Pleitgens Zwischenbilanz zu RUHR.2010: Kultur bereichert die Menschen

"Nicht ständig Kultur infrage stellen und Einrichtungen schließen" - Abschluss des Grimme-Festivals TV: Tour de Ruhr

(PresseBox) (Marl, ) RUHR.2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen betrachtet die Kultur als einen "wichtigen Standortfaktor, der die Menschen bereichert". Beim Abschluss des Festivals TV: Tour de Ruhr des Grimme-Instituts sagte Pleitgen am 30.10. in Marl, er wünsche sich am Ende des Kulturhauptstadtjahrs noch einmal eine grundsätzliche Diskussion über den Stellenwert der Kultur in der Gesellschaft. "Ich hoffe, dass nicht ständig die Frage gestellt wird, wie viel Kultur können wir uns leisten, und dies dann nicht immer mit der Schließung von Kultureinrichtungen beantwortet wird." Ihm sei es ein Anliegen, "dass das endlich aufhört".

Wie Pleitgen in einer persönlichen Zwischenbilanz des Kulturhauptstadtjahrs berichtete, werden die Veranstaltungen laut Ruhr-Tourismus von zehn Millionen Menschen besucht. "Das hören wir natürlich gern, und das hört auch die EU Kommission sehr gern." Für ihn zähle vor allem, dass mit Hilfe der Kultur die Region ein Stück vorangebracht wird. Pleitgen: "Wir sagen, nach Kohle und Stahl ist es jetzt die Kultur." Als besonderen Erfolg stellt der Geschäftsführer das Projekt Local Heroes heraus. Der "simple Trick", den 52 neben Essen beteiligten Städten jeweils eine Woche zur Präsentation ihrer Kultur einzuräumen, habe "wunderbar gezündet". Jede einzelne Stadt habe gezeigt, dass sie auch Kulturstadt oder Kulturhauptstadt sei. "Dabei sind wunderschöne Sachen zutage getreten."

Als Beispiel nannte er die Neuentdeckung des 1885 in Schermbeck geborenen Schriftstellers Gustav Sack durch einen Literaturwissenschaftler des Ortes. Dieser habe bei Vorbereitungen zu RUHR.2010 im Literaturarchiv Marbach Recherchen angestellt. Dabei sei er auf Briefe von Thomas Mann, Ernst Jünger oder auch Erich Maria Remarque zu Sack gestoßen, die den Schermbecker Schriftsteller in höchsten Tönen gelobt und etwa mit Marcel Proust verglichen hätten. In Schermbeck - so Pleitgen - sei der 1916 im Ersten Weltkrieg in Rumänien gefallene Sack zu Lebzeiten nicht gut beleumdet gewesen, da er praktisch gegen alles gewesen sei. Man rede bei RUHR.2010 immer über die A 40 oder über Schachtzeichen. "Für mich persönlich", betonte Pleitgen, "waren kleine Geschichten wie diese das Salz in der Suppe."

Zum Kulturhauptstadtjahr sagte Pleitgen, seine persönlichen Erwartungen seien nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen worden. Es erfülle ihn auf dem Hintergrund der Finanzmisere der meisten Städte und der globalen Finanzkrise mit großer Freude, dass die Städte des Ruhrgebiets alles gegeben hätten, um die Kulturhauptstadt zu einem Erfolg zu machen. "Die Bevölkerung hat diese Sache zu ihrer Sache gemacht. Diese Rechnung ist aufgegangen", resümierte Pleitgen.

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