Jeder Zehnte ist in der ITK-Branche beschäftigt

IHK Bonn/Rhein-Sieg stellt neuen Branchenreport für den ITK-Sektor vor / Bonn/Rhein-Sieg zählt zu den deutschen Wachstumsregionen

(PresseBox) (Bonn, ) „Die Region Bonn/Rhein-Sieg zählt zu den deutschen ITK-Wachstumsregionen.“ Dies stellte Michael Swoboda, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, bei der Präsentation des neuen IHK-Branchenreports für den Informations- und Telekommunikationssektor fest. Auf 76 Seiten hat die IHK Bonn/Rhein-Sieg Wissenswertes zum Standort sowie Branchenprofile der Unternehmen zusammen getragen. „Der Report wird in einer Auflage von 2.500 Stück innerhalb und außerhalb unserer Region für den Standort werben“, sagte Swoboda.
Neue Informationstechnologien und Kommunikationsnetzwerke zählen heute zu den wesentlichen Dienstleistungen für die Wirtschaft und die Gesellschaft. Die hohe Innovationskraft im ITK-Sektor hat zudem gewaltige Wachstums- und Produktivitätssteigerungen ausgelöst. Gleichzeitig ist dieser Sektor durch seine hohe Dynamik in Entwicklung und Forschung gekennzeichnet. 2003 arbeiten in der Bundesrepublik Deutschland rund 720.000 Sozialversicherte in der ITK Branche, das sind ca. 2,6 Prozent aller Sozialversicherten in Deutschland. Eine der wichtigsten Regionen in Deutschland ist ohne Zweifel Nordrhein-Westfalen, fast jeder vierter Beschäftigter der ITK-Branche ist hier beschäftigt.

Bei der Konzentration liegt Bonn auf Platz zwei hinter München

Im Kammerbezirk Bonn/Rhein-Sieg beträgt die absolute Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten rund 20.300, davon rund 14.400 Beschäftigte im Bonner Stadtgebiet. Mit den nicht erfassten freien Mitarbeitern und den 2.700 mit Nachrichtenübermittlung beschäftigten Beamten erhöht sich die Zahl der ITK-Beschäftigten im Kammerbezirk auf ca. 25.000. 2004 waren in Bonn 10,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der ITK-Branche angestellt, damit erreicht Bonn landesweit den höchsten Wert gefolgt von Düsseldorf (9,4 Prozent) und Köln (9,3 Prozent). Der Kammerbezirk Bonn/Rhein-Sieg liegt mit 7,6 Prozent über dem Landesdurchschnitt von 5,3 Prozent. Auch im bundesweiten Vergleich erreicht Bonn Spitzenwerte, von den Großstädten übertrifft nur München mit 11,6 Prozent den Bonner Wert; Hamburg (8,6 Prozent) und Berlin (5,8 Prozent) bleiben unterhalb des Bonner Ergebnisses.

Hohes Niveau von Wissenschaft und Wirtschaft in der Region

Bonn/Rhein-Sieg kann neben den Städten Köln, Düsseldorf, Dortmund, Hamburg und München führende Unternehmen im ITK-Bereich sowie ein hohes Niveau wissenschaftlicher Einrichtung und Kompetenzträger vorweisen. Die Ansiedlung großer Unternehmen wird nicht zuletzt durch die in Deutschland führende Bildungsdichte begünstigt, die in der Stadt Bonn einen Anteil von 17,9 Prozent Akademikern an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ausweist. Um dieses hohe Ausbildungsniveau der Arbeitnehmer zu erhalten, wurden in den vergangenen zehn Jahren des Bonn-Berlin-Ausgleichs einige hervorragende Ausbildungseinrichtungen in der Region geschaffen und gefördert. Diese Einrichtungen mit zahlreichen ITK-bezogenen Forschungsprojekten und ein generell innovationsfreundliches Umfeld bilden den Nährboden für manche bahnbrechende Entwicklung. So ist es nicht verwunderlich, dass viele bundes- oder gar weltweit beachtete Entwicklungen z. B. auf dem Gebiet der Robotik, der virtuellen Realität, des mobilen Arbeitens, der Bioinformatik, der IT-Sicherheit und der elektronischen Signaturen ihre Anfänge im Rheinland nahmen. Die Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen sind dadurch auch immer öfter Ausgangspunkt für Existenzgründer, die aus ihrer Idee ein eigenes Unternehmen aufbauen.
Abgesehen von Großunternehmen wie Deutsche Telekom, Deutsche Post World Net und Postbank mit ihrem Netzwerk an ITK-Dienstleistern stützt sich die Region auch auf einen soliden Mittelstand mit den Schwerpunkten Softwareentwicklung sowie ITK-Dienstleistung. Bis auf einige gestandene Mittelständler mit mehr als 100 Beschäftigen zählt der größte Teil der ITK-Unternehmen mit 1 bis 20 Beschäftigen zu den kleineren Arbeitgebern. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in der Region existieren dabei jedoch größtenteils schon länger als fünf Jahre und gelten im ITK-Sektor damit als etabliert. Doch auch Existenzgründungen sind trotz wirtschaftlich schwierigen Zeiten immer noch zu beobachten. Der ITK-Sektor gehört im Kammerbezirk - trotz stagnierender bzw. leicht rückläufiger Beschäftigung - immer noch zu den Wachstumsbranchen und registrierte trotz der weltweit angespannten Wirtschaftslage stetig geringe Zuwächse.

