, den Sprung in die digitalisierte Welt nicht zu verpassen.

Schon in seiner Begrüßung machte IHK-Präsident Prof. Dr. Dr. h. c. Harald Unkelbach darauf aufmerksam, welch hohen Stellenwert die Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft haben müsse. Nicht umsonst sei das Thema „Digitalisierung als Chance für die Wirtschaft“ einer der Schwerpunkte der IHK für dieses Jahr. Unkelbach: „Davon betroffen sind alle Bereiche unseres Lebens, unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft - und ich könnte ergänzen: ob wir dies wollen oder nicht.“ So habe die Digitalisierung die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln bereits verändert und werde dies auch weiterhin tun. Zukünftig werde es in einem noch höheren Maße als bereits heute darauf ankommen vernetzter, schneller, globaler, mobiler und multimedialer zu agieren. Aus Sicht der IHK Heilbronn-Franken seien daher für eine erfolgreiche Digitalisierung unserer Region drei Voraussetzungen unerlässlich: eine flächendeckende Breitbandversorgung im Gigabit-Bereich, eine Stärkung der digitalen Kompetenz in den Unternehmen, wobei in der schulischen und beruflichen Bildung, in der beruflichen Weiterbildung und an den Hochschulen ein noch stärkeres Gewicht auf die Vermittlung digitaler Kompetenzen gelegt werden und ansprechende Angebote für alle Lebensalter entwickelt werden müssten sowie die Gewährleistung von Datensicherheit im elektronischen Geschäftsverkehr.

Über den Tellerrand schauen

Ein Ball, den Stefan Hentschel in seinem Gastvortrag „Die Chancen der Digitalisierung - every business is a digital business“ gerne aufnahm. So sei es ihm eine Ehre im Heilbronner Haus der Wirtschaft, quasi im „Epizentrum des deutschen Mittelstandes“, zu diesem Thema zu referieren. Denn es sei nicht mehr an der Zeit sich aufgrund der Erfolge der vergangenen Jahre gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, sondern die Zeichen der Zeit zu erkennen und die Zukunft nicht zu verschlafen. Und diese Zukunft sei nun einmal digital. Dabei, so machte Hentschel unmissverständlich klar, ginge es nicht um kleine Korrekturen, sondern um alles. Als eines von zahlreichen Beispielen nannte er dabei die Entwicklung der Rasierklingenindustrie von deren Anfängen, mit einer in den Rasierapparat einzulegenden Klinge, bis hin zu heutigen Rasierapparaten mit Schwing- und Kugelköpfen und zahlreichen Klingen. Hentschel: „Sollte jemand wie James Dyson - und dem traue ich das zu - die berührungslose Rasur mittels Laser erfinden, ist die komplette Rasierklingenindustrie binnen kürzester Zeit einfach weg.“ Außerdem stellte er die Frage, warum es denn Google und nicht Firmen wie Bayer oder Novartis gewesen seien, die die Kontaktlinse, die in der Lage ist den Blutzucker zu messen, erfunden habe und legte damit den Finger nicht nur in die „digitale Wunde“ der deutschen Wirtschaft. So gelte es nicht mehr nur danach zu sehen, was der unmittelbare Nachbar und Konkurrent könne oder nicht könne, sondern einen Blick über den Tellerrand zu wagen - beispielsweise ins Silicon Valley in den USA. Hentschel: „Im digitalen Darwinismus entwickeln sich Technik und Gesellschaft schneller als Unternehmen ihr folgen können. Das sollte Sie nachts nicht schlafen lassen, sondern dazu animieren mal durchzulüften und ihren Erfindergeist wirken zu lassen.“ So forderte Hentschel ein radikales Überdenken althergebrachter Unternehmensstrukturen und Führungsstile. „Lassen Sie die unkonventionellen, abgefahrenen Digital-Natives mit ihren rot und gelb gefärbten Haaren ran, bilden Sie autarke, flache, schlagkräftige Teams, die sich ausprobieren und auch mal Fehler machen dürfen und vergessen Sie Prozesspläne, die immer auf 100 Prozent ausgelegt sind. Es ist besser schnell auf 80 Prozent zu kommen und dann ständig nachzubessern.“

Große Herausforderungen

Auch IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring bezeichnete die Digitalisierung als starken Treiber der globalen Wirtschaft, der vor allem auch die deutsche Wirtschaft vor große Herausforderungen stelle. Döring: „Die Antworten darauf, wie man die Digitalisierung jeweils für sich in welchem Umfang nutzen kann, muss letztendlich jeder selbst finden.“ Sicher sei, dass es angesichts der Dynamik dieses „manchmal schon schwindelerregenden“ Prozesses Mut brauche, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dabei, so Döring, sehe sich die IHK als Begleiter, der seinen Mitgliedern mit zahlreichen Angeboten - manchmal auch kri- tisch - zur Seite stehe, denn „nicht jede neue Geschäftsidee ist auch immer eine gute.“

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