Finanzindustrie im Wandel: Das Internet als Beschleuniger von tiefgreifenden Veränderungen

AUSGEREIZT!

(PresseBox) (Stuttgart, ) Woran liegt es, dass sich innerhalb der letzten 20 Jahre das Ansehen eines ganzen Wirtschaftszweigs um gut 180 Grad wenden konnte? Früher waren Banken der Inbegriff des Vertrauens, der Fels in stürmischen Zeiten, eine Institution, auf die man sich verlassen konnte. Aus diesen Tagen stammt eine Redensart, wie „der Torwart ist unsere Bank“. Sie beschrieb, wie sicher sich eine Fußballmannschaft sein konnte, wenn sie einen zuverlässigen Torhüter hatte. Der Torwart war das Rückgrat eines Teams. Doch dieses von Vertrauen und Integrität geprägte gewachsene Image scheint nicht nur völlig „aus der Mode“ gekommen zu sein, sondern geradezu in Vergessenheit zu geraten. Hat es einen Paradigmenwechsel gegeben? War - so die Ansicht einiger einflussreicher oder verantwortlicher Menschen in der Finanzbranche - die traditionelle Denkweise ausgereizt?

Geht man in der Historie auf der Suche nach dem Grund des Vertrauensverlusts noch weiter zurück als zur Bankenkrise 2007/2008, gelangt man außerdem zu einer anderen Kette von Ereignissen, die ursächlich sein könnte für das Misstrauen, das heute der Finanzwirtschaft entgegengebracht wird: die New Economy- oder Internetblase. Das Internet gewann seit seiner Gründung Ende der Achtzigerjahre in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts sprunghaft an Bedeutung.

Welchen Einfluss das Internet mittlerweile auf das ganze Leben – ob wirtschaftlich oder privat - erreicht hat, verdeutlicht die höchstrichterliche Feststellung des BGH aus dem Jahre 2013: Das Internet und der Zugriff auf seine vielfältigen Inhalte ist von zentraler Bedeutung für das tägliche Leben. Die Nutzbarkeit des Internets ist also ein Wirtschaftsgut, dessen ständige Verfügbarkeit seit längerer Zeit auch im privaten Bereich für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung von zentraler Bedeutung ist.

Das Internet bot und bietet bis heute fast unendliche Möglichkeiten. Die Begeisterung für dieses Thema war keinem zu verdenken, die Euphorie und die Erwartungshaltung daran stieg immer weiter – und im Zuge dessen gründeten sich Mitte und Ende der Neunzigerjahre des letzten Jahrhunderts viele Firmen rund um die erforderliche Technologie. Die New Economy entwickelte sich. Viele Unternehmen dieser New Economy wuchsen rasch und gingen dann zwecks Kapitalbeschaffung zügig an die Börse. Es herrschte eine wahre „Goldgräberstimmung“. Es gab damals zahlreiche Firmengründungen.

1998 trat in Deutschland ein neues Telekommunikationsgesetz in Kraft, das der Telekom, einem der Nachfolgeunternehmen der Deutschen Post, das Monopol mehr oder weniger entzog. Nun konnte sich jede Firma um entsprechende Lizenzen und die entsprechende Technologie bemühen – ein neuer Markt war geboren. Für die Banken bedeutete das damals natürlich ein großes Geschäft. Aktienhandel, neu aufgelegte Fonds und dergleichen waren schon vorher ein gutes Geschäft gewesen, doch diese neuen Entwicklungen machten solche Produkte auch für die Allgemeinheit, die vor dem Internet damit nicht in Kontakt gekommen waren, attraktiv. Sowohl der neue Markt, als auch die neuen, progressiven Technologien, brachten neue Perspektiven und eröffneten eine Dimension von neuen Geschäftsfeldern, die bis in die Privathaushalte reichten. Das ging eine Zeit lang gut. Doch dann platzte die Finanzblase, die sich aufgebaut hatte, im Jahr 2000. Die Auswirkungen breiteten sich wellenartig aus und kamen bei den Anlegern erst ein bis zwei Jahre später richtig an. Sie machten Verluste und damit schwand das Vertrauen mit weitreichenden Folgen.
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