Impulse gehen von der Privatisierung der Deutschen Bundespost aus

Die privatwirtschaftlichen Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost entwickelten sich zum Jobmotor in der Region Bonn und entfalteten zudem Bedarf nach IT-Lösungen, die von technologieorientierten Unternehmen der ITK-Branche erbracht wurden. Das Wachstum der ITK-Branche hat somit seine Grundlage in der Zeit vor dem Umzugsbeschluss und ist nicht im Zusammenhang mit dem Hauptstadtentscheid zu erklären. Deutsche Telekom AG, Deutsche Post AG, T-Mobile AG sowie deren Tochterunternehmen und kleine und mittlere Unternehmen der ITK-Branche sind als tragende Säulen des Bonner Strukturwandels zu bezeichnen. Nach 1995 hat der Strukturwandel in Bonn deutlich an Dynamik gewonnen hat, da der erst 1999 stattgefundene tatsächliche Regierungsumzug in die zeitliche Nähe zur dritten Reformstufe zur Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in Europa fiel, die mit der Auflösung des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation zum 31.12.1997 endete. Damit korrespondiert diese Entwicklung mit dem Anstieg des Dienstleistungssektors seit 1991 von ca. 25 Prozent. Ein wesentlicher Anteil der Dienstleistungsunternehmen wurde in der ITK-Branche geschaffen. 64 Prozent aller heute bestehenden ITK-Unternehmen wurden nach 1990 gegründet.
In der Region Bonn/Rhein-Sieg kamen und kommen branchenbezogenen IT-Lösungen in den Wirtschaftsbereichen Finanzwirtschaft, Gesundheitswesen, Dienstleister für Behörden und Geoanwendungen/GIS besondere Bedeutung zu, die auch zu deutlichen Beschäftigungseffekten führten. Positiv ist zu bewerten, dass es sich bei 85 Prozent aller Neugründungen im ITK-Sektor um Gründungen eigenständiger Unternehmen und nicht um Tochterunternehmen handelt. 90 Prozent der Unternehmen beschäftigen nicht mehr als 50 Mitarbeiter; 92 Prozent aller Unternehmen erzielen einen Jahresumsatz von bis zu zehn Millionen Euro. Die von KMU geprägte Struktur der ITK-Branche in der Region ist im bundesweiten Vergleich als außergewöhnlich zu bezeichnen. Deutschlandweit beträgt der Anteil der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu zehn Millionen Euro nur 16,3 Prozent. Ca. 80 Prozent der örtlichen Unternehmen befassen sich im wesentlichen mit der Erbringung von Dienstleistungen. Insbesondere sind hier Gestaltungen von Multimediaanwendungen, Internet und Kommunikationsdesign zu nennen sowie Datenbanken und Datenverarbeitung.
Initiativen der IHK Bonn/Rhein-Sieg zur Förderung der ITK-Branche bzw. des E-Commerce und E-Business sind das seit 1998 durch das Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) geförderte Kompetenzzentrum für elektronischen Geschäftsverkehr (KompEC) als Beratungseinrichtung für kleine und mittelständische Unternehmen, das IT-Forum als Branchentreff für ITK-Unternehmen der Region sowie die Landes Initiative „secure-it.nrw“ als Förderer der IT-Sicherheit in Unternehmen, Behörden und Schulen.

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