Kleiner Muck ganz groß

Sensibles Farb- und Materialkonzept für Kinder- und Jugendwohngruppe

(PresseBox) (Ober-Ramstadt, ) Die heilpädagogischen Kinder- und Jugendeinrichtungen des Vereins Kleiner Muck in Bonn wollen ihren Bewohnern ein behagliches Zuhause bieten. Ein Zuhause auf Zeit für Jugendliche, die verhaltensauffällig sind, emotional vernachlässigt wurden oder in ihrer Entwicklung gestört sind. Damit die jungen Menschen sich in den Einrichtungen des Vereins wohl fühlen, ist es wichtig, dass diese Sicherheit und Harmonie ausstrahlen. Hier spielt die Raumkonzeption, funktional und ästhetisch betrachtet, eine große Rolle. Das Caparol FarbDesignStudio hat ein Konzept für die Innenraumgestaltung entwickelt, das in der Wahl der Farben, Materialien und Möbel die besonderen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt. Es basiert auf den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien zur Wirkung von Farbe auf das Wohlbefinden der Menschen. "Es war uns bei der Gestaltung ein besonderes Anliegen, das Wohnliche zu betonen, damit die Kinder und Jugendlichen sich geborgen fühlen", erklärt Farbdesignerin Martina Lehmann, die das Konzept gemeinsam mit ihrer Kollegin Andrea Girgzdies erarbeitet hat.

Ziel war es, ein allgemeingültiges Gestaltungskonzept zu entwickeln, das sich möglichst flexibel in allen Häusern des Vereins umsetzen läßt. Im Gut Ettenhausen, einer der vier Einrichtungen des Kleinen Mucks, ist der Entwurf größtenteils umgesetzt worden. Hier sind bereits sechs Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren neu eingezogen. "Das Konzept beinhaltet gut aufeinander abgestimmte Farbtöne und ist sehr harmonisch", lobt Architekt Dieter Husmann, der vor Ort die Neugestaltung des geräumigen Backsteinhauses betreut hat.

Identifikation und Geborgenheit

Grundlage des Caparol-Farbkonzepts war eine der vier Präsentationsbücher der Reihe "Home & Care", die die Health & Care Network Group (HCNG) als Entscheidungshilfe für die Gestaltung von Wohnräumen heraus gibt. In der Health & Care Network Group haben sich führende Handels- und Industrieunternehmen zusammengeschlossen. Für vier verschiedene Gestaltungsthemen werden in den Collagenbüchern stimmige Farb- und Materialzusammenstellungen präsentiert. Den Verein Kleiner Muck sprach die natürliche Anmutung der Farbwelt "Harmonie & Regeneration" besonders an, in dem frische, zarte Grünnuancen, Creme- und bläuliche Weißtöne durch warme Orange- und Brauntöne abgerundet werden. Die dargestellten Farbkombinationen ließen sich für die Gestaltung der Kinder- und Jugendwohngruppen des Kleinen Mucks mit entsprechender Anpassung an die spezielle Nutzergruppe und die verschiedenen Funktionsbereiche ausgezeichnet umsetzen. In das Konzept wurden neben den Wandbeschichtungsmaterialien von Caparol, Witex-Bodenbeläge, Tretford-Teppiche und für die Möbel Thermopal-Schichtstoffe der HCNG-Partner eingebunden.

Durch die Berücksichtigung aller raumprägenden Oberflächen ist ein ganzheitliches Konzept entstanden. Die Farbatmosphäre der verschiedenen Funktionsbereiche charakterisiert und differenziert die Räume je nach Nutzung und Verweildauer. Dadurch erhalten unterschiedliche Räume ihr eigenes, individuelles Erscheinungsbild und stehen gleichzeitig doch im Kontext miteinander, denn einige Materialien und Farbigkeiten ziehen sich wie ein roter Faden durch die Einrichtung. Dies ist wichtig, um den Gemeinschaftsaspekt zu unterstützen und die Identifikation der Kinder und Jugendlichen mit "ihrem Zuhause" zu fördern.

Harmonische Gestaltung

Ein Schwerpunkt des Farbkonzepts lag auf der Gestaltung der Kinder- und Jugendzimmer, die von den Bewohnern als Rückzugsräume zum Entspannen, Schlafen und Arbeiten genutzt werden. Die Einzelzimmer zeigen besonders deutlich, dass die funktionalen und ästhetischen Aspekte gleichermaßen sorgfältig bedacht wurden. Die Kinder und Jugendlichen, die im Schnitt drei Jahre in der Einrichtung wohnen, können selbst mitbestimmen welcher Entwurf mit welchen Akzenttönen in ihrem privaten Zimmer zum Einsatz kommen soll. Dadurch wird eine Verbundenheit zu den eigenen vier Wänden geschaffen, die das Gefühl vermittelt, willkommen zu sein und selbst etwas entscheiden zu dürfen. Die Entwürfe für die Jugendzimmer basieren auf zwei unterschiedlichen Hauptwandtönen: ein lichtes Grün oder ein helles Blau, beides Farben der Entspannung und des Rückzugs. Das ausgewählte Grün assoziiert Natürlichkeit und Frische, es kann beruhigend, ausgleichend, sogar lärmdämpfend wirken. Das zarte Blau erscheint ruhiger, weitend und wirkt zudem konzentrationsfördernd. In Kombination zu den Hauptwandtönen stehen jeweils drei Lasurfarbtöne (Arte-Lasur) für Akzentflächen zur Auswahl, die einen farblichen Ausgleich schaffen und gleichzeitig als formales gestalterisches Element eingesetzt werden können. Das geschieht jedoch auf unkonventionelle Art, zum Beispiel wie ein schützender Baldachin über dem Bett, indem die Akzentfläche von der Wand sogar auf einem Teilbereich der Decke fortgeführt wird.

