Frauenmangel auf Banken-Chefetagen mitschuldig an der Finanzkrise?

(PresseBox) (Hamburg, ) Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer vertritt die Ansicht, der geringe Frauenanteil in den Führungsetagen der Banken habe möglicherweise Anteil am Entstehen der Finanzkrise. "Ich vermute, dass Frauen eher gesagt hätten: Das kann doch nicht gut gehen", sagte Schmidbauer dem ZEITmagazin. Männer verdrängen Schmidbauer zufolge die Realität stärker als Frauen: "Das Ideal der Männlichkeit beruht auf stärkeren Verdrängungen als das Ideal der Weiblichkeit." Dennoch sind die Männer seiner Meinung nach nicht an allem schuld - sie seien nur psychologisch weniger belastbar.

Grundsätzlich hält der Psychoanalytiker das Verdrängen unangenehmer Wahrheiten keineswegs für schlecht: "Verdrängung ist völlig normal, man braucht sie unbedingt." Gerade in der aktuellen Krise ist Schmidbauer zufolge das Verdrängen für einzelne Personen durchaus sinnvoll: "Man wird ja nicht handlungsfähiger, wenn man sich ständig irgendwelche Schrecknisse vergegenwärtigt."

Gesellschaftlich aber sei diese Haltung problematisch: "Das ist ja auch ein Hauptproblem in der Umweltpolitik der letzten 30 Jahre: Gewählt werden Politiker, die den Menschen versprechen, dass alles so weitergehen wird wie bisher." Schmidbauer sagte, Menschen verhielten sich so, "dass ihre Angst reduziert wird. Und da Angst etwas Akutes ist, sind sie am ehesten bereit, den Leuten Gefolgschaft zu leisten, die ihnen versprechen, akute Ängste zu reduzieren. Das birgt große Gefahren."

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