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Facebook nervt mit unerwünschten Einladungen

Datenschutzschwächen in sozialen Netzwerken

Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 7/2010
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 7/2010

(PresseBox) Hannover, 12.03.2010, Facebook missbraucht die Adressbücher seiner Nutzer zur Mitgliederwerbung. Das soziale Netzwerk verschickt im Namen der Anwender E-Mail-Einladungen, sich bei Facebook anzumelden, berichtet das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe 7/10.

Die agressive Mitgliederwerbung kann für Facebook-Nutzer negative Folgen haben: So wurde eine Nutzerin von ihrem Chef gerügt, weil er mehrmals vermeintlich von ihr unterschriebene Facebook-Einladungen erhalten hatte. Sie war zuvor auf das Angebot des Netzwerks eingegangen, die Kontakte aus ihrem Adressbuch einzuladen. Facebook bombardierte die eingesammelten Mail-Adressen im Namen der jungen Frau mehrfach mit Einladungen, sofern die Adressaten nicht schon als Nutzer registriert waren. "Will man dieses Risiko nicht eingehen, sollte man Facebook keinesfalls Zugriff auf sein Postfach gewähren", rät c't-Redakteur Holger Bleich. Immerhin gibt es unter einer ziemlich versteckten Webadresse eine Möglichkeit, die Einladungswelle wieder zu stoppen.

In der Grundeinstellung schützen soziale Netzwerke ihre Nutzer nur unzureichend. Nach der Erstanmeldung sollten neue Nutzer die Datenschutzeinstellungen unbedingt genau prüfen. Es gilt zu entscheiden, welche Daten für die Öffentlichkeit bestimmt sind und ob bestimmte Informationen wie Fotos, die eigene Postadresse oder Alter nur einem eingeschränkten Nutzerkreis vorbehalten bleiben.

Leider ist das nicht immer möglich, etwa wenn man das beliebte Online-Spiel Farmville installiert. Facebook ermöglicht derlei externen Zusatzprogrammen (Apps) den Zugriff auf Daten, die eigentlich nicht frei zugänglich sein sollten. Was damit passiert, ist allein Sache des Entwicklers. "Überspitzt formuliert: Facebook-Anwendungen enthalten sozusagen eine Trojaner-Schnittstelle. Man kann nur beeinflussen, für wen die von den Anwendungen veröffentlichten Daten sichtbar sind", erläutert c't-Experte Holger Bleich. Wer also nicht möchte, dass bei der Bewirtschaftung eines virtuellen Bauernhofs jeder zuschauen kann, muss erneut seine Einstellungen anpassen.

Im Vergleich zu Facebook nehmen die VZ-Netzwerke wie SchülerVZ und StudiVZ mehr Rücksicht auf den Datenschutz. Der Nutzer bestimmt selbst, auf welche Daten externe Anwendungen zugreifen dürfen. Dort ist es auch einfacher, Bilder oder einen ganzen Account wieder zu löschen. Sie erlauben es auch, unter Pseudonym aufzutreten.

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