Millionen Deutsche bilden Fahrgemeinschaften per Internet

(PresseBox) (Berlin, ) .
- Handy-Apps ermöglichen dynamische Vermittlung unterwegs
- BITKOM gibt Tipps

Mehr als zwei Millionen Bundesbürger haben in diesem Jahr über das Internet Mitfahrgelegenheiten oder Mitfahrer für Autofahrten gefunden. Dabei sind kostenlose Web-Plattformen erste Wahl. Das geht aus einer neuen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM hervor. Ein noch junger Trend ist es, per Handy Mitfahrgelegenheiten zu suchen oder anzubieten. Für internetfähige Smartphones gibt es spezielle Apps, mit der sich unterwegs Mitfahrer finden lassen. "Mitfahr-Portale und Apps sorgen maßgeblich dafür, dass Mobilität für Millionen Menschen einfacher und günstiger wird", sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Zudem leisten online vermittelte Fahrgemeinschaften einen Beitrag zum Umweltschutz." Insgesamt haben in diesem Jahr schon 11 Millionen Deutsche Fahrgemeinschaften gebildet - entweder als Fahrer oder Mitfahrer. Die meisten davon, rund sieben Millionen Bundesbürger, haben sich mit Arbeitskollegen für gemeinsame Autofahrten verabredet.

Besonders jüngere Menschen teilen sich die Plätze im Auto. In der Generation der 14- bis 29-Jährigen tut das jeder Dritte (rund 30 Prozent). Mit zunehmendem Alter werden die Möglichkeiten seltener genutzt. So bilden nur 7 Prozent der Senioren ab 65 Jahren Fahrgemeinschaften. Bei einem Vergleich einzelner Bevölkerungsgruppen liegen Studenten mit 31 Prozent vorn, aber nur 16 Prozent der Angestellten und 19 Prozent der Selbstständigen beteiligen sich an Fahrgemeinschaften. Zwischen West- und Ostdeutschen gibt es kaum einen Unterschied (16 bzw. 17 Prozent).

Hier zehn Tipps des BITKOM für Mitfahrgelegenheiten (MFG) im Internet:

1. Unterschiedliche Portale

Interessenten sollten mehrere Vermittlungsportale vergleichen. Sehr bekannt sind mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de. Es gibt auch kleinere Portale wie drive2day.de oder mifaz.de. Zudem ist der größte deutsche Autoclub ADAC mit einem eigenen Angebot dabei (www.adac-mitfahrclub.de). Darüber hinaus gibt es spezielle Angebote für Frauen oder Berufspendler. Ein neuer Trend sind Plattformen mit stärkerem Netzwerk-Charakter wie flinc.de, die die spontane Bildung von Fahrgemeinschaften unterwegs ermöglichen. Ferner sind manche stationären Mitfahrzentralen im Web vertreten (etwa citynetz-mitfahrzentrale.de). Etliche Plattformen vermitteln auch Mitfahrgelegenheiten ins Ausland. Um mit Gleichgesinnten Fahrgemeinschaften zu bilden, können sich aber auch Diskussionsgruppen in sozialen Netzwerken eignen.

2. Auswahl der richtigen Plattform

Die meisten Online-Angebote sind zumindest in einer Basisversion kostenlos und finanzieren sich über Werbung. Es gibt aber teils große Unterschiede im Bedienungskomfort - deshalb lohnt sich ein gründlicher Vergleich. Bei manchen Plattformen sind die Telefonnummern der Fahrer auf deren Wunsch frei zugänglich, was eine schnellere Kontaktaufnahme ermöglicht. Andere Portale lassen kostenfrei nur eine Kontaktaufnahme per E-Mail zu und zeigen die Telefonnummern lediglich zahlenden Premium-Kunden. Die Autofahrer müssen in der Regel ein Benutzerkonto anlegen, Mitfahrer je nach Plattform nicht unbedingt. Dabei gilt die Empfehlung, nur solche Daten anzugeben, die für die Nutzung des Dienstes nötig sind. Wer ein Benutzerkonto anlegt, sollte zuvor das Kleingedruckte lesen (Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung).

