Fast jedes zweite Unternehmen befürchtet Fachkräftemangel

IHK: Frühzeitig gegensteuern, um böses Erwachen zu vermeiden

(PresseBox) (Bonn, ) Der demografische Wandel wird auch Auswirkungen auf die Unternehmen in der Region Bonn/Rhein-Sieg haben. 42,6 Prozent befürchten einen Mangel an Fachkräften in der Zukunft. Das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg unter 250 Unternehmen. Demnach rechnen 28,7 Prozent der Betriebe mit einer starken Alterung ihrer Belegschaft.

"Erstaunlich ist, dass 33,2 Prozent keine Auswirkungen auf ihre Betriebe durch die Alterung der Bevölkerung sehen. Wir müssen in unserer Region das Thema stärker in den Unternehmen verankern, denn sonst werden viele Betriebe ein böses Erwachen erleben", sagt Carina Nillies von der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Mit weniger Auszubildenden rechnen 20,1 Prozent und nur 13,5 Prozent der Betriebe haben Angst vor einem Verlust betriebsinternen Wissens.

Um die Rahmenbedingungen für die Beschäftigung Älterer zu verbessern wünschen sich 37,6 Prozent der befragten Unternehmen eine Lockerung des Kündigungsschutzes. Ferner schätzen viele Betriebe die Befristungsregeln zu restriktiv ein (30,5 Prozent). 47,9 Prozent sind mit den Rahmenbedingungen zufrieden und halten Änderungen momentan nicht für notwendig. Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege der Angehörigen ist noch nicht für viele Betriebe ein Thema. Nur 7,8 Prozent sehen hier Verbesserungsbedarf. Ebenfalls nur 7,1 Prozent wünschen sich einen Ausbau der Beratungsleistungen, wie sie gezielt Ältere einstellen und beschäftigen können.

Jahresthema 2011 "Gemeinsam für Fachkräfte"

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg wird im Rahmen ihres Jahresthemas 2011 "Gemeinsam für Fachkräfte - bilden, beschäftigen, integrieren" ihren Unternehmen Unterstützung durch Veranstaltungen und Informationen anbieten. "Durch viele Gespräche mit unseren Unternehmen wissen wir, dass die Region weniger unter einem Fachkräftemangel leidet, sondern eher einen Fachkräftebedarf verzeichnet. Das bestätigen auch die Zahlen der Arbeitsagentur. Es geht vielmehr darum, den geeigneten Bewerber zu finden, als auf einen generellen Mangel an Arbeitskräften schließen zu können", sagt Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Gespannt ist die IHK auf das neue Anerkennungsgesetz für im Ausland erworbene Qualifikationen, "das lange überfällig ist", so Hindenberg. Ein Bedarf an Fachkräften aus dem Ausland sei latent vorhanden. Jedoch seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen - z. B. in der Entlohnung - für viele Betriebe unattraktiv. Hier sieht die IHK den Gesetzgeber in der Pflicht: "Unser Land braucht in den nächsten Jahren jährlich 300.000 Fachkräfte, die alleine auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht gefunden werden können."

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