Auswirkungen der Werftenkrise auf die Zulieferbetriebe

(PresseBox) (Schwerin/Rostock, ) Aus den verschiedensten Veröffentlichungen ist zu entnehmen, dass die Insolvenz der Wadan-Werft mit den Standorten in Wismar und Rostock nun auch erhebliche Auswirkungen auf zahlreiche Zulieferbetriebe im Land hat. Bis zu 70 % der in den Werften zu Schiffen komplettierten Einzelkomponenten werden nicht von den Werften gefertigt, sondern von zumeist kleinen und mittelgroßen Unternehmen zugeliefert. Genau diese Zulieferunternehmen geraten aufgrund der Insolvenz ihres Kunden, der Wadan-Werft, in Schwierigkeiten, weil sie vertragsgemäß geliefert haben und nun ihre offenen Rechnungen teils nicht beglichen werden. Diese Unternehmen hatten zudem Vorleistungen eingekauft und sind Verbindlichkeiten eingegangen. Es besteht daher die Gefahr, dass durch einen Schneeballeffekt neben den direkten Zulieferbetrieben weitere Unternehmen in MV von der Wadan-Insolvenz betroffen sind.

Die Hauptgeschäftsführer der IHKs in Rostock und Schwerin, Rolf Paarmann und Ulrich Unger, sehen akuten Handlungsbedarf und betonen: "Alle waren stolz auf die Entwicklung der maritimen Wirtschaft in den letzten Jahren. Nun müssen wir auch die betroffenen Zulieferbetriebe aktiv begleiten, damit diese eine realistische Chance haben, die Insolvenz ihres Kunden, der Wadan-Werft, zu überstehen. Die Maritime Wirtschaft ist eine der tragenden Säulen des Produzierenden Gewerbes und besteht neben den Werften aus zahlreichen Zulieferbetrieben landesweit."

Für die Zulieferer tun sich zwei Probleme auf: Zum Einen fehlt ihnen die notwendige Liquidität durch nicht bezahlte Rechnungen, zum Anderen bringen nur fertige Schiffe Verkaufserlöse. Um diese beiden Komplexe zu bearbeiten, wollen die Industrie- und Handelskammern (IHK) Rostock und Schwerin sowie die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern mit den betroffenen Zulieferfirmen Kontakt aufnehmen, um in effektiven Beratungen deren Interessen gegenüber dem Insolvenzverwalter und auch gegenüber der Landesregierung zu bündeln.

Mit diesem Vorgehen und in weiteren Arbeitsschritten und Abstimmungen muss zwischen Insolvenzverwalter, Landesregierung und Zulieferbetrieben unter Moderation der IHKn ein weitgehender Einklang der Interessen erreicht werden.

Das Wirtschaftsministerium und das Finanzministerium hatten schon am heutigen Tag alle Beteiligten, die helfen können, zusammengerufen, um die Zulieferbetriebe insbesondere bei der Nutzung des dafür vorhandenen Kriseninstrumentariums wie z.B. Runder Tisch, Bürgschaften und Überbrückungskredite zu unterstützen.

Die Industrie- und Handelskammern Rostock und Schwerin und die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern werden kurzfristig alle Kapazitäten für diese Aufgabe bündeln und bitten die betroffenen Unternehmen, sich kurzfristig mit Ihrer IHK in Schwerin oder Rostock in Verbindung zu setzen.

Beide Industrie- und Handelskammern prüfen zur Zeit zudem weitere Möglichkeiten der Unterstützung.

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