"Umweltportal Deutschland" soll Datendrehscheibe werden

disy entwirft Konzept: OGC-basierte Infrastrukturen für Massendaten gesucht

(PresseBox) (Karlsruhe, ) Im Auftrag der Koordinierungsstelle für das Umweltportal Deutschland (PortalU) im Niedersächsischen Umweltministerium wird die Karlsruher disy Informationssysteme GmbH ein Konzept vorlegen, wie in dem Webportal direkte Zugriffe auf verteilte Datenbanken mit Messdaten aus dem Umweltsektor realisiert werden können. Bislang können in dem Angebot unter www.portalu.de vor allem Metadaten, Textdaten und Webseiten mit aufbereiteten Informationen aus den Umweltverwaltungen des Bundes und der Länder zentral recherchiert werden.

Mit dem Auftrag für ein Konzept, wie aus dem Umweltportal Deutschland (PortalU) eine echte Datendrehscheibe werden kann, die dem Nutzer direkte Zugriffe auf Messdaten in entsprechenden Datenbanken der Umweltverwaltungen des Bundes und der Länder erlaubt, betritt die disy Informationssystem GmbH wieder einmal technisches Neuland.

Hauptarbeit der Datenmanagement-Experten des Unternehmens wird es sein, Spezifikationen des Open Geospatial Consortiums (OGC) daraufhin zu überprüfen, ob und wie sie im Rahmen einer Weiterentwicklung von InGrid Verwendung finden können, der auf Open-Source-Komponenten basierenden IT-Architektur des PortalU. Als Forschungspartner konnte disy das Fraunhofer IITB, Karlsruhe, gewinnen, das seit mehreren Jahren im Rahmen von europäischen Forschungsprojekten bei der Entwicklung von OGC-Standards mitarbeitet.

Insbesondere der noch junge Sensor Observation Service (SOS) des OGC käme als Neuerung für das Portal in Frage. Er bietet eine standardisierte Schnittstelle, um in Form eines Datendienstes Massendaten aus Datenbanken in PortalU zu integrieren, beispielsweise Messreihen eines einzelnen Sensors für den Feinstaubgehalt der Luft. Gewünscht ist dabei die Möglichkeit, die Standorte der Sensoren in der Webmapping-Komponente des Portals anzuzeigen und so auch einen geobasierten Zugriff auf die Daten zu ermöglichen. Mittel- und langfristig steht diese Erweiterung des PortalU im Zusammenhang mit den Überlegungen der Europäischen Union zum Aufbau eines gemeinsamen europäischen Umweltinformationssystems (Shared Environmental Informationen System - SEIS). Darüber hinaus bedeutet der angestrebte einfache Austausch von Massendaten innerhalb der Umweltverwaltung zugleich einen Ausbau des E-Governments. Mit dem Projekt verbunden ist in jedem Fall als innovative Entwicklung die Integration eines entsprechenden SOS-Viewers, der bislang noch nirgendwo realisiert wurde.

Die Experten von disy werden untersuchen, welche existierenden Frameworks für diese Anwendung in Frage kommen. Denkbar ist auch, dass Komponenten der hauseigenen Software Cadenza Verwendung finden. Das Produkt ist marktführend, wenn es darum geht, integriert in Sach- und Geodaten zu recherchieren, diese geeignet aufzubereiten und tabellarisch sowie in Diagrammen und Karten darzustellen. Diese Fähigkeiten entsprechen exakt den Anforderungen. Da Cadenza außerdem bei vielen Umweltverwaltungen der Länder - den Datenhaltern im Rahmen von PortalU - bereits im Einsatz ist, könnte Cadenza für zahlreiche Synergien sorgen. Zudem beruht die gesamte Kerntechnologie für Cadenza auf disy-eigenen Entwicklungen, so dass es keine Schwierigkeit darstellen würde, einzelne technische Komponenten aus dem Programmpaket herauszulösen und für die Gesamtlösung passend zu lizenzieren. Gleichwohl wird die Prüfung aller Möglichkeiten von disy im Sinne des Auftraggebers ergebnisoffen durchgeführt.

Der Auftrag für die Weiterentwicklung des PortalU-Konzepts in Richtung eines Datenviewers mit direkter Anbindung an entsprechende Dienste beinhaltet auch, Überlegungen zur Konfiguration passender Serverlösungen auf Seiten der Datenhalter beizusteuern. Nicht zuletzt hier sieht Dr. Fred Kruse von der Koordinierungsstelle des PortalU im Niedersächsischen Umweltministerium besondere Herausforderungen: "Erfahrungsgemäß liegen die numerischen Messwerte bei den verschiedenen Verwaltungen in sehr heterogener Form vor und dürfen nicht in allen Fällen unbearbeitet von außen zugreifbar sein." Für dieses Problem konzipieren die disy-Experten zusammen mit den Wissenschaftlern des Fraunhofer IITB einen maßgeschneiderten "Generischen SOS-Server", der wie ein Puffer zwischen Datenbank und SOS-Schnittstelle liegt und nach außen für eine homogene Zugriffsmöglichkeit sorgt, während in Richtung Datenbank jeweils länder- und lösungsspezifische Datenbankschemata die gewünschten Messdaten zur Verfügung stellen.

Nach Ansicht von disy-Geschäftsführer Claus Hofmann macht der Auftrag für das erweiterte PortalU-Konzept deutlich, welches Vertrauen sein Unternehmen auch bei reinen IT-Dienstleistungen genießt. "Vor allem unser Know-how beim Aufbau von und der Beratung für Geodateninfrastrukturen und Service-orientierte Architekturen (SOA) im Umfeld des OGC wird mit diesem Projekt deutlich."

Disy Informationssysteme GmbH

Die disy Informationssysteme GmbH ist ein unabhängiges Software- und Beratungshaus mit Sitz in Karlsruhe. Die Produkte und Lösungen basieren auf innovativen Ideen und modernsten Technologien. Die Kunden schätzen die Software von disy ebenso wie den partnerschaftlichen Umgang bei der Praxis- und Nutzerorientierten Weiterentwicklung. Das 1997 gegründete Unternehmen beschäftigt derzeit ein 60-köpfiges Team.

Von Anfang an hat das Unternehmen einen Schwerpunkt auf Systeme gelegt, die GIS und Reporting eng miteinander verknüpfen. Damit ist disy weltweit einmalig. Die Kunden nutzen die Spatial-Reporting-Plattform disy Cadenza, um Informationen aus unterschiedlichen Geo- und Sachdatenbanken zu integrieren, zu analysieren und als Berichte aufzubereiten. Software für das Management von Geo-Metadaten sowie ein eigenes Desktop-GIS bereichern die Produktpalette. Die disy-Produkte sind in öffentlichen Verwaltungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene erfolgreich im Einsatz und bilden das Rückgrat für moderne Geodateninfrastrukturen.


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