Wirtschaftskrise hat die Metropolregion erfasst

IHKs legen gemeinsamen Konjunkturbericht für die Metropolregion Rhein-Neckar 2009 vor / Beschäftigungsprognose sagt Stellenabbau voraus

(PresseBox) (Darmstadt, ) Bei einem Pressegespräch im Bildungszentrum Bergstraße der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt stellte heute Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt, den 3. Konjunkturbericht für die Metropolregion Rhein-Neckar vor. Der Bericht wird von den Industrie- und Handelskammern Darmstadt, Pfalz, Rheinhessen und Rhein-Neckar zusätzlich zu ihren Berichten für den jeweiligen Kammerbezirk jährlich erstellt.

Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Vetterlein zusammen: "Die Auswirkungen der Krise haben die regionale Wirtschaft erfasst. Wir stecken in einer Rezession".

Beschäftigungsprognose

Erstmals enthält der gemeinsame Konjunkturbericht eine Beschäftigungsprognose für die Metropolregion Rhein-Neckar. In einem Drittel der Unternehmen ist demnach Stellenabbau ein Thema. Doch auch in der Krise kann mehr als die Hälfte der Unternehmen ihren Mitarbeiterstand halten oder sogar ausbauen. "Insgesamt rechnen wir deshalb mit einem noch moderaten Beschäftigungsabbau im Laufe dieses Jahres von rund 6.000 sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Metropolregion", sagt Vetterlein. Besonders schlimm erwischt es die Industrie, auch im Handel könnten viele Stellen verloren gehen. Die Unternehmen des Dienstleistungssektors bauen dagegen rund 2.000 Stellen auf.

Unternehmen rechnen mit deutlicher Verschlechterung

Aktuell kann ein Großteil der Unternehmen der Krise Stand halten - ein Beleg für die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Region. Immerhin bei rund einem Viertel der Unternehmen laufen die Geschäfte gut und bei der Hälfte der Unternehmen befriedigend.

Die Erwartungen für die nächsten Monate stürzen hingegen richtig ab. Über die Hälfte der Unternehmen rechnet in den kommenden Monaten mit einer deutlichen Verschlechterung der Geschäfte.

Industrie stürzt ab

Die schlechten Werte kommen vor allem aus der Industrie. Der unerwartet starke Einbruch der Auftragseingänge lässt die Erwartungen abstürzen. Zwei Drittel der Industrieunternehmen rechnen mit schwierigen Geschäften in den kommenden Monaten. Angesichts der unsicheren Zukunft werden Investitionsvorhaben aufgeschoben, gekürzt oder ganz gestrichen. Ein Beschäftigungsabbau ist in rund der Hälfte der Industrieunternehmen ein Thema.

Rückgang der Exporte

Hauptursache für die Situation in der Industrie sind Nachfrageeinbrüche auf wichtigen Auslandsmärkten in Folge der Finanzkrise. 57 Prozent der Industrieunternehmen rechnen mit einem deutlichen Rückgang der Ausfuhren. Trotz alledem erwarten 31 Prozent ein stabiles, weitere 12 Prozent sogar ein besser werdendes Auslandsgeschäft. Die Transportunternehmen, die die rekordverdächtige Entwicklung im Außenhandel im vergangenen Aufschwung bewegt haben, sind von den weltweiten Turbulenzen besonders betroffen. Die Hälfte der Transportunternehmen fahren die Investitionsausgaben, etwa in neue Fahrzeuge, zurück. Ein Drittel der Unternehmen wird die Zahl der Mitarbeiter vermutlich reduzieren.

Einzelhandel profitiert noch von der Kauflust

Die Situation im Einzelhandel ist vergleichsweise stabil. Insgesamt drei Viertel der Unternehmen berichten von einem guten (20 Prozent) beziehungsweise befriedigenden (55 Prozent) Geschäftsgang. Damit fällt die Beurteilung ähnlich wie zu Beginn des letzten Jahres aus. Die Kauflust der Verbraucher scheint sich, entgegen der Krisenstimmung, eher positiv entwickelt zu haben.

Allerdings fürchtet der Handel, dass die Verbraucherstimmung kippt, wenn die Krise erst einmal auf dem Arbeitsmarkt ankommt. 58 Prozent der Einzelhändler kürzen deshalb ihre Budgets für Investitionen oder verschieben diese in die Zukunft.

Solide Dienstleistungen

In der Dienstleistungsbranche wird die Lage zwar schlechter bewertet als noch vor einem Jahr, trotzdem fällt angesichts der Wirtschaftskrise die Beurteilung recht solide aus. Bei einem Drittel der Unternehmen ist der derzeitige Geschäftsgang gut, bei 54 Prozent immerhin befriedigend.

Die Erwartungen für die kommenden Monate trüben sich ein, aber weniger stark als in anderen Branchen. Ein Beschäftigungsabbau ist in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. Die Investitionsbudgets werden nur mäßig eingeschränkt. Offensichtlich sind die Dienstleister bezüglich der längerfristigen Geschäftsentwicklung zuversichtlich.

Den Konjunkturbericht für die Metropolregion Rhein-Neckar 2009 finden Sie im Internet unter www.darmstadt.ihk24.de

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