Verband IT-Mittelstand schlägt Alarm: Konjunkturprogramme ohne IT-Mittelstand!

(PresseBox) (Aachen, ) Der Verband IT-Mittelstand kritisiert die Umsetzung der öffentlichen Kreditförderung und warnt vor Bevorzugung der IT-Industrie und großer Telekommunikationsunternehmen gegenüber dem IT-Mittelstand hinsichtlich der Konjunkturprogramme der Politik.

Die IT-Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren konsolidiert. Die Geschäftsmodelle sind nach den Börsenumwälzungen der Jahrtausendwende solider geworden. Jetzt aber drohen die erreichten Erfolge im Strudel der verschlechterten Wirtschaftsentwicklung und der Finanzkrise unterzugehen.

Bereits im letzten Jahr hatte der Verband ITMittelstand vor einer Kreditklemme gewarnt, die damals noch von der Politik bestritten wurde. Zu den Auswirkungen der Finanzkrise wurde vom Verband IT-Mittelstand unter mittelständischen IT-Unternehmen eine Umfrage durchgeführt, deren aktuelle Resultate jetzt vorliegen und die der Verband auf einer Pressekonferenz anlässlich der CeBIT vorstellen wird. Die Unternehmen wurden unter anderem zur öffentlichen Kreditförderung und ihren geschäftlichen Erwartungen befragt. Das Ergebnis ist deutlich: Viele üben Kritik am Rating der Banken und fühlen sich über die öffentliche Kreditförderung schlecht informiert.

Auf den Wirtschaftsabschwung reagiert die Politik mit groß angelegten Konjunkturprogrammen, auch für die ITKBranche, doch nützen diese ebenfalls dem IT-Mittelstand? Der auf dem dritten IT-Gipfel beschlossene Ausbau der Breitbandnetze dient vorwiegend den großen Telekommunikationsunternehmen, während mittelständische und unabhängige Software-Produzenten das Nachsehen haben. Großunternehmen wie Opel sind in der öffentlichen Diskussion, aber kleine und mittelständische Firmen werden dem lautlosen Sterben überlassen.

Der Verband IT-Mittelstand engagiert sich jedoch nachdrücklich dafür, dass nicht nur die bereits Starken gefördert werden, sondern dass ein starker IT-Mittelstand ebenso bedeutsam für die Zukunft der deutschen Wirtschaft ist. Aus diesem Grund werden auf der Pressekonferenz des Verband IT-Mittelstand alternative Vorschläge unterbreitet.

Öffentliche Projekte, wie die elektronische Gesundheitskarte und die Einrichtung eines schlanken EGovernments, dürfen nicht ohne die Beteiligung der ITKMUs gestaltet werden, denn diese kennen durch ihre tägliche Arbeit die tatsächlichen Problemlagen und wollen keine überdimensionierten Lösungen verkaufen.

Fehler, wie beim Online-Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit (BA), dürfen sich nicht wiederholen. Zur Erinnerung: Bei der Auftragsvergabe an den globalen ITDienstleister Accenture waren noch Kosten von 57,5 Millionen Euro erwartet worden. Zwischenzeitlich stieg die Summe auf 77 Millionen und lag dann bei über 100 Millionen Euro.

"Besonders dubios wird die Sache beim so genannten Job-Roboter. Der sucht für die BA im Internet nach offenen Stellen bei anderen Anbietern. Da der Auftragswert drei Millionen überstieg, hätte die BA europaweit ausschreiben müssen. Stattdessen ging der Auftrag an Accenture. Und deren Lösung hat ersten Prüfungen nicht standgehalten", beschreibt Thorsten Harms, Reporter des Hessischen Rundfunks, eine der vielen Widersprüche der Auftragsvergabe.

Seltsame Ironie der Geschichte: Die BA überließ die Kostenkontrolle der Firma Accenture. Welcher ITMittelständler hat jemals unter solchen Bedingungen gearbeitet? Kostendruck und harter Wettbewerb bestimmen den Geschäftsalltag der KMUs.

Die Ungereimtheiten beim Online-Arbeitsmarkt der BA und vielen anderen Projekten lassen sich nur auf eine Weise erklären. Die Interessensvertretung der IT-Industrie hat reale Auswirkungen, häufig zu Lasten des Steuerzahlers, während der IT-Mittelstand kaum Gehör findet. Der Verband IT-Mittelstand als Sprachrohr der IT-KMUs hält jedoch dagegen. Um seiner Position Nachdruck zu verleihen, fordert dieser deswegen eine Vernetzung der unterschiedlichen Organisationen des IT-Mittelstands von der regionalen bis zur europäischen Ebene.

Zur Pressekonferenz, die im Rahmen der CeBIT 2009 ausgerichtet wird und die ebendieses Thema behandelt, sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Bitten nutzen Sie zur Anmeldung die untenstehende Kontaktadresse.

Rahmendaten zur Pressekonferenz:

Datum: Mittwoch, 4. März 2009, von 11:00 bis 12:00 Uhr
Ort: Saal Dresden des Convention Center, Hannover Teilnehmer des VDEB Verband IT-Mittelstand e.V.:

Dr. Oliver Grün, Vorsitzender
Rolf Chung, Verbandsreferent

Bundesverband IT-Mittelstand e.V.

Der Bundesverband IT-Mittelstand ist der einzige IT-Fachverband, der ausschließlich mittelständische Interessen profiliert vertritt.

Die Mitglieder sind in allen Bereichen der IT-Wirtschaft aktiv. Zum Verband gehören sowohl Softwareentwickler und Hardware¬produzenten als auch Systemhäuser und IT-Beratungsunternehmen. Es ist das Ziel des Verbands, durch intensive Netzwerkbildung das Unternehmenswachstum und die Produktivität der IT-KMUs zu beschleunigen und die Marktentwicklung voranzutreiben. Zu diesem Zweck kommuniziert der Verband die Perspektiven, Stärken, Bedeutung, Chancen und Probleme des IT-Mittelstands in der Politik und der Öffentlichkeit. Aus den Anstrengungen des Verbands entstehen fortwährend neue „Business to Business“-Beziehungen und „Private-Public-Partnerships“.

Stellvertretend für seine Mitglieder ist der BITMi Kontaktstelle für Endkunden, die sich auf den neuesten Stand der Informationstechnologie bringen wollen oder nach Lösungen für ihre Probleme suchen. Der Verband organisiert Veranstaltungen, kultiviert ein weitreichendes Partnernetzwerk, realisiert erfolgreiche Public-Relations-Kampagnen und organisiert den Wissenstransfer mit Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Besonders Letzteres ist wichtig für die Fachgruppen des BITMI. Diese Gruppen, zusammengesetzt aus Mitgliedern des BITMI, diskutieren IT-Fachthemen, die von neuen Technologien wie Radio Frequency Identification (RFID) über Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen bis zu Standardisierungen und Regulierungen reichen. Die Resultate der Fachgruppenarbeit werden als Richtlinien, Fallbeispiele und Fachartikel publiziert. Etliche Zertifizierungen des BITMI, wie das BITMI-Gütesiegel oder das ISO 9001-QM-System, basieren auf Arbeiten der Fachgruppen. Abgesehen davon unterstützt der Bundesverband seine Mitglieder mit einer Vielzahl von Dienstleistungen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen.

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