Hochschule Bremen zurück aus Shanghai: Chinesische Sichtweisen im Gepäck

(PresseBox) (Bremen, ) China ist in aller Munde, Kooperationen auf allen Ebenen werden angestrebt. Doch wie genau ist man dabei mit der Perspektive des chinesischen Partners vertraut? Die Hochschule Bremen, die bereits seit zwanzig Jahren mit chinesischen Institutionen kooperiert und diese Zusammenarbeit derzeit ausbaut, nutzte nun auch ihr Engagement auf dem Bremen-Stand der Expo (20. September bis 8. Oktober 2010), um sich dieser Perspektive weiter zu nähern. Bei der Diskussion um Forschungsinhalte der Hochschule Bremen mit überwiegend chinesischen Besucherinnen und Besuchern nahmen die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule selbst die aktuellen Perspektiven eines Publikums mit, welches man durchaus als Querschnitt von Chinas wachsender urbaner Mittelklasse begreifen kann.

Bestimmte Vorstellungen über Deutsche und Chinesen halten sich hartnäckig und tauchten auch während der an das Laufpublikum gerichteten Veranstaltungen wiederholt auf: Der typische Deutsche sei konservativ, ernst und clever. Die Chinesen seien freundlich, warmherzig und arbeiteten hart, außerdem "würde der typische Chinese gerne essen", so ein kleiner chinesischer Junge im Brustton der Überzeugung. Dabei ging es der Hochschule nicht um den Wahrheitsgehalt der Antworten, sondern um die Wahrnehmungen verschidener Kulturkreise.

Beim Zeigen von Vexierbildern zum Beispiel gab es Wahrnehmungen, die noch in keinem der Länder aufgetaucht waren, in denen die Hochschule Bremen bislang interkulturelle Trainings durchgeführt hat. So wurde beim Saxophonspieler-Bild zusätzlich zum Frauengesicht (weiß) mehrmals ein Mann mit großer Nase (schwarz) gesehen, anstatt des ansonsten meist zuerst wahrgenommenen Saxophonspielers mit Hut (schwarz). Bilder wie diese verdeutlichen einmal mehr, dass das Wissen um andere Perspektiven es ermöglicht, Dinge nicht nur mit dem eigenen Blick, sondern noch einmal "aus anderen Augen" zu sehen und zu begreifen.

Symbole im Tourismus riefen ebenfalls kulturspezifische Assoziationen hervor. Wo Deutsche eher in hedonistischer Manier Strand- und Hotelleben mit Urlaub assoziieren, denken Chinesen beispielsweise an das Fotografieren - der Urlaub bekommt hier eine eher langfristig ausgerichtete symbolische Bedeutung.

In Workshops mit chinesischen Berufstätigen und Studierenden zu den Themen Führungs- und Campuskulturen zeichneten sich neben den Kulturunterschieden auch -gemeinsamkeiten ab, und das vor allem bei der jungen chinesischen Generation. Jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen werden zunehmend entscheidungsfreudiger, Kritik wird direkter geübt. Auf dem chinesischen Universitätscampus, auf dem sich generell das komplette Leben abspielt, entsteht der Wunsch nach stärkerer Abgrenzung des Privaten seitens jüngerer Lehrender. Trotz dieser unübersehbaren individualistischen Tendenzen stehen in Unternehmen wie auch auf dem Campus zwischenmenschliche Beziehungen nach wie vor stark im Vordergrund und bestimmen das Verhalten.

Fest steht: die Motivation und Offenheit zum Austausch - auch zu sensiblen Themen wie Wissensmanagement oder komplexeren technischen Themen wie den präsentierten Hochschulprojekten Infraleichtbetonhaus, Betaville oder Marine-Bionik - ist beachtlich. Das ist nicht nur die beste Voraussetzung für die Auseinandersetzung mit verschiedenen Perspektiven. Die diversen Fragen lassen auch den enormen Bedarf an deutsch-chinesischem Austausch zu diversen Themen erahnen. Dem wird sich die Hochschule Bremen in Zukunft in unterschiedlichen Bereichen verstärkt annehmen. Schon aktuell fließt der frisch gewonnene Blick hochschulweit in Lehre und laufende Forschungen ein.

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