ENISA startet Initiative zur Erkennung von aufkommenden und zukünftigen Risiken - Einschätzung von Szenarien zur Fernüberwachung und -behandlung von Patienten

(PresseBox) (Heraklion, Crete, ) ENISA, die europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit, stellt heute ihren Bericht zu den größten potentiell aufkommenden und zukünftigen Risiken bei einem möglichen Szenario der Fernüberwachung und –behandlung von Patienten vor. Der Bericht ist das Ergebnis einer Einschätzung der aufkommenden und zukünftigen Risiken auf der Basis von erstellten Szenarien und deren Analyse. Das Thema des ersten Szenariums ist E-Health/E-Gesundheit. Es wurde von einer internationalen Gruppe von Experten aus unterschiedlichen Bereichen erstellt und analysiert. 14 Gefahren wurden benannt. Der Bericht unterstreicht darüber hinaus die Bedeutung eines behutsamen Vorgehens im Hinblick auf die Einführung nutzbringender e-Health-Lösungen: „Vorsicht scheint an diesem Punkt die beste Strategie zu sein: „Der Nutzen ist offensichtlich, jedoch können die Gefahren der Systeme nicht einfach ignoriert werden.“

In dem Beispiel-Szenarium geht es um Ralph, Diabetiker. Er beteiligt sich an einem Programm zur Fernüberwachung und –behandlung seiner Krankheit. Er geht seinen täglichen Aufgaben nach und trägt eine Spezialweste mit Biosensoren, die kontinuierlich seine Vitalsignale überprüft und für schnelle ärztliche Reaktionen sorgt. Um diese Art von Service überhaupt erst zu ermöglichen, fliegen seine persönlichen Daten buchstäblich um ihn herum. Dieses Szenarium zeigt das große Potential von Systemen zur Fernüberwachung von Patienten. Für das Wohlergehen und die Lebensqualität der Bürger bringen sie sicherlich eine Reihe von Vorteilen mit sich – wo aber liegen die Gefahren?
E-Health-Lösungen erscheinen uns sehr bedeutsam und nutzbringend. Gleichzeitig dürften sie aber auch zu ernsthaften Betrachtungen von Aspekten der Sicherheit, Privatsphäre, des Datenschutzes sowie rechtlicher Fragen im sozialen, politischen und ethischen Bereich führen.

Im Verlaufe der Studie wurden die wichtigsten Werte, die es zu schützen gilt, benannt, so z.B. Gesundheit, Leben, Menschenrechte. Auf dieser Grundlage wurden die größten Gefahren für diese Werte definiert und weitergehender Analyse unterzogen. Hieraus entstand ein umfassender Ansatz zur Einschätzung dieser Risiken, der von ENISA im Zusammenhang mit dem „Aufkommenden und zukünftigen Risiken –Rahmenwerk“ entwickelt wurde. Der Bericht konzentriert sich in aller Kürze auf die insgesamt 14 größten Risiken, unter anderem Verstöße gegen Datenschutzgesetze, erschlichene Datenakquisition, d.h. Sekundärnutzung von Daten, unerlaubte Datenüberwachung und Erstellung von Profilen durch Versicherungsunternehmen, Arbeitgebern, Kreditunternehmen, etc., sowie Datenverlust und –diebstahl, Systemversagen und Verbindungsabbruch.

Der ENISA-Geschäftsführer, Andrea Pirotti, stellt hierzu fest: „Durch die Entwicklung der Kapazitäten zur Erkennung der aufkommenden und zukünftigen Risiken zielt die Agentur auf eine frühzeitige Bestimmung der Risiken, die mit neuen Anwendungsgebieten und/oder Technologien verbunden sind. Hierdurch wird Entwicklern und politisch Verantwortlichen das Verständnis der mit den neuen Technologien verbundenen Folgen sowie der Umgang mit solchen Gefahren erleichtet. Die Auswertung des e-Health Szenarium durch ENISA unterstreicht die Risiken einer allzu sorglosen Herangehensweise an e-Health, wie von Industrievertretern gefordert. Zweifellos sind Initiativen und Dienste dieser Art nützlich, und ihr Einsatz ist sicherlich lohnenswert. Dennoch ist es erforderlich, dass wir zumindest die unterschiedlichen Herausforderungen kennen und verstehen, um ihnen begegnen zu können, insbesondere im Hinblick auf Datensicherheit und den Schutz der Privatsphäre.“

Den vollständigen Bericht finden Sie unter: http://enisa.europa.eu/...

Hintergrundinformationen: Dieser Bericht entstand in enger Zusammenarbeit zwischen einem von ENISA eingesetzten Expertenforum zu aufkommenden und zukünftigen Risiken (EFR Stakeholder Forum) und Experten aus Industrie, EU-Organisationen sowie aus den Mitgliedsstaaten. Das Szenarium basierte auf einem von Philips Research (Niederlande) vorgeschlagenen Anwendungsfall.

ENISA - European Network and Information Security Agency

Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (kurz ENISA, zu engl. European Network and Information Security Agency) ist eine 2004 von der Europäischen Union gegründete Einrichtung. Sitz der seit September 2005 voll geschäftsfähigen ENISA ist Iraklio auf Kreta.

Aufgabe der ENISA ist die Beratung und Koordination der einzelnen Mitgliedsstaaten beim Aufbau kompatibler IT-Sicherheitsstandards.

Darüber hinaus soll sie dabei helfen, Bürger, Unternehmen und Verwaltungen der Europäischen Union über Risiken im Zusammenhang mit der Nutzung des Internet und anderer Informationssysteme aufzuklären und damit einen reibungslosen Binnenmarkt innerhalb der Europäischen Union zu gewährleisten.

ENISA unterstützt die Europäische Kommission, die Mitgliedstaaten der EU und somit auch Unternehmen, den Anforderungen der modernen Informationsgesellschaft und der entsprechenden Gesetzgebung gerecht zu werden. ENISA soll als Ansprechpartner und für den Informationsaustausch dienen.

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