Auschwitz: 70 Jahre nach der Befreiung

Veranstaltungsreihe gegen das Vergessen

(PresseBox) (Essen, ) Ende Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 70. Mal. Mit einer bewegenden Fotoausstellung, einer aufrüttelnden Lesung und einem Mut machenden Konzert wollen die Evangelische Kirchengemeinde Essen-Überruhr und die Kultur Offensive Ruhr an diesen wichtigen Tag erinnern. Die vom Kulturbüro der Stadt Essen geförderten Veranstaltungen finden in der Stephanuskirche (Langenberger Straße 434) in Essen-Überruhr statt.

Fotoausstellung: 3 Positionen

Die Essener Künstler Rolf Krause, Friederike Eybe und Olaf Eybe zeigen Fotos, die im Vorfeld des 70. Jahrestages der Befreiung des Lagers in Auschwitz entstanden. Die Ausstellung wird am 23.1.2015 um 19.00 Uhr eröffnet. Bei ihrer Fotoauswahl ging es den Künstlern nicht um die reine Darstellung der Überreste des Konzentrationslagers im polnischen Oświęcim. Vielmehr suchten sie ihren eigenen Weg, das Grauen der Vergangenheit zu verarbeiten. Spannend wird die Positionsvorstellung gerade weil die Ausstellenden unterschiedlichen Generationen angehören und schon daher ganz eigene Zugänge zum Thema Auschwitz haben. Betreut wird die Ausstellung von Folkwang-Absolvent Jürgen Kahlert, der bereits für seine Abschlussarbeit Überreste von Konzentrationslagern in Deutschland und Polen dokumentierte. Bei der Ausstellungseröffnung singt der Chor Querbeet aus Essen-Überruhr unter der Leitung von Bernhard Schüth. Die Ausstellung ist für einen Monat zu sehen.

Begegnung mit Faye Cukier

Bereits um 18.00 Uhr, eine Stunde vor der Ausstellungseröffnung, findet im Stephanus Gemeindezentrum direkt neben der Kirche eine spannende Begegnung mit einer Zeitzeugin statt. Faye Cukier ist als Tochter polnisch stämmiger Eltern in Köln geboren, wurde als Jüdin verfolgt und überlebte die Nazizeit mit Glück. Sie floh in den Wirren des Zweiten Weltkriegs nach Antwerpen, wurde von der Geheimen Staatspolizei verhört, deportiert, musste sich gemeinsam mit ihren Eltern über Jahre verstecken. Die fesselnde Autobiografie der heute 92-Jährigen hat das NS Dokumentationszentrum Köln unter dem Titel "Flucht vor dem Hakenkreuz" veröffentlicht. Die Kölner Künstlerin Margaux Kier stellt Faye Cukier in einem Gespräch vor.

Texte (nicht nur) über Auschwitz: Lesung von Olaf Eybe

"Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch", so die Aussage des Philosophen Theodor W. Adorno. Wie immer man darüber denkt, es wurden zahlreiche Gedichte geschrieben, die das Grauen von Auschwitz künstlerisch verarbeiten zu versuchen. Olaf Eybe beschäftigt sich seit seiner Jugend mit der Thematik, suchte Auschwitz immer wieder auf und hielt seine Eindrücke in Kurztexten fest. Am 27.01.2015 - also genau am 70. Jahrestag der Befreiung - stellt er um 19.00 Uhr unter dem Titel "Texte (nicht nur) über Auschwitz" Gedichte von verschiedenen Autoren und eine Auswahl eigener Kurztexte vor.

Zum 50. Jahrestage der Befreiung war er bei der großen Gedenkfeier in Auschwitz vor Ort und las u.a. vor ehemaligen Auschwitz-Häftlingen. Diese begrüßten es, dass sich "junge Menschen" mit der Thematik beschäftigen und vehement dafür eintreten, dass sich solches Grauen nicht wiederholt. Musikalisch umrahmt wird die Lesung von Marlies Bianchini (Gitarre und Gesang).

Und ewig wollen wir tanzen: Mutmach-Konzert mit Margaux und die BANDiten

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe zum 70 Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz findet unter dem lebensbejahenden Motto "Und ewig wollen wir tanzen" am 30.1.2015 um 20.00 in der Stephanus Kirche ein Konzert mit der aus Polen stammenden Künstlerin Margaux Kier und ihrer Band statt. Margaux Kier fügt Texte von Faye Cukier, einer in Köln geborenen Jüdin mit polnischen Wurzeln, und von Coco Schumann, dem als Ghetto Swinger bekannten Jazzmusiker, mit eigenen und geliehenen Musikstücken zusammen. Margaux und die BANDiten entwerfen so eine Collage, die zur Ode an das Leben wird. Die Begegnung mit den beiden Überlebenden des Holocaust, Faye Cukier und Coco Schumann, hat bei Margaux tiefen Eindruck hinterlassen. Ganz besonders faszinierte sie der unverwüstliche Optimismus der Zeitzeugen, die mit Glück und Fantasie dem tragischen Schicksal von Millionen Juden entrinnen konnten. Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz zelebriert sie mit den Jazzmusikern Frank Wingold an der Gitarre, Florian Stadler am Akkordeon und Daniel Speer am Kontrabass mit Improvisationen und Liedern aus der Vergangenheit das Bekenntnis: "Nichtsdestotrotz ... du bist schön, sag ich zum Leben!". Kurz vor dem Konzerttermin entscheidet sich, ob es einen "Überraschungsauftritt" von Faye Cukier geben wird.

