Firmenlogo Deutscher Journalisten-Verband e.V. Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Pressefach: Deutscher Journalisten-Verband e.V. Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

DJV fordert Freispruch im Dresdner Journalistenprozess

(PresseBox) Berlin, 27.07.2010, Im Prozess gegen die freien Journalisten Thomas Datt und Arndt Ginzel hat der Deutsche Journalisten-Verband Freispruch für beide Angeklagten gefordert. "Eine Verurteilung der beiden Journalisten würde den Rechtsstaat beschädigen und die Pressefreiheit verletzen", betonte die stellvertretende Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser. "Das Verfahren war und ist in unseren Augen der Versuch der Einschüchterung von investigativ recherchierenden Journalisten."

Hintergrund: Bereits seit dem 1. April läuft am Amtsgericht Dresden das Strafverfahren wegen zweier Veröffentlichungen zum Thema "Sachsensumpf" im Spiegel und bei Zeitonline. Die Klageschrift zielt nicht auf den Kern der Beiträge. Vielmehr wurden eher nebensächliche einzelne Formulierungen und im Artikel von Zeit online aufgeworfene Fragen für eine Anklage wegen falscher, ehrverletzender Tatsachenbehauptung, übler Nachrede und Verleumdung herangezogen. Der DJV Landesverband Sachsen unterstützt die beiden freien Journalisten juristisch.

Die Beweisanträge der beiden Journalisten, die diese am letzten Verhandlungstag stellten, sind abgewiesen worden. Dass das Urteil am morgigen Mittwoch fällt, wird von Beobachtern für möglich gehalten. "Eine Verurteilung wäre nicht nachvollziehbar", erklärte Ulrike Kaiser. "Im Prozess wurde durch Zeugenaussagen und Akten, die durch die Angeklagten eingeführt wurden, erwiesen, dass es die im Bericht aufgezeigten Unstimmigkeiten tatsächlich gab." Zeugen hätten zudem bestätigt, dass die angeklagten Kollegen lediglich die Rechercheergebnisse für den Spiegel geliefert, mit der Formulierung des Artikels selbst aber nichts zu tun hatten und auch das Manuskript vor der Veröffentlichung nicht zu Gesicht bekamen.

Vom Landtagsuntersuchungsausschuss in Sachen "Sachsensumpf" erwartet der DJV, dass er den "Dresdner Journalistenprozess" mit all seinen Merkwürdigkeiten in gebührendem Maße in seine Arbeit einbezieht. Es sollte auch die mögliche Einflussnahme von Landesbehörden auf das Strafverfahren gegen die beiden freien Journalisten aufgeklärt werden.

Info
Social Media

Weitere Meldungen dieses Unternehmens

Firmeninfo

Deutscher Journalisten-Verband e.V. Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
Schiffbauerdamm 40
D-10117 Berlin
www.djv.de

Telefon +49 (30) 7262792-0 Karte

Ansprechpartner

Eva Werner
Deutscher Journalisten-Verband
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefax: +49 (30) 7262792-13

Datei-Anlagen

  • [PDF] Pressemitteilung: DJV fordert Freispruch im Dresdner Journalistenprozess 20 kB
 
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo rechts) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton und Informationsmaterialien. Die unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.
Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.
Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH gestattet.