3. Kontakt zwischen Fahrern und Mitfahrern

Auf den Webseiten vieler Mitfahr-Plattformen können sich Fahrer und Mitfahrer gegenseitig suchen. Die Einträge lassen sich meist nach Angeboten und Gesuchen sortieren, aber auch nach Abfahrts- und Ankunftsort sowie der Abfahrtszeit. Wenn die Vermittlung zwischen Fahrer und Mitfahrer schnell gehen soll, sind ein Telefongespräch oder die Kommunikation per SMS ideal. Je nach Plattform kann aber auch nur eine E-Mail-Adresse angegeben sein. Fahrer und Mitfahrer besprechen meist individuell den genauen Treffpunkt und geben sich nähere Informationen, etwa über das Modell und die Farbe des Autos oder das Kennzeichen. Bei einzelnen Plattformen gibt es inzwischen auch automatisierte Buchungssysteme, bei denen man per Mausklick einen Platz buchen kann. In jedem Fall empfiehlt es sich, Handynummern auszutauschen, um sich bei möglichen Verspätungen anrufen zu können.

4. Bessere Chancen für Anbieter

Fahrer haben die besten Aussichten auf Mitfahrer, wenn sie möglichst genaue Angaben machen. Dazu zählen Abfahrts- und Ankunftsort, geplante Zwischenstopps, die Abfahrtszeit und ungefähre Fahrzeit sowie der Preis pro Mitfahrer. Gern gesehen sind auch Informationen zum Auto, etwa das Modell und Komfort- oder Sicherheitsmerkmale wie Klimaanlage und Winterreifen. Auf populären Strecken entsteht unter Fahrern teilweise ein inoffizieller Wettbewerb um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, so dass einzelne auch Angaben zu ihrem Fahr- und Musikstil machen oder sogar Luxus-Extras wie Lederpolster nennen.

5. Preisgestaltung

Als Faustregel gilt: Autofahrer können je Mitfahrer etwa fünf Euro pro hundert Kilometer verlangen. Ein Beispiel: Für die knapp 200 Kilometer zwischen Berlin und Dresden variieren die meisten Angebote zwischen 9 und 12 Euro. Schwankungen beim Preis können sich auf die Mitfahr-Angebote auswirken. Wer seine Benzinkosten individuell berechnen und durch die Anzahl der Mitfahrer teilen will, kann Fahrpreisrechner nutzen, etwa bei mitfahrgelegenheit.de oder auf der Seite des ADAC-Mitfahrclubs.

6. Mitfahr-Vermittlung unterwegs

Der Trend zu Smartphones und mobilem Internet macht die Kontaktaufnahme zwischen Fahrern und Mitfahrern immer leichter. Mehrere Mitfahr-Portale bieten Mini-Programme (Apps) für verschiedene Handymodelle an, mit denen Interessenten auch unterwegs nach Fahrgemein-schaften suchen können. Besonders modern sind dynamische Vermittlungsangebote, die auch während der Fahrt genutzt werden können (Beispiel: flinc.de). Dabei wird Autofahrern angezeigt, welche Interessenten in der Nähe auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Solche Apps können auch den Umweg berechnen, der zur Abholung der Mitfahrer nötig ist, und den zu erwartenden Preis. Möglich wird die dynamische Vermittlung durch die GPS-Funktion moderner Handys, mit der die Position des Fahrers übermittelt wird. Je nach Anbieter können die Mitfahr-Apps nahtlos in die Navigationssoftware des Smartphones integriert werden.

7. Vertrauen

Vertrauen ist wichtig, wenn man bei Unbekannten mitfährt oder Fremde im eigenen Auto mitnimmt. Wer von einem Fahrer oder Mitfahrer von vornherein keinen guten Eindruck hat, sollte nach seinem Bauchgefühl handeln. Für Mitfahrer gibt es aber viele Möglichkeiten, sich von der Seriosität eines Fahrers zu überzeugen. Dazu zählen detaillierte und glaubwürdige Angaben im Internet, aber auch ein guter Eindruck am Telefon. Zudem können sich Mitfahrer das Kennzeichen notieren oder im Zweifelsfall den Führerschein zeigen lassen. Sehr hilfreich sind Bewertungsfunktionen in vielen Portalen. Mitfahrer können die Anbieter von Fahrgemeinschaften bewerten und ihre Erfahrungen schildern. Andere Mitfahrer können sich an positiven Kommentaren orientieren.

