Bad Godesberg auf dem Weg zu einem attraktiven Stadtteilzentrum

Preisverleihung Studentenwettbewerb Bad Godesberg / IHK Bonn/Rhein-Sieg zeichnet herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler aus

(PresseBox) (Bonn, ) Die Bad Godesberger Innenstadt ist seit jeher Zentrum für den gesamten Stadtteilbezirk Bad Godesberg. Das vielfältige Einzelhandelsangebot, das Rathaus, Arztpraxen, zahlreiche Cafes und Restaurants sowie die Parkanlagen bilden eine historisch gewachsene Einheit und begründen die Attraktivität und Anziehungskraft der Innenstadt. Weiterhin verfügt die Godesberger Bevölkerung über eine überdurchschnittliche hohe Kaufkraft. Der einzelhandelsrelevante Kaufkraftindex liegt mit 110 Prozentpunkten gut 10 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt von 100 Prozentpunkten; so verfügt jeder Bad Godesbeger Bürger im Jahr über 5.621 Euro einzelhandelsrelevante Kaufkraft.

Trotz dieser positiven Rahmenbedingungen ist die Bad Godesberger Innenstadt gegenwärtig gekennzeichnet durch städtebauliche Mängel und vereinzelte Trading-Down-Effekte. Aus diesem Anlass hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg in Kooperation mit dem Geographischen Institut der Universität Bonn und der Stadt Bonn den Studentenwettbewerb "Bonn Bad Godesberg: auf dem Weg zu einem attraktiven Stadtteilzentrum" ausgelobt. Ziel des Wettbewerbs und Aufgabe für den wissenschaftlichen Nachwuchs war es, einen innovativen Blick "von außen" auf die Bad Godesberger Stadtentwicklung zu werfen und zudem Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Arbeiten wurden von einer Jury bewertet nach Innovationsgrad, wissenschaftlicher Qualität, Überzeugungskraft und Schlüssigkeit sowie Praxisbezug. Der Praxisbezug stellt das vorrangigste Kriterium dar, da die entwickelten Lösungsvorschläge einfach und schnell umsetzbar und zugleich Wirkung entfalten sollen. Aufgrund der hervorragenden Qualität der eingereichten Arbeiten wurde der erste Platz zweimal vergeben und dafür der zweite Platz übersprungen.

Die Preisträger

1. Platz und 750 Euro: Tobias Heldt: Immobilien- und Standortgemeinschaften - ein Instrument für die Entwicklung des Stadtbezirkszentrums Bonn-Bad Godesberg. Diplomarbeit am Geographischen Institut der Universität Bonn.

Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) sind ein noch relativ junges Instrument der Stadtentwicklung, das langfristig neue Perspektiven für die Stärkung von Stadtteilzentren eröffnet. "Weil die Diplomarbeit den Charakter eines Regiebuches zur Einrichtung einer ISG in Bad Godesberg besitzt und zugleich hohen wissenschaftlichen Standard aufweist, wurde sie von der Jury mit dem ersten Preis und 750 Euro ausgezeichnet", so Werner Wingenfeld, Stadtbaurat in Bonn und Jurymitglied. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass sowohl genügend potenzielle Mitglieder als auch motivierte Schlüsselakteure für die Initiierung einer "ISG Koblenzer Straße" vorhanden sind. "Sowohl Gewerbetreibende als auch Immobilieneigentümer profitieren von der Errichtung einer ISG, da mit Mitteln der ISG-Mitglieder der öffentliche Raum aufgewertet wird", so Tobias Heldt.

1. Platz und 750 Euro: Erstsemesterstudio "am_rhein" der Universität Kassel, Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung, betreut von Professor Dr. Jürgen Aring.

Die Studierenden haben im November 2009 Bad Godesberg für einige Tage besucht und während dieser Zeit mit Kartierungen, Fotos, Filmen und Interviews die Grundlage für die weitere Arbeit gelegt. Insgesamt wurden vier planerische Konzepte zu den Themenfeldern Handelslandschaft, Junge Stadt, Seniorenfreundliche, Stadtidentitätsbildung entworfen. So wird beispielsweise für das Konzept "Handelslandschaft" die Idee entwickelt, die vorhandene A-Lage durch Konzentration und klare, gestalterische Abgrenzung zu stärken und gleichzeitig neue Identitäten für angrenzende Gebiete zu schaffen (Dienstleistungsviertel, Kneipenviertel etc.). "Die Arbeit überzeugt durch Ideenreichtum, Witz und innovative Konzepte", so Stadtplaner und Jurymitglied Sigurd Trommer. "Insbesondere die Unterscheidung in eine Tagachse, die zentral in der Innenstadt liegt und einer Nachtachse, die sich am äußeren Rand der Innenstadt befindet, steht exemplarisch für die Kreativität der Studierenden", so Trommer. Besonders überzeigend ist dabei, dass sich die Studenten auch der Zielgruppe Jugendlicher ausführlich widmen und für diese die stadträumlichen Funktionen neu ordnen.

3. Platz und 250 Euro: Julian Meyer-Kossert: Stadtgestaltung und Raumwahrnehmung - Aufenthaltsqualitäten im Godesberger Stadtteilzentrum aus Sicht der Bürger. Diplomarbeit am Geographischen Institut der Universität Bonn.

Meyer-Kossert kommt zu dem Schluss, dass die Aufenthaltsqualität aus Sicht der Befragten kaum noch den Ansprüchen einer modernen Innenstadt genügt. Dies betrifft vor allem die Stadtmöblierung, die Verkehrssituation in der Koblenzer Straße, die Bahnunterführung und das Gefühl der Bedrohung in den Abendstunden. Demgegenüber stehen aber auch positive Aspekte der Innenstadt, wie etwa das unmittelbare Umfeld der Fronhofer Galeria, die neugestaltete Bürgerstraße und die vielfältige Cafe- und Außengastronomie. "Die Stärke dieser Arbeit liegt in der Berücksichtigung zahlreicher Einzelaspekte und eines umfangreichen Maßnahmenpakets", erläutert Kurt Schmitz-Temming, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Hervorzuheben ist die Darstellung des gefühlten Bedrohungspotential mittels einer "Emotion-Map". "Angsträume sind Gift für den Einzelhandelsstandort Bad Godesberg", so Kurt Schmitz-Temming weiter. Um das Erscheinungsbild zu verbessern, empfiehlt Meyer-Kossert beispielsweise eine einheitliche Stadtmöblierung nebst Einrichtung eines entsprechenden Beirats aus Verwaltung, Wirtschaft und Politik. "Viele der Befragten empfinden zudem die Fußgängerzone als zu groß, eine optisch bessere Abtrennung kann hier Abhilfe schaffen", führt Julian Meyer-Kossert aus.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ihk-bonn.de, Webcode 751.

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