Neue Berufschancen für Hauptschülerinnen und Hauptschüler

Pilotprojekt in der Systemgastronomie von IHK und McDonald's / Neuer Ausbildungsberuf der zweijährigen Fachkraft im Gastgewerbe

(PresseBox) (Bonn, ) Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg und McDonald's Deutschland wollen mit ihrem Pilotprojekt zur Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Zielgruppe sind dabei auch Hauptschülerinnen und Hauptschüler.

Sie sind die Alleskönner der Gastronomie: Vom korrekten Tischeindecken bis zur Mitgestaltung von Veranstaltungen sind die Fachkräfte im Gastgewerbe für viele gastronomische Herausforderungen gerüstet. Die Vorteile dieser Allroundkräfte hat nun auch die Systemgastronomie für sich entdeckt, eine besondere Form der Gastronomie mit vereinheitlichten und standardisierten Strukturen. Ziel dieser Vereinheitlichung ist es, dem Gast in jeder Filiale die gleiche Produktpalette in gleicher Qualität anbieten zu können. Seit einiger Zeit wollen die Betriebe dieser Branche, neben dem dreijährigen Fachmann für Systemgastronomie, vermehrt auch die zweijährige Fachkraft im Gastgewerbe ausbilden.

Die Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe auch in den Betrieben der Systemgastronomie zu ermöglichen, "soll vor Allem den lernwilligen, aber oft unterschätzen Hauptschülern eine qualifizierende Einstiegschance in die Berufswelt bieten. Die Systemgastronomie gehört dabei zu den wenigen Branchen, die bisher auch in der Krise ein verlässliches Wachstum entwickeln konnten. Eine Grundvoraussetzung für einen sicheren Arbeitsplatz", erläutert Jörg Wiedemann, Department Head Berufsausbildung, McDonald's Deutschland. Die dreijährige Ausbildung zum Fachmann für Systemgastronomie richtet sich dagegen in erster Linie an Abiturienten und gute Realschüler. Sie werden so zu Führungskräften in den Restaurants ausgebildet. Doch auch dieser Weg ist den Hauptschülern laut Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Bonn/Rhein-Sieg, nicht verschlossen: "Wer durch gute Leistungen als Schüler und als Auszubildender überzeugt, dem kann eine Erweiterung der Ausbildung um ein Jahr und somit der Abschluss als Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie angeboten werden."

Auf Initiative von Unternehmen und Branchenverbänden läuft zur Zeit ein Pilotprojekt, bei dem die IHK Bonn/Rhein-Sieg bereits von Anfang an mitarbeitet: Seit Herbst 2009 werden rund hundert Jugendliche in den IHK-Bezirken München, Kiel und Bonn/Rhein-Sieg zu Fachkräften im Gastgewerbe ausgebildet, zwölf von ihnen lernen in Betrieben der Systemgastronomie im Kammerbezirk Bonn/Rhein-Sieg. Die Schwierigkeiten in der Erprobung liegen darin, dass kein neuer Beruf entwickelt werden soll, sondern die bestehende Ausbildungsordnung der Fachkraft im Gastgewerbe auf die Systemgastronomie übertragen werden soll. "Dabei müssen die Unterschiede zwischen der klassischen Gastronomie und der Systemgastronomie berücksichtigt werden. Ein bedeutender Punkt ist zum Beispiel der Service, das heißt die Art der Bedienung unserer Gäste. Da gilt es die unterschiedlichen Formen und Umsetzungen zu berücksichtigen und die betrieblichen Wirklichkeiten realistisch abzubilden", so Wiedemann. Zu diesem Zweck haben die beteiligten Kammern und der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS), unter Moderation des deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), einen Musterausbildungsplan entworfen. Dieser beschreibt, wie die einzelnen Lernziele in den Betrieben vermittelt werden können.

Das Projekt ist mit der Prüfung der Pilot-Auszubildenden nicht beendet. Auch in diesem Jahr stellen Betriebe der Systemgastronomie im IHK-Bezirk Bonn/Rhein-Sieg wieder Auszubildende zur Fachkraft im Gastgewerbe ein. Jürgen Hindenberg ist "zuversichtlich, dass der Musterausbildungsplan zum Erfolg führt und somit zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden können." Im Herbst 2010 werden die Auszubildenden des Pilotprojektes ihre Zwischenprüfung ablegen, im Sommer 2011 folgen die Abschlussprüfungen. Dann gilt es: Ergebnisse des Projekts auswerten und möglichst schnell den Jugendlichen in ganz Deutschland den Weg zu dieser Chance freimachen.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt der Systemgastronomie gibt es bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Ansprechpartner ist Dionysis Kotzias, Telefon 0228/2284-155, E-Mail kotzias@bonn.ihk.de.

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