Highlight moderner Baukunst für Würzburg geplant

(PresseBox) (Würzburg, ) Innovationen in Materialien und Architektur: Wenn Europas größte Institution für angewandte Forschung baut, dann mit hohem Anspruch an die eigene Innovationskraft. In Würzburg plant die Fraunhofer-Gesellschaft jetzt den Ausbau des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC am Neunerplatz.Im Sommer 2008 gab die Öffentliche Hand grünes Licht für die benötigten Baumittel, seither laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Noch im Winter 2008 konnten die öffentlichen Ausschreibungsverfahren für Architekten und Fachplaner abgeschlossen werden - Gewinner waren das international renommierte Londoner Architekturbüro Zaha Hadid und das Würzburger Ingenieurbüro REA.

Die Materialforscher an der Talavera drückt die Platznot. Das Institut wuchs in den vergangenen Jahren kontinuierlich, Büro- und Laborraum ist knapp geworden. Um Raum für neue Technologien und Arbeitsplätze zu schaffen, will das Fraunhofer ISC nun auf dem Nachbargrundstück an der Luitpoldstraße einen Neubau errichten, der in ästhetischer wie auch funktioneller Hinsicht den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird.

Der Fraunhofer-Campus rund um den markanten Backsteinbau am Neunerplatz ist zuletzt in den Jahren 1996 und 2006 um zwei Technikumsgebäude am Rand der Talavera erweitert worden. Deren Klinkerfassaden nehmen Material und Aufteilung des altehrwürdigen Repräsentationsbaus aus dem Jahr 1892 auf und schließen den Campus zur Nordseite hin ab. In östlicher Richtung soll nun das neue Labor- und Technikumsgebäude die Verbindung zur Stadt herstellen und dabei die Gebäudelinien des Altbestands aufnehmen. Ungefähr gleich weit entfernt von dem vor einigen Jahren architektonisch anspruchsvoll umgestalteten Heizkraftwerk auf der anderen Mainseite und vom klar gegliederten Neubau des Würzburger Vermessungsamtes in der Weißenburgerstraße, wird ein neues Glanzlicht moderner Architektur in Würzburg entstehen. "Wir wollen mit unserer Institutserweiterung nicht nur ein hoch anspruchsvolles, funktionelles Labor- und Technikumsgebäude für die Anforderungen in der Materialforschung von morgen errichten. Der Neubau soll auch im Hinblick auf zukunftsweisende Gebäudetechnik, Energieeinsparung und Ressourcenschonung dem Fraunhofer- Anspruch Rechnung tragen", so Institutsleiter Prof. Gerhard Sextl.

An dem europaweiten öffentlichen Ausschreibungsverfahren für das Vorhaben beteiligten sich im vergangenen Herbst viele namhafte Architekturbüros sowie Ingenieurbüros für die technische Gebäudeausstattung. Gewonnen haben die Ausschreibungen das Londoner Architekturbüro Zaha Hadid und das Würzburger Ingenieurbüro REA mit ihren überzeugenden Entwürfen und Erläuterungen zu Gestaltung und technischer Ausführung. Oberbürgermeister Georg Rosenthal und Stadtbaurat Christian Baumgart zeigten sich hochzufrieden mit den Absichten der Fraunhofer-Gesellschaft und sicherten die Unterstützung der Stadt bei der weiteren Bauvorbereitung zu. Insbesondere der für die Ausschreibung eingereichte Entwurf von Zaha Hadid fand positives Echo als "echtes Highlight für Würzburg" - das Londoner Büro gilt derzeit als eines der führenden Büros weltweit. Anlässlich dieses Gesprächs dankte Prof. Sextl der Stadt und insbesondere dem städtischen Eigenbetrieb Congress-Tourismus- Wirtschaft (CTW), der Projektleitung bei der Stadt Würzburg, für die bisher schon erbrachte Unterstützung - "der positive Stadtratsbeschluss im vergangenen November zum Ankauf der angrenzenden Grundstücke macht die konkrete Planung für unsere dringend notwendige Erweiterung erst möglich."

Derzeit werden vom Fraunhofer ISC die internen Detailplanungen hinsichtlich der Anforderungen an die einzelnen Gebäudebereiche ausgearbeitet, danach können Architekten und Fachingenieure mit der Umsetzung beginnen. Bauvorbereitende Maßnahmen sollen bereits im zweiten Quartal diesen Jahres durchgeführt werden. Die Mittelverwendung für die Institutserweiterung unterliegt den Richtlinien für öffentliche Baumaßnahmen, entsprechend streng wird das Vorhaben nicht nur im Vorfeld geprüft. Der erste Spatenstich für den Neubau am östlichen Rand des Fraunhofer-Campus ist für Frühjahr 2010 geplant. Das Gebäude selbst wird im Spätherbst 2011 fertiggestellt sein und an die zukünftigen Nutzerübergeben werden können.

Hinweis: Abdruck des Bildmaterials nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.

Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Das Institut für Silicatforschung ist eines der traditionsreichsten Forschungsinstitute in der Fraunhofer-Gesellschaft. Gegründet 1926 als Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, wurde die Silicatforschung nach dem II. Weltkrieg unter dem Dach der Max-Planck- Gesellschaft nach Würzburg geholt. Angesiedelt wurde das Institut bereits damals am Neunerplatz im ehemaligen Offizierskasino des 9. Königlich-Bayerischen Infanterieregiments in der Zellerau. Ein erster Erweiterungsbau mit einer modernen Schmelzhalle für das "Glas"-Institut wurde 1958 eingeweiht.

1971 übernahm die Fraunhofer-Gesellschaft das anwendungsorientiert und industrienah arbeitende Forschungsinstitut von der eher grundlagenorientierten Max-Planck-Gesellschaft. Fraunhofer baute zunächst 1986 einen Technikumsbau mit Anlagen zur Lacksynthese und zum Spinnen keramischer Fasern. 1989 nahm das Institut eine Dependance in der Friedrichstraße in Betrieb, 1995 wurde die Außenstelle des Fraunhofer ISC in Bronnbach bei Wertheim gegründet. Eine bedeutende bauliche Erweiterung erfuhr das Institut 1996 durch das "Technikum II" genannte Labor- und Bürogebäude, das direkt an die Talavera angrenzt.

Zuletzt wurde 2005/2006 ein Anbau an das Technikum II zur Synthese von Vorstufen für die Herstellung hochtemperaturbeständiger keramischer Verstärkungsfasern gesetzt. Ebenfalls im Jahr 2006 wurde in Bayreuth die Fraunhofer-Projektgruppe für Keramische Verbundstrukturen gegründet, die an das Würzburger Institut angegliedert ist. Mit der nun geplanten grundlegenden Erweiterung am Neunerplatz soll am Würzburger Hauptsitz Raum für bis zu 80 Mitarbeiter und neue Werkstoffentwicklungen speziell für die Bereiche Energie, Umwelt und Gesundheit geschaffen werden.

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