Zbigniew Brzezinski: "Iran-Krieg hätte erhebliche Konsequenzen"

(PresseBox) (Bonn, ) In einem Interview der Deutschen Welle hat sich der ehemalige Sicherheitsberater des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter, Zbigniew Brzezinski, über den Streit zwischen Israel und Iran geäußert.

Auf die Frage welche Optionen die internationale Staatengemeinschaft gegenüber dem Iran hat:

"Die USA müssen dem Iran unmissverständlich und überzeugend zu verstehen geben, dass jede Drohung des Iran gegenüber seinen Nachbarn im Nahen Osten - Araber und Israelis - eine direkte Bedrohung der USA darstellt. Ein Krieg hätte erhebliche Konsequenzen für Amerika, für die internationale Staatengemeinschaft und die Weltwirtschaft. Die Instabilität im Nahen Osten und in Teilen Asiens, vor allem im Irak und Afghanistan, würde wachsen, und auch Israel würde auf lange Sicht darunter zu leiden haben."

Zu den Drohungen der israelischen Regierung, notfalls allein militärisch gegen den Iran vorgehen zu wollen:

"Ich begreife nicht, nach welchem Prinzip der internationalen Ordnung ein Land, das selbst Atomwaffen hat, kategorisch einem anderen Land ein Atomprogramm absprechen kann. Israel scheint das Recht für sich zu beanspruchen, einen Krieg beginnen zu können, um das Atomprogramm Irans außer Kraft zu setzen. In der Erwartung, dass die internationale Staatengemeinschaft und besonders die USA dies unterstützen. Und das, obwohl die Staatengemeinschaft und die USA kurzfristig möglicherweise schlimmere Konsequenzen davontragen als Israel."

Zur Rolle Europas sagte der ehemalige US-Politiker:

"Unsere Freunde, zum Beispiel Deutschland, sollten sich nicht hinter unserem Rücken verstecken. Die Europäer sollten sich aus eigenem Interesse ihrer Rolle bewusst sein, denn die negativen Auswirkungen für ihre Wirtschaft wären im Falle eines bewaffneten Konflikts am Golf schwerwiegend. Also sollte die Last nicht nur auf den US-amerikanischen Schultern ruhen."

Das Interview im Wortlaut: http://www.dw.de/...
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