Otto-Mecheels-Medaille wurde erstmals verliehen

Auszeichnung für Hanns A. Pielenz

(PresseBox) (Bönnigheim, ) In Anwesenheit des amtierenden baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger und des früheren Ministerpräsidenten Prof. Dr.Lothar Späth wurde am 27. Juli 2009 auf Schloss Hohenstein erstmals die Otto-Mecheels- Medaille für besondere Verdienste in Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft vergeben.Der Preisträger Hanns A. Pielenz, von 1968 bis 2004 Geschäftsführender Inhaber der Nähseidenfabrik Amann & Söhne (heute Amann Group) in Bönnigheim, wurde für sein Lebenswerk und das seiner Familie geehrt.

Prof. Dr. Stefan Mecheels, Leiter der Hohenstein Institute in Bönnigheim, hat die nicht dotierte Auszeichnung in Gedenken an seinen Großvater Prof. Dr.-Ing. Otto Mecheels inauguriert, der das internationale Textilforschungszentrums im Jahre 1946 gründete. Nach seiner Promotion hatte dieser u. a. bis 1929 als Färbereileiter bei Amann & Söhne gearbeitet.

In seiner Verleihungsrede betonte Prof. Dr. Mecheels die herausragende Stellung von Amann & Söhne bei der Entwicklung neuer Produkte und Herstellungsverfahren. Seit der Firmengründung im Jahr 1854 flossen stets die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Produktion von Näh- und Stickgarnen ein: "Durch innovative Produkte, strategisch richtige Marktpolitik und Ausrichtung auf den globalen Wettbewerb hat sich das Unternehmen Amann & Söhne bis 1989 zum größten deutschen Nähgarnhersteller und drittgrößten in der Welt entwickelt. Die Mitarbeiterzahl ist unter der Leitung von Hanns A.Pielenz von 500 im Jahre 1968 auf 3.800 im Jahre 2004 angestiegen. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum von 16 Millionen DM auf 200 Millionen Euro."

Sowohl bei Amann & Söhne wie auch bei den Hohenstein Instituten handelt es sich um Traditionsunternehmen, deren erfolgreiche Führung bereits seit mehreren Generationen in Händen der Inhaberfamilien liegt. In seiner Festrede betonte Ministerpräsident Oettinger deshalb auch die Bedeutung der Familienunternehmen für die Gesellschaft in Baden Württemberg und würdigte vor diesem Hintergrund das gesellschaftliche und kulturelle Engagement beider Unternehmen.

Wege, wie Deutschland aus der Krise lernen und gestärkt aus dieser hervorgehen kann, zeigte Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Späth in seinem Redebeitrag auf. Mittelständische Unternehmen und dort speziell die inhabergeführten Betriebe bezeichnete auch er als zentrale Erfolgsfaktoren für das Land. Da bei ihnen der langfristige Unternehmenserfolg vor kurzfristiges Gewinnstreben gestellt werde und die Entscheidungswege i. d. R. kürzer seien, könnten sie schneller auf ein verändertes Marktumfeld reagieren.

Neben den unternehmerischen Tugenden stellte Laudator Dr. Markus H. Ostrop, Hauptgeschäftsführer von Südwesttextil, die persönliche Integrität des Preisträgers Hanns A. Pielenz heraus und dessen Verantwortungsgefühl seinen Mitarbeitern und der Gesellschaft gegenüber. 2004 hatte Pielenz die Geschäftsführung in jüngere Hände übergeben und die Amann Group in eine karitative Stiftung zur Förderung von Forschung, Kunst und Wissenschaft umgewandelt. Sein Engagement für viele verschiedene kulturelle Einrichtungen, darunter auch das Festspielhaus Baden-Baden, stellte dessen Intendant Andreas Mölich-Zebhauser in den Mittelpunkt seiner Laudatio.

