Saarkonjunktur vor Bodenbildung auf niedrigem Niveau

(PresseBox) (Saarbrücken, ) Die Stimmung in der Saarwirtschaft hat sich im Februar geringfügig verbessert, ist aber weiterhin stark gedämpft. Der IHK-Klimaindex, der im Vormonat um einen Punkt gestiegen war, hat im Februar um weitere zwei Zähler zugelegt. Die Unternehmen sehen vor allem ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate nicht mehr so negativ wie noch zum Jahreswechsel. Allerdings wird die aktuelle Geschäftsentwicklung nochmals deutlich skeptischer bewertet als im Januar. Das gilt nicht zuletzt für die Industrie, wo die Aufträge nach wie vor um gut ein Drittel unter dem Vorjahresniveau liegen. "Hoffnung macht, dass sich die Abwärtsdynamik spürbar abschwächt. Es stehen uns aber noch einige schwierige Monate bevor, ehe sich die Konjunktur stabilisieren und zum Ende des Jahres hin leicht erholen wird. Die Saarwirtschaft wird sich dabei etwa im Gleichschritt mit der deutschen Wirtschaft entwickeln. Wir halten an der Saar ebenso wie im Bund einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in der Größenordnung von bis zu drei Prozent für wahrscheinlich. Damit läge die Wirtschaftsleistung aber immer noch auf dem Niveau des Aufschwungjahres 2006." So kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die Februarumfrage der IHK Saarland, an der sich 180 Unternehmen mit rund 110.000 Beschäftigten beteiligten.

Über alle Branchen gerechnet bewerten derzeit über 21 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 49 Prozent mit befriedigend und knapp 30 Prozent mit schlecht. Der IHK-Lageindikator als Saldo aus Gut- und Schlechtmeldungen ist damit im Februar gegenüber dem Vormonat um fünf Punkte auf minus neun Zähler gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit Januar 2003.

Ein Blick auf das Branchenbild zeigt, dass die Konjunktur weiterhin gespalten ist: Auf der Schattenseite liegen weiterhin die exportorientierten Industriebranchen: Fahrzeugbau, Stahlindustrie und Maschinenbau. Hier schlägt der starke Einbruch der weltweiten Konjunktur besonders zu Buche. Dagegen ist die Entwicklung im Baugewerbe, im Handel und bei den haushaltsnahen Dienstleistern nach wie vor relativ stabil. Über gute Geschäfte berichten aber vor allem jene Unternehmen, die an größeren Infrastrukturprojekten beteiligt sind - etwa am Bau von Windkraftanlagen oder Pipelines.

Erwartungen deuten Stabilisierung an

Der IHK-Erwartungsindikator, der die Aussichten der Unternehmen für die kommenden sechs Monate abbildet, ist im Februar um acht Punkte auf minus 13 gestiegen. Insgesamt rechnet nur noch jeder Achte der befragten Betriebe mit besseren, 61 Prozent mit gleich bleibenden und über ein Viertel mit schlechteren Geschäften. Giersch: "Noch überwiegt die Anzahl der Unternehmen, die mit einer weiteren Abschwächung rechnen. Wir sehen aber durchaus Chancen, dass sich die Konjunktur in den nächsten Monaten stabilisieren kann. Dafür sprechen unter anderem die gesunkenen Rohstoff- und Energiekosten, der gegenüber Dollar und Yen schwache Euro und die umfangreichen Konjunkturprogramme in aller Welt, die schon bald Wirkung entfalten sollten."

Die schwache Konjunktur wird sich nicht eins zu eins auf den Arbeitsmarkt übertragen. Die Beschäftigung dürfte stattdessen vorerst weiter auf relativ hohem Niveau bleiben. Die Unternehmen wollen auch in der Krise ihre Stammbelegschaften weitgehend halten - nicht zuletzt, um im kommenden Aufschwung genügend Fachkräfte zu haben.

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