IDC Viewpoint: Nach dem Sammeln kommt das Auswerten

Von Frank Naujoks, Senior Consultant, IDC Central Europe GmbH

(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) Über Jahre haben die Unternehmen in Deutschland Daten angehäuft – teils systematisch, teils zwangsläufig. Gesetzliche Anforderungen wie Sarbanes-Oxley und Basel II zwingen Unternehmen, Transparenz in ihre Daten zu bekommen. Man könnte fast behaupten, dass der Einsatz von BI-Lösungen per Gesetz verordnet wird.

Anbieter im BI-Umfeld sollten ihre Kunden bei der Umwandlung von operativen Daten in entscheidungsrelevantes Wissen nicht zu viel zumuten, sondern nach und nach die Anzahl der Quellen erweitern. Dennoch muss frühzeitig ein Gesamtziel definiert werden, dass auch in Teilprojekten nicht aus den Augen verloren wird.

Zu kämpfen hat der BI-Markt zurzeit noch mit sehr vielen unterschiedlichen Begriffen, die sich nur in Nuancen – wenn überhaupt – unterscheiden und nicht zu einem durchgängigen Verständnis auf Hersteller- und Anwenderseite beitragen. Hierzu gehören beispielsweise Analytic Applications, Data Mining, Business Performance Management, Enterprise Performance Management oder Corporate Performance Management. Anbieter müssen sich die Frage stellen, ob dieses "Begriffschaos" tatsächlich eine Differenzierung im Wettbewerb ermöglicht oder doch eher für Verwirrung auf Seiten der potenziellen Kunden sorgt.

Business Intelligence Tools werden zunehmend in die Geschäftsprozesse eingebunden und weniger als Stand-Alone-Lösung eingesetzt. Durch diesen Fokus auf operationales BI steigt auch die Bedeutung von BI und es entwickelt sich zu einer Muss-Komponente in der unternehmensweiten Software-Architektur. Einige der Anforderungen an operationale BI-Tools sind beispielsweise Real-Time-Monitoring der Daten und Ausnahme-basiertes Reporting via Dashboards.

Durch die Einbindung in die Geschäftsprozesse werden mehr Endanwender mit BI-Funktionalitäten konfrontiert. Dadurch ergibt sich eine zunehmende Nachfrage nach weiteren Auswertungsmöglichkeiten, nachdem sich die Anwender mit den Möglichkeiten vertraut gemacht haben und weitere Informationen verlangen. Gleichzeitig beschäftigen sich die BI-Anbieter mit benutzerfreundlicheren Oberflächen, leichter zu bedienenden Anwendungen und neuen Visualisierungen, um sich für weitere Kreise innerhalb der Anwenderunternehmen zu öffnen.

Vor diesem Hintergrund sollten Anbieter die Skalierbarkeit ihrer Lösung auf die zunehmende Anzahl der Nutzer ausrichten und Branchenstandards und –anforderungen stärker berücksichtigen. Aus der technologischen Sicht sollte die Nutzung von BI-Lösungen durch web-basierte Schnittstellen und interaktive Datenvisualisierungen vereinfacht werden.
Nur wenn sich die Anbieter im BI-Umfeld stärker auf ihre (potenziellen) Kunden ausrichten, anstatt sich um eine teils akademische Differenzierung vom Mitbewerb zu kümmern, kann ein nachhaltiger Geschäftserfolg realisiert werden.

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