Die Kosten im Gesundheitswesen explodieren, während andererseits der Gesundheitsmarkt boomt

AUSGEREIZT!

(PresseBox) (Stuttgart, ) Viele Krankenhäuser wissen nicht mehr, wie sie ihre Kosten decken sollen.

Es drängt sich vermehrt die Frage auf, ob gewinnorientiertes Denken, vor allem im Gesundheitsbereich, wirklich in jedem Fall vorteilhaft ist? Eine Kostendeckung ist sinnvoll, aber gerade im Gesundheitswesen ist das oft sehr schwierig.

Manchmal ergeben sich fatale Auswirkungen, wenn so ein heikles Gut wie die menschliche Gesundheit nach rein betriebswirtschaftlichen Kriterien beurteilt wird. So berichtete die Welt Online Ende 2014 von Ärzten, die an Kliniken in dessen Augen nicht mehr effektiv – also buchstäblich im Sinne des Menschen – arbeiten können, da die Krankenhäuser nicht mehr wissen, wie sie die Kosten laut interner Betriebswirtschaf decken sollen. Da werden in Krankenhäusern häufig Operationen angesetzt, die eigentlich nicht nötig wären[1].

Die Folge: Nirgendwo wird so viel operiert wie in Deutschland, da die OPs von den Kliniken höher abgerechnet werden können. Die Medizin, die sich per Definition um den Menschen drehen sollte, entfernt sich zunehmend von ihm. „Gesundheit hat sich in eine Ware verwandelt, wie Schuhe oder Autos, in ein Geschäft, in dem es um Betriebswirtschaft geht. [...] Mit wem man auch spricht, Pflegern, Ärzten, Funktionären von Medizinerverbänden und Krankenkassen – alle sind sich einig, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Dass es schon lange nicht mehr darum geht, was das Beste für den Patienten ist“, so der Artikel.

Einige Experten plädieren daher für ein genaues Touchpoint-Management[2], das die Berührungspunkte eines Unternehmens mit dem Kunden analysiert und im Sinne eines Loyalitätsmarketings ausbauen will, damit nachlässiges Verhalten dem Kunden gegenüber nicht das zerstört, was man an Kosten, welcher Art auch immer, für die Neugewinnung genau dieses Kunden investiert hat.

Die gesamte Gesundheitsbranche hat sich im Laufe der letzten Jahre „professionalisiert“. Sie hat sich auch darauf eingestellt, dass Menschen „keine Zeit“ für Krankheiten haben. Das äußert sich u.a. an dem auffallenden Anstieg der sozialen Medien. Immer mehr Apps für die Gesundheit sind verfügbar, um sie auf Computer, Tablet und Smartphone herunterzuladen. In manchen Büros oder Arbeitsplätzen ist ein wahrer Wettkampf entstanden, Vitalwerte zu vergleichen. Es wird der Puls, die Atmung, der Blutdruck gemessen und ebenso wie Gewicht, Größe, Lebens- und Essgewohnheiten täglich in entsprechende Programme eingegeben. Unbesorgt gibt man bereitwillig Daten von sich preis. Eine tatsächlich individuelle, fachliche Beratung und Analyse dieser Werte erfolgt – gerade dadurch – zunehmend weniger. „Im Zweifel frag´ Dr. Online“ scheint ein Trend zu sein.

Wozu soll noch fachliche Kompetenz aufgesucht werden, wenn das Internet schnelle, bequeme und zeitsparende Lösungen verspricht? Das steht im Gegensatz dazu, dass auf der anderen Seite nach einer Full-Service-Behandlung verlangt wird. Auch hier öffnet sich eine Schere. Der gesunde Menschenverstand sollte wieder in den Fokus rücken.

[1] http://www.welt.de/gesundheit/article134934655/Kliniken-sanieren-sich-mit-sinnlosen-Operationen.html

[2] https://de.wikipedia.org/...
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