Wirtschaft lässt die Krise hinter sich

Konjunkturbarometer Rheinland

(PresseBox) (Bonn, ) Die Wirtschaft im Rheinland hat das Vorkrisenniveau fast wieder erreicht. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen haben sich seit Jahresbeginn deutlich verbessert. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfragen der Industrie- und Handelskammern im Rheinland - Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Köln und Mittlerer Niederrhein - zum Herbst 2010, an denen sich 2.000 Unternehmen beteiligt haben. Die Ergebnisse des Konjunkturbarometers Rheinland stellten heute in Düsseldorf Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, und Michael Swoboda, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, in einem Pressegespräch vor.

35 Prozent der befragten Unternehmen sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden, 12 Prozent melden schlechte Geschäfte. Damit verbesserte sich der Lagesaldo von - 9 Punkte auf 23 Punkte! Bei den Geschäftserwartungen blicken sogar 40 Prozent der Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft, 10 haben eingetrübte Erwartungen. Somit klettert der Erwartungssaldo von 11 auf 30 Punkte. "Der IHK-Konjunkturklimaindex springt im Rheinland von 100,8 Punkten zum Jahresbeginn auf nunmehr 126,4 Punkte", sagte Swoboda: "Der Trend weist in der Industrie, dem Groß- und Einzelhandel sowie bei den Dienstleistern durchgängig nach oben, wobei die Entwicklung im Einzelhandel doch etwas moderater ist."

Die Investitionspläne der Unternehmen im Rheinland sind wieder verstärkt auf Expansion ausgerichtet. 30 Prozent der befragten Unternehmen stocken ihre Investitionsbudgets für das nächste Jahr auf, 15 Prozent werden ihre Investitionen zurück fahren. Der Saldo verbessert sich von - 5 Punkte zu Jahresbeginn auf nunmehr 14 Punkte und befindet sich damit zum ersten Mal seit dem Spätsommer 2008 wieder im positiven Bereich.

Positive Meldungen kommen auch vom Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote im Rheinland ist rückläufig. Im September 2010 lag die Arbeitslosenquote bei 8,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch 8,5 Prozent betragen. "Das deutsche 'Jobwunder' - weitgehende Beschäftigungsstabilität bei zwischenzeitlich erheblichen Umsatzeinbußen und bereits wieder frühzeitig steigende Beschäftigtenzahlen - geht weiter", sagte Siepmann. "Auch dies ist ein deutliches Zeichen, dass die Unternehmen auf eine Fortsetzung des Aufschwungs vertrauen. Zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes hat insbesondere die Kurzarbeit sowie die hohe Flexibilität der Unternehmen beigetragen."

Die Beschäftigungspläne zeigen, dass wieder mehr Unternehmen im Rheinland bereit sind, ihre Belegschaft auszuweiten. 22 Prozent der befragten Unternehmen planen, zusätzliches Personal einzustellen - ihnen stehen nur 13 Prozent gegenüber, die ihren Mitarbeiterstamm verkleinern wollen. Der Beschäftigungsindikator konnte sich wieder ins Positive wenden und seit Jahresbeginn von - 12 Punkte auf 10 Punkte verbessern.

Zum vierten Mal in Folge beurteilen die Unternehmen die Wirtschaftslage besser als in der jeweiligen Vorumfrage. Ausschlaggebend war die Erholung der Weltwirtschaft, die zu einem anhaltend hohen Exportvolumen geführt hat und so auch die Bereitschaft zu Investitionen stimuliert hat. Swoboda: "Die ausgeprägte Außenhandelstätigkeit in Deutschland war einer der Faktoren für das schnelle Wiedererstarken der hiesigen Wirtschaft. Zusätzlich haben die Konjunkturpakete die Nachfrage wirksam stabilisiert." Der Optimismus der Unternehmen ist ungebrochen. Sie gehen von steigenden Exporten aus. 38 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit steigendn Exportvolumina. Nur 7 Prozent befürchten rückläufige Exportgeschäfte. Insbesondere die Nachfrage nach technologie- und innovationsgeprägten Produkten führt zu einer Ausweitung des Kapitalstocks hiesiger Unternehmen.

Der befürchtete Einbruch der Kaufkraft, insbesondere auch nach Ablauf der sogenannten Abwrackprämie, ist ausgeblieben. Die Kauflust der Konsumenten ist weiterhin auf einem relativ hohen Niveau. Dies ist auch mit der guten Arbeitsmarktsituation zu erklären. Siepmann: "Ein sicherer Job führt dazu, dass die Verbraucher eher bereit sind, Geld auszugeben, als für schlechtere Zeiten zu sparen."

Im Rheinland stecken die Unternehmen nach wie vor nicht in einer Kreditklemme. Seit Jahresbeginn unverändert berichten 11 Prozent der Betriebe über einen besseren Zugang zu Krediten. Für weitere 71 Prozent sind die Konditionen gleich geblieben. Und nur 16 Prozent (nach 18 Prozent zu Jahresbeginn) berichten im Herbst 2010 von verschlechterten Kreditkonditionen. Die Ablehnungsquote liegt weiterhin bei geringen zwei Prozent und stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. "Es bleibt abzuwarten, wie sich die steigende Kreditnachfrage entwickeln wird und wie sich die schwachen Bilanzkennziffern des Jahres 2009 auf die Kreditvergabe auswirken werden", so Michael Swoboda.

Bei den einzelnen Branchen ist der Anteil der abgelehnten Kredite in der Kunststoffindustrie und in der IT-Branche überdurchschnittlich hoch. Andere Branchen sind kaum betroffen. Die stärkste Beeinträchtigung bei den Kreditkonditionen im Vergleich zum Vorjahr beklagen die Logistikunternehmen und die Metallerzeuger: 27 Prozent berichten von verschärften Bedingungen der Hausbank bei der Kreditvergabe. Die betroffenen Betriebe sind überwiegend aus jenen Branchen, die durch die Krise stärker beeinflusst wurden als andere Wirtschaftszweige.

Das komplette Konjunkturbarometer Rheinland finden Interessenten als Download-Datei unter www.rheinland.ihk.de.

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