"Die Chinesen kommen?"

Veranstaltung des China-Kompetenzzentrums im Haus der Wissenschaft begeistert die Gäste

(PresseBox) (Bremen, ) Die bürokratischen, sprachlichen und kulturellen Hürden für hierzulande investierende Unternehmen aus China sind hoch und werden häufig unterschätzt. Das ist nur eines der Ergebnisse der überaus gut besuchten Veranstaltung des China-Kompetenzzentrums der Hochschule Bremen am 10. Januar 2012 im Haus der Wissenschaft.

Zunächst widerlegte Dr. Michael Poerner (Universität Mainz) die häufige Überschätzung der Investitionstätigkeiten chinesischer Unternehmen. Er schrieb Deutschland quantitativ eher eine Nebenrolle zu. Über 70 Prozent aller chinesischen Investitionen würden "in der unmittelbaren Nachbarschaft", d.h. in Asien, getätigt. Diejenigen, die sich für eine Investition in Deutschland entscheiden, seien laut Cora Jungbluth (Universität Freiburg) häufig irritiert von der oft einseitigen Berichterstattung. Ihre unternehmerische Realität sieht tatsächlich ganz anders aus: Ungeahnte Schwierigkeiten bereiteten eher die Arbeitserlaubnis und der wenig bekannte Rechtsrahmen, der ohne Einsatz von Dolmetschern des jeweiligen Fachgebiets nur schwer bewältigt werden könne.

Auch viele der derzeit etwa hundert chinesischen Unternehmen in Bremen unterschätzen zunächst diese Herausforderungen, wie aus dem Vortrag von Matthias Hempen (Wirtschaftsförderung Bremen) hervorging. So hatte auch der Unternehmer Yumin Rong (Rolux Leuchten GmbH, Bremen), der nach jahrzehntelanger Erfahrung in Bremen bestens über die hiesigen Gepflogenheiten Bescheid weiß, anfangs zu kämpfen. Beispielsweise wirkt auf ihn die Tatsache, dass ein Arbeitszeugnis bestimmten Vorgaben - und damit eben nicht immer der Realität - entsprechen muss und dass es sogar ein Richter schreiben kann, der den Mitarbeiter niemals bei seiner Arbeit gesehen hat, zumindest befremdlich. Das gelte auch für das Recht auf Bildungsurlaub, dessen Inhalt mit der realen Tätigkeit des Arbeitnehmers nichts zu tun habe; Beispiel: ein einwöchiges Seminar im U-Boot-Bunker Valentin.

Damit brachte die Veranstaltung nicht nur die Situation und Sichtweise chinesischer Unternehmen dem Bremer Publikum anschaulich nahe. Sie hielt den Gästen auch einen Spiegel der für uns selbstverständlichen, aber aus ausländischer Perspektive doch speziellen deutschen Regelungen vor.

Angesichts des hohen Interesses seitens Bremer Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit, werden weitere Veranstaltungen zu dieser Thematik folgen.

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