Chancen für die IT-Wirtschaft in 2009 trotz Widerstand aus Politik und Banken – Verband IT-Mittelstand legt Umfrageergebnisse vor

Die Finanzkrise ist von den Banken auf die Automobilindustrie durchgeschlagen. Viele mittelständische IT-Unternehmen erkennen aber auch Chancen für 2009, jedoch nicht aufgrund politischer Maßnahmen, sondern trotz dieser.

(PresseBox) (Aachen, ) Dies geht aus den Ergebnissen einer Umfrage hervor, die vom Verband IT-Mittelstand zur Finanzkrise seit Januar dieses Jahres durchgeführt und jetzt anlässlich der CeBIT vorgelegt wurde. Rund 100 Entscheider aus klein- und mittelständische Unternehmen der IT-Branche wurden befragt.

Von 75% der befragten Unternehmen wurde 2008 als ein erfolgreiches Jahr bewertet, während lediglich 6,7% keine guten Ergebnisse verzeichnen konnten. Für die übrigen Unternehmen war das vergangene Jahr weder ein Erfolg noch ein Verlustgeschäft.

Im Gegensatz zu dieser überwiegend positiven Bilanz für das Jahre 2008 sind die Prognosen für das 2009 nicht gleichermaßen zuversichtlich, wenn auch weitaus besser als die Botschaften anderer Branchen.

Immerhin sind knapp 21% der Unternehmen der Meinung, das Jahr 2009 werde für sie erfolgreich werden und weitere 44,4% der Befragten gaben an, dass sie mit einem zufriedenstellenden Jahr rechnen. Die restlichen 40%, schätzen das kommende Jahr weniger optimistisch ein. Darunter befürchten aber nur 9,5 % ein sehr problematisches Jahr.

Ob derzeit schon Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise im Unternehmen zu bemerken sind, beispielsweise der Verlust von Aufträgen oder die Zahlungsunfähigkeit von Kunden, verneinten 54,1%, wohingegen die verbleibenden 45,9 Prozent dies bejahten.

Als Indikatoren für die Geschäftserwartungen wurden in der Umfrage auch das Marketingbudget und die Personalpolitik für 2009 thematisiert.

Trotz der allgemeinen Wirtschaftslage wollen nur wenige Unternehmen ihr Marketingbudget im Jahr 2009 verkleinern. Annähernd 80% sehen gleichbleibende Ausgaben für das Marketing vor. Auch in der Personalplanung sind die IT-KMUs ist vom allgemeinen Wirtschaftstrend derzeit abgekoppelt. Über die Hälfte der Befragten möchte sogar neues Personal einstellen. Weitere 14,6% werden frei gewordene Stellen ersetzen. Nur rund 29,7 % planen keine neue Einstellungen oder sogar einen Personalabbau.

Zudem lässt die Mehrheit der Unternehmen ihr Investitionsverhalten unbeeinflusst wie bisher. 21,9% sagen sogar gegen den Trend, dass der Zeitpunkt günstig sei, um die Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen zu verbessern, während 21,3% der Befragten es zu riskant finden, während der Finanzkrise zu investieren und das Budget der Übrigen unbeeinflusst bleiben wird.

Sogar eine positive Stimmung ist insgesamt zu verzeichnen. Ganze 78% erkennen Chancen für die IT-Unternehmen in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise. Denn die Endkunden werden mittels IT Rationalisierungseffekte erzielen wollen, so die Überlegung. Anders als beim Platzen der New Economy Bubble wird IT derzeit in vielen Branchen als Lösung denn als Teil des Problems begriffen. Selbst der Finanzsektor beabsichtigt zwar generell, das IT-Budget zu senken, aber im Bereich der IT-Security mehr zu investieren, um der wachsenden Cybercrime-Bedrohung entgegenzuwirken.

So positiv die Stimmung auch innerhalb der IT-Wirtschaft ist, das Urteil gegenüber Banken und Politik ist mehr als kritisch.

Noch im Juni 2008 wurde eine Kreditklemme von der Politik bestritten. Mittlerweile meinen aber rund 32%, dass es schwieriger geworden ist, einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen. Dagegen glauben 16%, dass tatsächlich keine Kreditklemme bestehe. Doch rund 52% der klein- und mittelständischen IT-Unternehmen betrifft dieses Thema sowieso nicht, da sie unabhängig von Bankkrediten sind und andere Quellen zur Refinanzierung nutzen, beispielsweise häufig privates Beteiligungskapital.

Dass die Banken nichts vom IT-Geschäft verstehen, ist die vorherrschende Meinung von 58,6% unter den Befragten. Nur ein Viertel hält das Rating von IT-Unternehmen durch die Banken für angemessen, 27,1% sind der Auffassung es sei verbesserungsfähig.

Ebenfalls viel Kritik wird in der Umfrage des Verband IT-Mittelstand an der Politik geäußert. Nur 1,4% bewerten die politischen Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur als sehr gut, die meisten hingegen finden sie unzulänglich. 47,9% sind sogar der Meinung diese seien mangelhaft, 32,9% vergeben die Note „Ausreichend“ und 17,8% die Note „Gut“.

Ebenso schlecht werden die durch die Politik beschlossenen Förderprogramme für KMUs wie etwa die der KfW-Bank bewertet. Diese sollen die Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln erleichtern. 37,5% bewerten diese mit „Ausreichend“ und 33% mit mangelhaft. Immerhin 19,7% bewerten diese als gut. Dabei wird des Öfteren angemerkt, dass die Hausbanken die öffentlichen Kreditlinien nur sehr zögerlich an die Unternehmen weitergeben. Dies entspricht dem Gesamtbild. Beispielweise sinken die Zinsen für Investitions- und Konsumentenkredite sehr viel geringer als die Leitzinsen, wenn überhaupt. Ein weiterer Kritikpunkt ist die unzureichende Information über die Kreditförderprogramme, die rund 75% der Unternehmen bemängeln. Dem wird der Verband IT-Mittelstand mit einem Infotag im Juni entgegen treten, zu dem unter anderem Referenten der KFW und Bürgschaftsbanken eingeladen sind.

Insgesamt erwarten 65,2% der befragten Entscheider zusätzliche öffentliche Maßnahmen zur Unterstützung der Konjunktur. Dies ist eher auf den gesamten Mittelstand bezogen, da der IT-Mittelstand in vielen Fällen für den breiten Mittelstand tätig ist, getreu dem Motto: IT-Mittelstand für den Mittestand.

Rolf Chung, Julia Ninnemann (5.364 Zeichen inklusive Leerzeichen)

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