Bundeswirtschaftsminister Brüderle legt Unternehmensbefragung zum Fachkräftebedarf (Qualifizierungsmonitor) vor

(PresseBox) (Berlin, ) Die Ergebnisse der im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln und der IW Consult GmbH durchgeführten Unternehmensbefragung zum aktuellen Fachkräftebedarf (Qualifizierungsmonitor) liegen vor.

Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle: "Der gegenwärtige und zukünftige Fachkräftebedarf ist eine Herausforderung, für die wir alle Kräfte bündeln müssen. Das betrifft Akademiker, es betrifft aber auch den Nachwuchs aus der dualen Berufsausbildung. Dieser steht im Fokus des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs, der derzeit mit den Paktpartnern neu verhandelt wird und in Kürze unterzeichnet werden soll."

Für die Untersuchung wurden knapp 1.800 Unternehmen repräsentativ zu ihrer Ausbildungs- und Qualifizierungssituation sowie zum Fachkräftebedarf befragt. Wesentliche Ergebnisse zum Ausbildungsmarkt und zur Ausbildungssituation sind folgende:

Für 2011 planen gut 21 % der Unternehmen, ihr Ausbildungsangebot im Vergleich zu 2009 auszuweiten, 69 % gehen von einem gleich bleibenden Angebot aus und lediglich jedes zehnte plant einen Rückgang.

Die Unternehmen konzentrieren sich nicht nur auf die Ausbildung in einem dualen Beruf. Knapp drei von vier der ausbildungsaktiven Unternehmen bieten Praktika zur Verbesserung der Ausbildungsreife, ein gutes Drittel bietet Einstiegsqualifizierungen an. Im Durchschnitt hält über ein Drittel der ausbildungsaktiven Unternehmen Zusatzqualifikationen (Qualifikationen, die über die vorgeschriebenen Inhalte von Ausbildungsordnungen hinausgehen) bereit. Bei Unternehmen mit 250 und mehr Mitarbeitern steigt der Wert auf über 53 %.

Die Umfrage zeigt, bereits heute beschäftigen viele ausbildungsaktive Unternehmen Jugendliche mit besonderem Förderbedarf:

- 5 % bilden Jugendliche ohne Schulabschluss aus,
- 12,9 % bilden Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung aus,
- 24,3 % bilden Altbewerber aus,
- 29,0 % bilden Jugendliche mit Migrationshintergrund aus.

Um diese Auszubildenden gezielt zu fördern, bieten knapp zwei Drittel der Unternehmen Nachhilfe und Stützunterricht an.

Bundesminister Brüderle: "Die Zahlen belegen, wie stark sich die Unternehmen in der Ausbildung engagieren."

Zwar sind drei von vier Unternehmen bereit, Abstriche bei der gewünschten Qualifikation von Auszubildenden zu machen, dennoch blieben im vergangenen Jahr etwa 75.000 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Hierzu nennt der Qualifizierungsmonitor insbesondere folgende Aspekte: Generell ist für knapp 50 % der Unternehmen eine bessere Schul- und Allgemeinbildung eine notwendige Maßnahme zur Sicherung einer ausreichenden Zahl von geeigneten Bewerbern. 55 % aller befragten Unternehmen beschäftigen bereits heute keine An- und Ungelernten mehr.

Bundesminister Brüderle: "Diese Zahlen müssen von allen Verantwortlichen ernst genommen werden. Für die Jugendlichen bedeutet es, sich frühzeitig auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen, um sich am Bedarf der Wirtschaft zu orientieren. Das erhöht ihren späteren beruflichen Erfolg."

Gut ein Drittel aller Unternehmen, die 2009 Fachkräfte gesucht haben, berichten aktuell von Rekrutierungsproblemen bei Personen mit Aus- oder Fortbildung und bei Akademikern.

Wirtschaftspolitisch brisant sind die Rekrutierungsschwierigkeiten in den Unternehmen mit hohem Exportanteil - hier droht eine Abwanderung ins Ausland. In diesen Unternehmen hatten 18 % vor allem Rekrutierungsschwierigkeiten bei Technikern und 9 % bei Informatikern.

Nach der Ursache für Rekrutierungsengpässe befragt, antworten Unternehmen in Ost- wie in Westdeutschland einstimmig, dass die vorrangige Ursache (87,6 %) der Engpässe ein Qualifikationsproblem ist: Die Bewerber haben unzureichende oder unpassende Qualifikationen. Erst danach wird mit 64,1 % die zu geringe Zahl der Bewerber genannt.

Bundesminister Brüderle: "Um das Qualifikationsproblem zu verringern, müssen Lösungsansätze in der Schulbildung, dem Berufsauswahlverhalten der Jugendlichen sowie einer bedarfsorientierten lebenslangen Weiterbildung gefunden werden. Hieran müssen alle Verantwortlichen mitwirken, um den Fachkräftebedarf zu decken."

Die Ergebnisse sind im Internet über http://www.bmwi.de/... abrufbar.

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