Dem pädagogischen Vermächtnis von Prof. Dr.-Ing. Otto Mecheels und seine Fortsetzung in heutiger Zeit widmete sich Prof. Dr. Ulrich Druwe, Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg, in seiner abschließenden Rede. Dabei zeichnete er auch noch einmal den ungewöhnlichen Lebensweg des Wissenschaftlers nach, der sich nach dem 2. Weltkrieg von seinem sicheren Beamtenverhältnis verabschiedete und zusammen mit seiner Frau Lisel die Gründung eines privatwirtschaftlichen Forschungs- und Prüfinstitutes in seiner Geburtsstadt Bönnigheim vorantrieb. Unter der Ägide seines Sohnes Prof. Dr. Jürgen Mecheels und Enkels Prof. Dr. Stefan Mecheels haben sich die Hohenstein Institute zum führenden Textilforschungs- und Dienstleistungszentrum in Deutschland mit starker internationaler Ausrichtung entwickelt.

Zur Person

Hanns A. Pielenz (* 1939 in Heilbronn)

Geschäftsführende Inhaber Amann & Söhne (heute Amann Group) von 1968 bis 2004 Alois Amann, der Urgroßvater von Hanns A. Pielenz, gründete zusammen mit seinem Kompagnon, Immanuel Böhringer im Jahr 1854 in Bönnigheim eine "Fabrikation gezwirnter und gefärbter Seiden". 1882 treten nach dem Ausscheiden von I. Böhringer die beiden Söhne von Alois Amann in das Geschäft ein und firmieren fortan als Nähseidenfabrik Amann & Söhne.Nach dem Tode des Firmengründers 1931 tritt Alfred Amanns Schwiegersohn, Alfred Pielenz, als Teilhaber in die Firma ein und wird nach dem Tode von Alfred Amann 1942 alleiniger Inhaber. Sein Sohn Hanns A. Pielenz übernimmt die Leitung des Unternehmens im Jahre 1968 in vierter Generation, bis er 2004 die Geschäftsführung in jüngere Hände übergibt und die Unternehmensgruppe in eine karitative Stiftung zur Förderung von Forschung, Kunst und Wissenschaft umwandelt.

Zur Person

Prof. Dr.-Ing. Otto Mecheels (*1894 in Bönnigheim, + 1979 auf Schloss Hohenstein)

Gründer und Leiter der Hohenstein Institute von 1946 bis 1962

Nach Chemiestudium an der TH Stuttgart und Promotion bei William Küster absolviert Prof.Dr.-Ing. Otto Mecheels Praxisjahre in der Nähseidenfabrik Amann & Söhne in Bönnigheim und arbeitet dort zuletzt als Färbereileiter. 1929 wird er als Professor für organische Chemie und Färbereitechnik an das Staatliche Technikum für Textilindustrie Reutlingen berufen. 1935 bis 1945 ist er Direktor der Höheren Textilfachschule M. Gladbach-Rheydt und des Forschungsinstituts für Textilindustrie. Dort gelingt es ihm, Fischeiweiß und Zellwolle zu einer neuen Faser, der Fischzellwolle, zu vereinigen. Erste Forschungsarbeiten in der Bekleidungsphysiologie führen zu einem Seenotrettungsanzug für abgeschossene Flugzeugpiloten. 1944 werden die Schule und das Forschungsinstitut bei einem Bombenagriff zerstört. Bis dahin gehört die Höhere Textilfachschule M. Gladbach-Rheydt zu den renommiertesten Ausbildungsstätten Deutschlands. 1946 gründet Prof. Dr.-Ing. Otto Mecheels zusammen mit seiner Frau Lisel die Hohenstein Institute und baut sie bis 1962 zu einer führenden Prüfanstalt aus. 1962 gibt er die Leitung an seinen Sohn Jürgen ab.

Das wissenschaftliche Lebenswerk von Prof. Dr.-Ing. Otto Mecheels ist geprägt durch die enge Verbindung zur Praxis; seine pädagogische Arbeit hat Generationen von Textilunternehmern und Fachleuten geprägt. Prof. Dr.-Ing. Otto Mecheels gilt als eine der großen Persönlichkeiten in Forschung und Lehre. Zur Erinnerung an ihn hat sein Enkel Prof. Dr. Stefan Mecheels eine Medaille inauguriert, mit der verdiente Persönlichkeiten für besondere Leistungen in Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft ausgezeichnet werden.

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