Unitas in multitudine - Mehr als 100 Hochschulforscher/innen diskutieren in Hannover über die Internationalisierung im Hochschulwesen

Zur 5. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung

(PresseBox) (Hannover, ) Was bedeutet Internationalisierung im Bereich der Hochschulen? Welche Ziele werden mit einer zunehmend internationalen Ausrichtung verfolgt, welche Herausforderungen stellen sich? Und wie haben sich diese im Laufe der Zeit verändert? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt der 5. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung, die vom 29. bis 30. April 2010 in Hannover stattgefunden hat. Die Tagung, die unter dem Motto "Herausforderung Internationalisierung. Die Hochschulen auf dem Weg zum Europäischen Hochschulraum - Stand und Perspektiven" stand, wurde in diesem Jahr von der HIS Hochschul-Informations-System GmbH ausgerichtet. In rund 30 Vorträgen diskutierten die Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland gemeinsam mit den mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die verschiedenen Facetten der Internationalisierung im Hochschulwesen.

Das Tagungsprogramm spiegelte die Vielfalt der Themen wider, mit denen sich die Hochschulforschung im Bereich der Internationalisierung beschäftigt. Der Einführungsvortrag von Prof. Dr. Stefan Hornbostel aus Bonn nahm die Internationalisierung der Forschung in den Blick. Die Auswirkungen von Internationalisierung auf die Substanz des Lehrens und Lernens waren im Anschluss das Thema eines hochschuldidaktischen Panels. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Fragen der internationalen Mobilität von Studierenden und wissenschaftlichem Personal. Mobil sind heute aber nicht mehr nur Studierende und Wissenschaftler/innen, sondern auch ganze Studiengänge und Institutionen. Mehrere Vorträge beschäftigten sich daher mit dem entstehenden weltweiten Bildungsmarkt.

Diskutiert wurden zudem die wechselseitige Beeinflussung von Hochschulsystemen und Prozesse institutionellen Lernens. Zahlreiche Vorträge richteten den Blick dabei über das deutsche Hochschulsystem hinaus auf andere Länder und reflektierten damit die beobachtbare geographische Ausweitung in der Beschäftigung mit Phänomenen der Internationalisierung. Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf Internationalisierungsprozessen im türkischen Hochschulwesen.

Die Hochschulen reagieren mit diversen institutionellen Strategien auf das Erfordernis einer stärkeren internationalen Ausrichtung. Welche Herangehensweisen sie wählen und welche "good practices" sich hierbei beobachten lassen, war ein vielfach aufgegriffenes Thema, das auch den Hochschulforschernachwuchs in seinem Ideenworkshop beschäftigte, in dem Nachwuchswissenschaftler/innen ihre Abschlussarbeiten und Projekte vorstellten.

Neben den Hochschulen und anderen nationalen Akteuren wie den Wissenschaftsministerien sind internationale und supranationale Akteure treibende Kräfte einer fortschreitenden Internationalisierung im Hochschulwesen. Darüber hinaus betreten neue Akteure, wie z. B. internationale Forscherkonsortien, die Bühne. Zahlreiche Berichte von der Arbeit in solchen Konsortien illustrierten diesen Trend und zeigten Chancen und Risiken länderübergreifender Kooperationen auf. Neben Beispielen internationaler Kooperation wurden aber zugleich auch Fragen eines zunehmenden Wettbewerbs um Studierende, Lehrende und Drittmittel erörtert.

Die Beiträge zeigten die Vielfalt methodischer Ansätze, mit denen sich die Hochschulforscherinnen und forscher dem Phänomen der Internationalisierung zu nähern versuchen. Neoinstitutionalistische Ansätze standen neben netzwerkanalytischen und diskursanalytischen Studien, Policy-Analysen und Mehrebenenanalysen. Ein eigenes Panel befasste sich mit methodischen Fragen der Forschung im Bereich der Internationalisierung und den besonderen methodischen Herausforderungen internationaler Studien.

Ein positives Fazit zog Dr. Michael Leszczensky, Leiter der Hochschulforschung bei der HIS GmbH, zum Abschluss der Tagung im Leibnizhaus in Hannover: "Gottfried Wilhelm Leibniz hat das Motto der Unitas in multitudine, der Einheit in der Vielfalt geprägt. Das Motto passt ganz hervorragend auf die 5. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung hier im Leibnizhaus in Hannover. Die Vorträge der letzten zwei Tage haben in beeindruckender Weise die diversen Facetten der Internationalisierung des Hochschulwesens und damit die Vielschichtigkeit des Phänomens gezeigt. Die zahlreichen Debatten in den zehn verschiedenen Panels und auf den Fluren haben den Austausch zwischen den anwesenden Forscherinnen und Forschern befördert. Vielleicht wurde dabei ja auch die ein oder andere Idee für ein neues Forschungsprojekt geboren ..."

Alle Informationen zur 5. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung mit dem Thema "Herausforderung Internationalisierung. Die Hochschulen auf dem Weg zum Europäischen Hochschulraum - Stand und Perspektiven" finden Sie auf der Tagungshomepage unter www.internationalisierung.org. Dort stehen in Kürze auch die Powerpointfolien der Vorträge zum Download zur Verfügung. Die 6. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung wird im Frühjahr 2011 in Halle-Wittenberg zum Thema "Wettbewerb an Hochschulen" stattfinden.

HIS Hochschul-Informations-System eG

Die Gesellschaft für Hochschulforschung wurde 2006 in Kassel gegründet. Hauptziele der Gesellschaft sind die Intensivierung des fachlichen Austauschs und der Kooperation sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die im Bereich der Hochschulforschung tätig sind.

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