Die Fakten im Überblick

Auschwitz: 70 Jahre nach der Befreiung
Fotoausstellung

3 Positionen
Eröffnung: 23.01.2015, 19.00 Uhr
Vor der Ausstellungseröffnung: Gespräch mit Faye Cukier
23.01.2015, 18.00 Uhr

Texte (nicht nur) über Auschwitz
Lesung von Olaf Eybe

Olaf Eybe
27.01.2015, 19.00 Uhr

Und ewig wollen wir tanzen
Konzert mit Margaux und die BANDiten

30.01.2015, 20.00 Uhr

Ort für alle Veranstaltungen
Stephanuskirche Essen-Überruhr,

Langenberger Straße 434, 45277 Essen-Überruhr

Die beteiligten Künstler

Marlies Bianchini, Jahrgang 1957, wohnt heute in Langenberg. Sie leitete viele Jahre einen Kirchenchor. Ihre Stimmausbildung erhielt sie am "Testaccio" in Rom. Danach erhielt sie Privatunterricht in Stimmbildung. Seit 1980 hat sie immer wieder öffentliche Auftritte, Solo und mit Gruppen mit internationalem Repertoire und eigenen Liedern. Genres: Jazz, Folk, Songwriter. Sprachen: deutsch, englisch, französisch, italienisch.

Faye Cukier wurde in Köln geboren. Sie wuchs in Köln auf, wo ihr Vater einen Metallbetrieb führte. Die jüdische Familie floh nach Belgien und überlebte die sechs Jahre dauernde Flucht. Nach dem Ende des Krieges wanderte Faye Cukier in die USA aus und arbeitete als Schauspielerin und Model. Heute lebt sie in Köln und in Philadelphia/USA, den Winter verbringt sie gerne auf Malta. Ihre Autobiografie hat das NS-Dokumentationszentrum Köln unter dem Titel "Flucht vor dem Hakenkreuz" veröffentlicht. Zurzeit steht ein Dokumentarfilm über ihr Leben kurz vor der Fertigstellung.

www.sektor53.de/projekte/dokumentationen/dokumentarfilm

Friederike Eybe wurde 1996 in Dresden geboren und lebt heute in Essen. Fotografie und Reisen sind ihre Leidenschaft. Ob von Kanada bis Rumänien oder von Polen bis Island, andere Länder faszinieren sie. Zurzeit studiert sie Fotografie an der Fachhochschule Dortmund und konzentriert sich auf Reise- und Porträtfotografie. Sie ist Gewinnerin des Sonderpreises der 3. Europäischen Kunstausstellung. www.eybe-photography.com

Olaf Eybe, Texter, Autor und Fotograf, wurde 1963 in Essen geboren. Er war Gründer der Initiative junger Autorinnen und Autoren und Herausgeber der Essener Literatur Flugblätter. Er veröffentlichte seine Texte in zahlreichen Zeitschriften und Büchern (zuletzt: "1939-1945, Erinnerungen in Bildern", Projekte Verlag Cornelius, Halle 2012). Rund elf Jahre wirkte er als Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Essen. Vor einigen Jahren begann er seine künstlerische Arbeit als Fotograf. Gemeinsam mit seiner Frau leitet er die Kommunikationsagentur Eybe + Eybe.
www.eybeeybe.de

Jürgen Kahlert, Jahrgang 1954, Grafikdesigner und Fotograf, Essen. 1976 bis 1980 studierte er gemeinsam mit Harald Nadolny an der Fachhochschule für Grafikdesign und Fotografie, der Folkwangschule in Essen-Werden. Gemeinsam erstellten sie eine fotografische Abschlussarbeit zum Thema Konzentrationslager. Seit 1980 ist Jürgen Kahlert Inhaber der DesignJK Werbeagentur in Essen. Neben seiner gestalterischen Tätigkeit widmet er sich immer noch der Fotografie. www.designjk.de

Rolf Krause, Jahrgang 1959, gebürtiger Krefelder, aufgewachsen in Essen-Freisenbruch, lebt und arbeitet in Essen-Überruhr als Grafiker, Fotograf und Werbefachmann. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit für Verlage, Institute und Firmen durchstreift und entdeckt er seit vielen Jahren die verschiedenen Regionen des Ruhrgebiets mit seiner Kamera. Unter dem Label RUHRSAFARI präsentiert er seine Arbeiten auf Ausstellungen.

Margaux und die Banditen - das sind virtuose Musiker und eine singende Schauspielerin aus Köln. Die Chansonprogramme von Margaux Kier beinhalten polnische und deutsche Lieder, alte und neue, schon gesungene und eigene Lieder, die Geschichten erzählen. Die melancholische, dann wieder freche und rhythmische Musik ist von der Band wunderbar arrangiert. Sie bildet den Rahmen, in den Margaux mit ihrer wandlungsfähigen Stimme hineintritt, während die Musiker mit überraschenden Partituren und einfühlsamen Soli die Sprache für jeden verständlich machen. Die poetische Begegnung der beiden Kulturen und die unterschiedlichen musikalischen Genres machen die Programme der Gruppe in jeder Beziehung spannend.
www.margauxunddiebanditen.de
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