edaWorkshop für europäische Kooperation beim Elektroauto

(PresseBox) (Hannover, ) Mit Spannung erwartet wurde beim 6. edaWorkshop in Dresden die Podiumsdiskussion zum Thema "Elektroauto". Nahezu täglich gibt es Meldungen rund um das emissionsarme Fahren, ohne einen wesentlichen Durchbruch bei der Entwicklung der Mobilität verkünden zu können, der die Belastungen der Umwelt entscheidend verringert. In diesem Jahr hatte der edaWorkshop gemeinsam mit der europäischen Forschungsinitiative CATRENE/MEDEA+ erstmalig die nationalen Schranken aufgehoben, um den europäischen Experten der Entwurfsplanung nanoelektronischer Systeme (EDA) Raum für einen Erfahrungsaustausch zur Lösung dieses weltweiten Zukunftsproblems zu geben.

Auf dem Podium diskutierten Christian Sebeke (Bosch), Jochen Langheim (STMicroelectronics), Christian de Vries (NXP, niederländischer Hersteller von Halbleitern und Systemlösungen für den Automobilmarkt) und Prof. Bernd Ponick (Leibniz Universität Hannover) über das zukünftige "Ökosystem" und speziell ein Elektroauto, in dessen Entwicklung die Leistungsträger nanoelektronischer Forschung in Europa ihre Ergebnisse einbringen sollen. Für Prof. Bernd Ponick gibt es insbesondere in den Bereichen Elektromotor, Leistungselektronik, Sicherheit und Energieverbrauch noch viele offene Fragen, die nur durch Zusammenarbeit der Automobilzulieferer beantwortet werden könnten. Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen OEM (Originalausrüstungshersteller fertiger Komponenten oder Produkte) und Halbleiterfirmen müsse deutlich verbessert werden, betonte auch Langheim. Er wies dabei insbesondere auf die notwendige Standardisierung hin. Trotz allem erwartet er, dass im Jahre 2020 das Elektroauto eine echte Alternative zum herkömmlichen Auto mit Verbrennungsmotor sei und sich der Markt dafür dann etabliert habe.

Die Bedeutung der notwendigen Kooperation, um in Europa bedarfsgerechte Elektroautos zu entwickeln, betonte auch Christian de Vries. Aufgrund des großen Know-hows der Mikroelektronik- und Halbleiterindustrie sowie der Forschungseinrichtungen besitze die europäische Automobilindustrie eine hervorragende Ausgangsposition im Weltmarkt. Bei aller Euphorie gab er jedoch zu bedenken, dass es in vielen Bereichen wie z.B. EMV/ESD (elektromagnetische Verträglichkeit), Multi-Chip, Verifikation sowie Analogsimulation noch genug zu tun gäbe.

Christian Sebeke leitete besonders den Anteil der EDA an der Entwicklung eines europäischen Elektroauto-Ökosystems ab. Der Wunsch nach robusten und zuverlässigen elektronischen Systemen, insbesondere für Automobilanwendungen, sei vor allem in Europa der Treiber für EDA, betonte er.

In der anschließenden Diskussion mit dem Auditorium wurde die Notwendigkeit betont, dass eine Zusammenarbeit aller am Elektroauto beteiligten Zweige nur mit geeigneter Standardisierung effizient und erfolgreich möglich sei. Dies ist auch eine Forderung an die neue Generation der EDA-Werkzeuge, die dafür sorgen müssen, dass die im Elektrofahrzeug erforderlichen Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Dass ein Elektroauto auch im Automobilbau bisher nicht bedachte Neuigkeiten mit sich bringt, zeigt ein kleines Beispiel: Elektrofahrzeuge erzeugen keine Abwärme, die zur Heizung der Fahrerkabine verwendet werden kann. Gerade beim umweltbewussten Nordeuropäer ist dies aber eine Bedingung, die nicht vernachlässigt werden darf.

Dirk Friebel, Mitglied des Präsidiums und Vorstandsvorsitzender der VDE/VDI GMM Gesellschaft für Mikroelektronik, Mikro- und Feinwerktechnik, zur Veranstaltung: "Das BMBF und das edacentrum haben es wieder einmal ermöglicht, eine hochkarätige Expertenrunde zusammenzubringen. Hierbei wurden aktuelle Anwendungen und deren technische Herausforderung angesprochen und deutlich hervorgehoben, dass der Entwurfsprozess kontinuierlich weiterentwickelt werden muss. Einmal mehr konnten Experten in der Wertschöpfungskette der Mikroelektronik und deren Anwender Antworten erhalten, die es ohne die vorausschauende Förderung des BMBF nicht geben würde. Ich halte es für eine wichtige Veranstaltung, die aufzeigt, welche enormen Forschungsanstrengungen erforderlich sind, um innovative Systeme als erster in den verschieden Märkten anzubieten. Forschungskooperationen von Industrie und Wissenschaft in Deutschland sind hierbei die Plattformen. Diese werden erst durch Forschungsprogramme des BMBF effizient ermöglicht. EDA spielt hierbei immer eine dominierende Rolle."

edacentrum e.V.

Das edacentrum ist eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Institution zur Unterstützung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet Electronic Design Automation (EDA). Es initiiert, begutachtet und begleitet industriegeführte und vom BMBF geförderte EDA-F&E-Projekte und bietet ein umfangreiches Spektrum an Dienstleistungen rund um EDA an. Weiterhin unterstützt es die Bündelung vorhandener EDA-Kompetenz an deutschen Forschungseinrichtungen durch die Stimulation von EDA-Clusterforschungsprojekten und von EDA-Netzwerken. Zusätzlich betreibt das edacentrum Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, die Entwurfsautomatisierung als zentralen Lösungsgedanken für das Komplexitätsproblem der Mikroelektronik im höheren Firmenmanagement, in der Politik und in der Öffentlichkeit stärker transparent zu machen.

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