DIHK-Präsident Prof. Hans Heinrich Driftmann sprach auf IHK-Jahresempfang

(PresseBox) (Rostock, ) Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock hat am Mittwochnachmittag (02.06.) in der Alten Brauerei Stralsund ihren Jahresempfang 2010 veranstaltet. Mehr als 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien waren der Einladung zu dem traditionellen Empfang kurz vor Halbzeit des Jahres gefolgt. Der diesjährige IHK-Empfang stand unter dem Motto "Stark für den Aufschwung", dem Jahresthema 2010 der IHK-Organisation.

Wolfgang Hering, Präsident der IHK zu Rostock, hob vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise die Bedeutung der Werften für Mecklenburg-Vorpommern hervor und sagte: "Die Werften waren und sind eine unserer wichtigsten industriellen Kernkompetenzen." Um den Weg aus der Krise erfolgreich zu beschreiten, so Hering weiter, sei ein Wirtschaftsklima nötig, das auf eine neue Industriepolitik in MV ausgerichtet ist und unternehmerische Innovation noch mehr stärkt. "Wirtschaft, Wissenschaft und Politik müssen gemeinsam die industriespezifischen Ziele des nächsten Jahrzehnts festlegen und den Einstieg in eine Technologieoffensive für Mecklenburg-Vorpommern schaffen", betonte Hering. Als steuerpolitisch verfehlt und rechtlich bedenklich bezeichnete er die drohende Einführung von sog. Kulturabgaben durch die Kommunen und forderte die Landesregierung auf, die erforderliche Genehmigung zu versagen.

Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, nahm in seinem Grußwort zu aktuellen wirtschaftspolitischen Fragen Stellung. Er forderte eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte und sagte: "Banken sind dazu da, Unternehmen mit Geld für notwendige Investitionen zu versorgen und nicht, um selbst noch mit Wetten auf fallende Aktienkurse den Ruin von Betrieben zu beschleunigen. Diesem unverantwortlichen Treiben muss mit klaren Regeln und harten Sanktionen Einhalt geboten werden. Dazu gehört auch eine Besteuerung von Finanzmarktgeschäften."

Derzeit sei es das wichtigste, so der Ministerpräsident, Mecklenburg-Vorpommern sicher durch die Wirtschaftskrise zu bringen. Generell aber müsse das Land noch weiter an Wirtschaftskraft gewinnen, um seine Zukunft aus eigener Kraft gestalten zu können.

Gastredner Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), skizzierte in seinem Vortrag zum Thema "Stark für den Aufschwung" die aktuelle Wirtschaftslage und die Zukunftsperspektiven Deutschlands. Zum überraschenden Amtsverzicht des Bundespräsidenten sagte er: "Herr Köhler hat unser Land in den vergangenen Jahren kompetent, bürgernah und glaubwürdig vertreten. Die Herausforderungen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise und zur Behebung der Haushaltsmisere sind groß. Die Bundesversammlung muss deshalb verantwortungsvoll und ohne Parteiengezänk eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger wählen. Wir brauchen in diesen unruhigen Zeiten dringend ein von breiter Unterstützung getragenes Staatsoberhaupt."

In Bezug auf die Griechenland- und Euro-Krise forderte er, dass alle EU-Staaten ihre Haushalte dringend ins Lot bringen müssten. "Dazu gehört auch, dass überall in Europa nationale Schuldenbremsen installiert und die Stabilitätskriterien ohne Ausnahmen eingehalten werden", sagte Driftmann.

Trotz der schwierigen Zeit warb er dafür, die Krise zuallererst als Chance zu begreifen, Deutschland und Europa in sinnvoller Weise weiterzuentwickeln.

"Wir sollten die Lichtblicke nicht übersehen. Unsere Konjunktur erholt sich schneller, als zwischenzeitlich erwartet", so Driftmann weiter. Nach dem deutlichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im abgelaufenen Jahr um 5% rechnet der DIHK für das 2010 immerhin wieder mit einem Plus von 2,3%.

Mit Blick auf die Lehrstellensituation und die mangelnde Ausbildungsreife der Bewerber betonte er: "Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft zu Reparaturbetrieben der Versäumnisse in den Schulen und in den Elternhäusern wird." Das Thema Fachkräftemangel, so Driftmann, werde daher die Aktivitäten des DIHK in den nächsten Jahren dominieren.

Insgesamt forderte Driftmann von der Politik in den kommenden vier Jahren noch mehr Mut zu Reformen. Denn mit der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise und der konkret spürbaren demografischen Veränderung stehe die Bundesregierung vor großen Herausforderungen, die jetzt entschlossen angegangen werden müssen.

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