Vorsichtige Konjunkturerwartungen für Mittel- und Osteuropa

ZEW-Erste Group Bank Konjunkturindikator CEE

(PresseBox) (Mannheim, ) Die Konjunkturerwartungen für Mittel- und Osteuropa (CEE) sinken im Juli um 9,0 Punkte. Der Konjunkturindikator CEE, der die Einschätzung der Finanzmarktexperten hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung in der Region auf Sicht von sechs Monaten widerspiegelt, steht somit aktuell bei 11,4 Punkten. Die Konjunkturerwartungen für die CEE-Region werden vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, mit Unterstützung der Erste Group Bank, Wien, monatlich gemeinsam mit anderen Finanzmarktdaten erhoben.

Die Konjunkturaussichten für die Eurozone gehen in der aktuellen Umfrage um 7,3 Punkte auf 13,1 Punkte zurück. Dagegen verbessern sich die Konjunkturerwartungen für Österreich um 5,1 Punkte auf 24,5 Punkte. Dies ist die einzige positive Entwicklung im Juli in dieser Kategorie.

Für die aktuelle wirtschaftliche Situation in der CEE-Region als auch in Österreich und in der Eurozone sind die Experten im Juli optimistischer als im Vormonat. Der Indikator, der die Einschätzung der aktuellen Lage in der CEE-Region widerspiegelt, steigt um 9,6 Punkte auf minus 13,6 Punkte. Der entsprechende Indikator für Österreich legt um 3,2 Punkte auf minus 2,2 Punkte zu. Für die Eurozone verbessert sich die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage um 17,8 Punkte auf minus 20,8 Punkte.

Die Finanzmarktexperten schätzen im Juli die Inflationsrisiken für die CEE-Region, Österreich und die Eurozone auf Sicht von sechs Monaten geringer ein als im Vormonat. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer prognostizieren in der aktuellen Umfrage unveränderte Inflationsraten.

Die Zinserwartungen für die Eurozone verändern sich in der aktuellen Umfrage nur sehr gering. Der entsprechende Indikator sinkt um 1,4 Punkte auf 38,6 Punkte. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer geht weiterhin von unveränderten kurzfristigen Zinsen im Euroraum aus.

Die Indikatoren, die die erwartete Entwicklung der Aktienmarktindizes für die CEE-Region (NTX), Österreich (ATX) und den Eurostoxx 50 auf Sicht von sechs Monaten widerspiegeln, klettern im Juli zweistellig. Die entsprechenden Salden erreichen Werte von 24,4 Punkten für den NTX, 32,5 Punkten für den ATX und 24,9 Punkten für den Eurostoxx 50.

Kroatien

Nach dem starken Rückgang der Konjunkturerwartungen für Kroatien im Vormonat gibt der entsprechende Indikator im Juli leicht um 1,2 Punkte auf 4,6 Punkte nach. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Lande verbessert sich deutlich. Der entsprechende Indikator steigt um 10,2 Punkte auf minus 34,0 Punkte. Die Erwartungen für den Aktienindex CROBEX haben sich erholt und der entsprechende Saldo verzeichnet den stärksten Anstieg im Ländervergleich von 19,9 Punkten auf 17,1 Punkte. Eine Abwertung der kroatischen Kuna halten über 40 Prozent der Experten für wahrscheinlich.

Polen

Der Konjunkturerwartungen für Polen gehen um 5,0 Punkte auf 18,0 Punkte zurück. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation sinkt marginal um 1,3 Punkte auf 6,0 Punkte und verteidigt die führende Position mit dem einzigen positiven Wert in dieser Kategorie. 62,0 Prozent der Umfrageteilnehmer prognostizieren eine Aufwertung der polnischen Währung Zloty gegenüber dem Euro in den nächsten sechs Monaten.

Rumänien

Die Konjunkturerwartungen für Rumänien sinken um 32,0 Punkte auf minus 6,3 Punkte im Juli. Dies ist der stärkste Rückgang in dieser Kategorie im Ländervergleich. Auch die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage verschlechtert sich. Der entsprechende Indikator erreicht im Juli einen Saldo von minus 71,4 Punkten und bildet damit das Schlusslicht in dieser Kategorie im Ländervergleich. Im Gegensatz zum Vormonat geht die Mehrheit der Analysten von einer Aufwertung der rumänischen Währung gegenüber dem Euro auf Sicht von sechs Monaten aus. Der entsprechende Saldo steigt um 28,4 Punkte auf 15,6 Punkte

Slowakei

Die Konjunkturerwartungen für die Slowakei sinken um 7,1 Punkte auf 22,2 Punkte in der aktuellen Umfrage. Die Einschätzung der gegenwärtigen Lage im Lande fällt ebenfalls etwas vorsichtiger aus als noch im Juni. Der Saldo geht um 5,8 Punkte auf minus 17,8 Punkte zurück. Das Inflationsrisiko schätzen die Experten dagegen geringer ein als im Vormonat. Der entsprechende Saldo sinkt um 18,2 Punkte auf 37,9 Punkte.