Angenehme Atmosphäre

Farblich auf die Zimmergestaltung abgestimmt sind auch die Möbeloberflächen aus Thermopal-Schichtstoff in Graugrün mit kräftigen gelbgrünen Akzenten. Interessante Details machen die Möbel flexibel und individuell wie beispielsweise zwei ausziehbare Bettkästen: einerseits als Box zum Verstauen persönlicher Sachen, andererseits dient ein Auszug als "chill out area". So lädt das Zimmer auch zum Musikhören, Lesen und Entspannen ein und dient nicht nur als Schlafkammer. Ein Korkboden mittlerer Helligkeit vermittelt Standfestigkeit und Wärme - für mehr Behaglichkeit ist zusätzlich ein Teppich vorgesehen.

Die speziell auf die jungen Bewohner abgestimmten Materialien und Farbigkeiten sowie die Formensprache erzeugen ein ausgewogenes Gesamterscheinungsbild. "Die Kinder sind sehr schnell hier angekommen", berichtet die Leiterin der Gruppe in Gut Ettenhausen, Carina Sonntag. Die jungen Bewohner fühlten sich gut aufgehoben in den neuen Räumen. "Solche Kinderzimmer wie hier hat lange nicht jedes Kind." Auch Eltern und Jugendamtsmitarbeiter seien begeistert von der Gestaltung des Hauses: "Es ist alles aus einem Guss, die Farben wiederholen sich, das schafft eine schöne Atmosphäre", sagt Sonntag.

Der Wohnbereich ist in warmen Gelb-Orange-Tönen gehalten, die eine gemütliche Farbstimmung ergeben. In diesen Aufenthaltsräumen, die eine besonders wohnliche Atmosphäre ausstrahlen, stehen der Austausch und die Gemeinschaft im Vordergrund. In Kombination mit weiteren Grün- und Blautönen als Akzentflächen wirken die Räumlichkeiten natürlich und munter. Dieser Eindruck wird sowohl durch den Korkboden als auch durch die Wandbeschichtungen mit der Strukturfarbe MultistructurStyle und FantasticFleece verstärkt. Eine Schrankwand mit Fronten in heller Holzoptik und farbig akzentuierten Rückwänden in Hellblau, Dunkelrot und Orangerot verleiht dem großen Möbel einen spielerischen, lebendigen Charakter - ein deutlicher Kontrast zu den sonst üblichen Einrichtungsgegenständen für die "Erwachsenenwelt".

Flur und Treppenhaus gelten als Verkehrsbereiche und brauchen daher besonders robuste Wandbeschichtungen. Ein hellgrüner Capadecor-Putz wurde daher als Beschichtungsmaterial für den Sockel verwendet. Gleichzeitig soll neben den funktionalen Aspekten der "Durchgangsraum" auch zum Ankommen und kurzen Verweilen einladen.

Daher empfiehlt das Farbkonzept eine rotorange Metallocryl-Beschichtung als zusätzliche Akzentfläche und ein multifunktional zu nutzendes Möbel als Schuhschrank und Sitzbank. In dem Konzept des FarbDesignStudios ist der Schrank als Stauraum vorgesehen und kann parallel mit farbigen Filzauflagen zum Sitzen genutzt werden. Die Oberflächen des Flurmöbels korrespondieren farblich mit den Möbeln von Jugendzimmer und Wohnbereich. Dadurch entsteht wieder eine optische Verbindung der verschiedenen Räume miteinander.

Auch Besprechungsraum, Betreuerzimmer, Bad und Küche sind in das Konzept des FarbDesignStudios integriert. Der Besprechungsraum gilt als Ort der Kommunikation, in dem auch mal Konflikte diskutiert und gelöst werden. Starke Akzente würden die erforderliche Ruhe stören. Ein helles Blau ist dagegen eine ideale Raumfarbe, um für "Luft" zu sorgen und Ausgleich zu schaffen. Im Betreuerzimmer geht es wohnlicher zu, die Farbigkeit korrespondiert mit den Jugendzimmern, allerdings sorgen ausschließlich warme Akzentfarbtöne für das Wohlbefinden der Betreuer.

Man darf gespannt sein auf die weiteren Umsetzungen des Konzepts in den übrigen Häusern des Kleinen Mucks. Der Anfang ist gemacht, und das positive Feedback motiviert sehr, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Bautafel

Objekt:
Heilpädagogische Kinder- und Jugendeinrichtungen Kleiner Muck

Bauherr:
Verein Kleiner Muck, Bonn

Architekt:
Architekturbüro Dieter Husmann, Bonn

Verarbeiter:
Fa. Kielbassa, Troisdorf

Farbgestaltung:
Caparol FarbDesignStudio

Verwendete Produkte:
- Capadecor Putz
- Indeko-plus
- Capadecor Arte-Lasur
- FantasticFleece
- MultistructurStyle
- Metallocryl Interieur

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