Shirin Ebadi mit Internationalem Demokratiepreis Bonn ausgezeichnet

(PresseBox) (Bonn, ) .
- Iranische Friedensnobelpreisträgerin zweite Trägerin des Preises
- Staatsminister Werner Hoyer: "Eine ganz außergewöhnliche Persönlichkeit"

Die iranische Anwältin, Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi ist am Donnerstag (20. Mai) mit dem Internationalen Demokratiepreis Bonn ausgezeichnet worden. Der Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, Deutsche Welle-Intendant Erik Bettermann, überreichte ihr bei einem Festakt im ehemaligen Ballhaus La Redoute in Bonn die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt vor rund 250 Gästen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien der Staatsminister im Auswärtigen Amt Werner Hoyer, MdB.

"Shirin Ebadi kämpft seit vielen Jahren unerschrocken dafür, dass in Iran die verfassungsrechtlich verbürgten Rechte auch tatsächlich eingehalten werden, insbesondere die Rechte von Frauen und Kindern", begründete Bettermann die Entscheidung der Jury. "Seit den Präsidentschaftswahlen 2009 und den anschließenden innenpolitischen Auseinandersetzungen ist die Friedensnobelpreisträgerin immer wieder Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Der Verein Internationaler Demokratiepreis Bonn will mit der Preisverleihung Shirin Ebadi persönlich auszeichnen, angesichts einer sich zuspitzenden innenpolitischen Auseinandersetzung aber auch Solidarität mit der Demokratiebewegung im Iran zeigen."

Shirin Ebadi sagte in ihrer Dankesrede: "Dieser Preis gehört all den Menschen und Gruppen in Iran, die in den zurückliegenden Jahren für die Demokratie gekämpft und dabei kein Opfer gescheut haben. Die Grüne Bewegung ist eine demokratische, also keine ideologische Bewegung. Sie vereint Menschen mit unterschiedlichen Auffassungen und Neigungen. Zum ersten Mal schlossen sich unterschiedliche iranische Gruppen zusammen, um gemeinsam Demokratie und Menschenrechte zu fordern - selbst wenn sie dafür mit ihrem Leben und ihrer Freiheit bezahlen müssten. Wenn sich ein Volk so einig und aufopfernd für die Demokratie einsetzt, wird es unbedingt siegen."

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, hob in seiner Laudatio hervor: "Mir imponiert Ihre Entschlossenheit, für die Frauen und Kinder, aber auch die Männer in ihrem Land einzustehen. Mir imponiert Ihr Mut, nie aufzugeben, wenn man Ihnen Steine in den Weg legt. Wie verständlich wäre es, wenn Sie angesichts all der Schwierigkeiten, die man Ihnen nicht erspart hat, verbittert aufgegeben hätten. Aber Sie haben nie zugelassen, dass aus Querschlägen Rückschläge wurden. Dafür möchte ich Ihnen danken."

Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch unterstrich, Shirin Ebadi gehöre "zu den Menschen, die in ihrer Gesellschaft Verantwortung übernehmen". Er mahnte, "die Konflikte im Iran nicht auf den Atomstreit zu reduzieren". Als deutsche UNO-Stadt engagiere sich Bonn heute "für die Förderung von Demokratie und Freiheit, für Menschenrechte und eine sozial gerechte, nachhaltige Entwicklung in der Welt".

NRW-Integrationsminister Armin Laschet sagte bei einem feierlichen Essen zu Ehren der Preisträgerin, Shirin Ebadi mache deutlich, "dass der Iran mehr ist und mehr sein kann als ein autokratisches Herrschaftssystem, mehr als ein Land, in dem Unfreiheit und Unterdrückung herrschen". Die Friedensnobelpreisträgerin erinnere die Menschen im Westen daran, "dass Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte ganz und gar nicht selbstverständlich, sondern überaus kostbar sind".

Erster Preisträger war 2009 der frühere tschechische Staatspräsident Václav Havel gewesen, der für sein Lebenswerk gewürdigt wurde.

Der Internationale Demokratiepreis Bonn wird mindestens alle zwei Jahre verliehen. Ausgezeichnet wird eine natürliche oder juristische Person, die sich um die Demokratisierung und Menschenrechte in ihrem Land in herausragender Weise verdient gemacht hat. Der Internationale Demokratiepreis Bonn hat zum Ziel, eine Brücke zwischen den erfolgreichen Erfahrungen der Bundesrepublik Deutschland und internationalen Entwicklungen der Demokratisierung zu schlagen.

Der Preis wird in Form einer Glasskulptur verliehen. Diese wurde von Studenten des Staatlichen Berufskollegs Glas-Keramik-Gestaltung des Landes NRW entworfen und hergestellt.

Bereits am heutigen Vormittag (20. Mai) war im Bonner Museum Koenig der von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgerichtete Jugenddemokratiepreis vergeben worden. Der Preis wird an ein Projekt vergeben, das sich in herausragender Weise für mehr Demokratie oder aktive Partizipation junger Bürger in Europa einsetzt.

www.demokratiepreis-bonn.de

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