Tschechische Republik

Der Konjunkturindikator für die Tschechische Republik geht zwar um 9,6 Punkte auf 28,5 Punkte zurück, dennoch belegt das Land weiterhin die führende Position unter den analysierten CEE-Ländern in dieser Kategorie. Die Finanzmarktexperten sind sich hinsichtlich der Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation in der Tschechischen Republik uneinig. Mit einem Saldo von minus 0,1 Punkten, der zweitbeste Wert im Ländervergleich, ist der Anteil der positiven und negativen Einschätzungen nahezu gleich. Dabei bewerten 63,3 Prozent der Analysten die Lage als akzeptabel. Im Juli erwarten weniger Experten als im Vormonat eine steigende Inflationsrate im Land auf Sicht von sechs Monaten. Der entsprechende Indikator erreicht mit 46,9 Punkten jedoch weiterhin den höchsten Wert unter den analysierten Volkswirtschaften. Der Saldo, der die Wechselkursprognosen für die tschechische Koruna gegenüber dem Euro darstellt, steigt um 5,0 Punkte und erreicht mit 45,0 Punkten den höchsten Wert in dieser Kategorie.

Ungarn

Die Konjunkturerwartungen für Ungarn gehen in der aktuellen Umfrage um 23,7 Punkte auf 9,6 Punkte zurück. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage verbessert sich dagegen um 8,6 Punkte auf minus 50,0 Punkte. Die Experten sehen Ungarn als das einzige untersuchte Land mit sinkenden Inflationsrisiken auf Sicht von sechs Monaten. Der entsprechende Saldo beträgt minus 16,7 Punkte.

Sonderfrage

Die Sonderfrage im Juli beschäftigt sich mit einem möglichen EU-Beitritt der Türkei. Die Mehrheit der Analysten vertritt die Meinung, dass das Land derzeit die politischen Kriterien eines EU-Beitritts bei weitem nicht erfüllt hat. Dagegen hat die Türkei die wirtschaftlichen Voraussetzungen nach Einschätzung der Experten bereits erreicht. Nach Auffassung der Umfrageteilnehmer bereitet der türkischen Regierung die Anerkennung von Minderheiten die meisten Schwierigkeiten. 80 Prozent der Analysten halten diese Beitrittsbedingung für nicht erfüllt. Dagegen verfügt die Türkei nach Ansicht der Umfrageteilnehmer über eine funktionierende und wettbewerbsfähige Marktwirtschaft. 56 Prozent der Experten befürworten eine privilegierte Partnerschaft von EU und Türkei statt einer Vollmitgliedschaft des Landes in der EU.

Ablauf der Umfrage und Methodologie:

Der Finanzmarkttest CEE ist eine monatliche Umfrage unter Finanzmarktexperten, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, mit Unterstützung der Erste Group Bank AG, Wien, durchführt. Ziel der Umfrage ist es, Indikatoren für das allgemeine Konjunkturklima für die Region Mittel- und Osteuropa (CEE) sowie Österreich zu entwickeln. Zur CEE-Region zählen Bulgarien, Kroatien, die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien, die Slowakei und Slowenien.

Im Einzelnen werden die Finanzmarktexperten nach der Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Lage sowie nach ihren mittelfristigen Erwartungen für die entsprechenden Volkswirtschaften befragt sowie nach ihrer Einschätzung hinsichtlich der Entwicklung der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse und der Wechselkurse auf Sicht von sechs Monaten. Die Experten geben bei ihren Antworten qualitative Tendenzeinschätzungen bezüglich der Veränderungsrichtung ab. Bei den beurteilten Volkswirtschaften handelt es sich um die Regionen Mittelund Osteuropa und den Euroraum sowie die Tschechische Republik, Polen, Ungarn, die Slowakei, Kroatien, Rumänien und Österreich. Detaillierte Ergebnisse zu den einzelnen mittel- und osteuropäischen Staaten sowie zu Österreich enthält der "Financial Market Report CEE", der monatlich erscheint.

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