8. Rechtliche Aspekte

Wenn es auf der Fahrt zu einem Unfall kommt und Mitfahrer verletzt werden, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers auch für Schäden von Mitfahrern auf. Von Gesetzes wegen sind Beifahrer in den Schutz der Haftpflichtversicherung einbezogen, die jeder Halter eines Fahrzeugs abschließen muss. Wer sicher gehen will, sollte sich aber vergewissern, dass der Fahrer auch Halter des Wagens ist. Für Fahrer ist die rechtliche Lage weniger einfach, weil sie bei Verschulden unter Um-ständen zumindest teilweise selbst für die Unfallfolgen haften. Das kann etwa beim Überfahren einer roten Ampel der Fall sein. Wer als Fahrer die eigene Haftung so weit wie rechtlich möglich einschränken will, kann seine Mitfahrer eine so genannte "Vertragliche Haftungsbeschränkung" unterschreiben lassen. Formulare gibt es unter anderem beim ADAC. In der Praxis bestehen aber die wenigsten Fahrer auf solchen Formalitäten.

9. Mitfahrer in öffentlichen Verkehrsmitteln

Die Idee der Mitfahrgelegenheiten wird zunehmend auch in öffentlichen Verkehrsmitteln populär. So gibt es Online-Dienste, die Fahrgemein-schaften in Bussen oder Zügen vermitteln: Wenn sich genügend Reisende zusammenfinden, wird der Fahrpreis für den Einzelnen geringer. Auch in diesem Bereich gibt es vereinzelt Portale für spezielle Zielgruppen. So organisieren etwa Fußballfans bei pendlo.de gemeinsame Fahrten zu Spielen - egal, ob per Auto, Bus oder Bahn.

10. Web-Adressen (Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

www.mitfahrgelegenheit.de (großes Portal mit vielen Gratisfunktionen)
www.mitfahrgelegenheit.de/... (Fahrpreisrechner)
www.mitfahrzentrale.de (großes Portal mit mehr Infos für Premiumnutzer)
www.flinc.de (Vermittlung via Web, aber auch dynamisch per Handy-App)
www.adac-mitfahrclub.de (Portal mit clubspezifischen Sonderfunktionen)
www.citynetz-mitfahrzentrale.de (Netzwerk stationärer Mitfahrzentralen)
www.citytocity.de (Verbund stationärer Zentralen mit Online-Suchfunktion)
www.drive2day.de (Anbieter aus Österreich mit vielen Zusatzfunktionen)
www.mifaz.de (Mitfahrzentrale mit regionalem Schwerpunkt Bayern/BW)
www.pendlernetz.de (Portal für regelmäßige Fahrten von Berufspendlern)
www.frauenfahrgemeinschaft.de (Mitfahrgelegenheiten von u. für Frauen)
www.deinbus.de (Busmitfahrzentrale bzw. Vermittler von Gruppenreisen)
www.pendlo.de (Fahrgemeinschaften für Fußballfans per Auto/Bus/Bahn)

Zur Methodik: Basis der Daten zur Nutzung von Mitfahrgelegenheiten ist eine repräsentative Umfrage des Instituts Forsa für den BITKOM. Dazu wurden im Dezember 2011 1.000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt.

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BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. vertritt mehr als 1.600 Unternehmen, davon über 1.000 Direktmitglieder mit etwa 135 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. Hierzu zählen Anbieter von Software & IT-Services, Telekommunikations- und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien. Der BITKOM setzt sich insbesondere für eine Modernisierung des Bildungssystems, eine innovative Wirtschaftspolitik und eine zukunftsorientierte Netzpolitik ein.

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