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Ein "Hoch" der Standard-Spritzgießmaschine

(PresseBox) (Kottingbrunn, ) Die Welt ist meist gerecht. Zumeist stehen herausragende Sonderanwendungen und darauf abgestimmte Einzweck-Sondermaschinen im Blickpunkt der Berichterstattung, während Standardmaschinen abseits der Aufmerksamkeit arbeiten, jedoch den Hauptteil zum Unternehmenserfolg beitragen. Dies gilt auch für die Kunststoffverarbeitung im Allgemeinen, und für die Spritzgießmaschinen im Besonderen. Ihnen und ihren Qualitäten ist der nachstehende Bericht gewidmet. Sie arbeiten beim Motorradausrüster J. D. von Hagen AG im westfälischen Iserlohn und kommen von Wittmann Battenfeld. Auf ihnen wird unter anderem ein variantenreiches Typenprogramm von Verkleidungsteilen und Koffer-Systemen für Motorräder hergestellt. Wittmann-Roboter und Battenfeld-AIRMOULD®-Gasinjektionsanlagen ergänzen deren Möglichkeiten.

Bewunderung schwingt mit, beim Gespräch mit Martin von Hagen, dem Vorstands-vorsitzenden des westfälischen Unternehmens J. D. von Hagen in Iserlohn. Es ist nicht nur die offene Gesprächsführung, die beeindruckt, sondern nicht zuletzt die Tatsache, dass es der Repräsentant der fünften Familiengeneration ist, die die Geschicke des Unternehmens führt. Wie viele Unternehmen können auf eine derartige Kontinuität verweisen? Den Grundstein legte 1885 der Schlosser Johann Dietrich von Hagen mit der Gründung einer Schloss- und Metallwarenfabrik. Bis 1957 wurde ausschließlich Metall in Form von Stanz- und Biegeteilen, sowie Schlössern, vor allem für die Taschen- und Koffererzeugung verarbeitet. Von da an begann bei von Hagen das Kunststoffzeitalter. Und: Der Koffer, ob in Komponentenform oder als fertiges Produkt blieb stets der „rote Faden“ der Geschäftstätigkeit. Auch wenn die ersten Kunststoff-Produkte keine Kofferteile waren, sondern Vakuum-Tiefziehteile in Form von Besteckkästen für die Möbelindustrie. Doch schon mit den nächsten Lohnaufträgen war man wieder auf Linie. Es waren Topcases für einen bekannten italienischen Rollerherstellers. Dies sollte der Anfang für ein Geschäftsfeld sein, das heute den Schwerpunkt des Unternehmens ausmacht. Da man daneben aber immer noch Schlosshersteller war und Schlösser samt Zubehörteilen in adäquater Qualität für Motorradkoffer benötigt wurden, stellte sich ab 1987 das Thema der Substitution von Zink-Druckguss durch Kunststoff. Die logische Konsequenz daraus war der Einstieg in den Spritzguss und den Spritzgießwerkzeugbau

Ebenso logisch war für das Familienunternehmen beim Einstieg in eine neue Technologie auf die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen aus der Region zu setzen. Dafür bot sich die Battenfeld Kunststoffmaschinen GmbH aus dem rund 50 Kilometer entfernten Meinerzhagen an, zu jenem Zeitpunkt bereits eines der führenden Branchenunternehmen. Eine CD 750/315 mit 75 T Schließkraft aus dem österreichischen Zweigwerk machte den Anfang, gefolgt von einer BA-T 1600/1000, einer Kniehebelmaschine mit 160 T Schließkraft aus Meinerzhagen. Mit den Möglichkeiten des Spritzgießens vertraut, eröffnete sich das Marktpotenzial der Top-Qualitätskoffer, aber auch der Einstieg in die Produktion von sonstigen Motorrad- oder Automobilkomponenten. Aktuell ist J.D. von Hagen der Systempartner aller großen Zweiradhersteller für Koffer- und Verkleidungskomponenten, allen voran BMW (Abb.1 und 2)

Auf kleinem Fuß: Die HM-Maschinen von Battenfeld

Heute sind bei J.D. von Hagen 13 von insgesamt 18 Spritzgießmaschinen im Schließkraftbereich von 60 bis 1.600 T aus dem Hause Battenfeld bzw. Wittmann Battenfeld (Abb.3). Alle Maschinen sind Standard-Maschinen, d.h. mit serienmäßiger Spritz- und Schließaggregat-Ausführung. Das Rückgrat der Produktion sind die Maschinen der HM-Baureihe, die im Schließkraft bereich zwischen 35 und 300 T mit hydraulischer 3-Plattenschließeinheit und von 400 bis 650 T mit 2-Plattenschließeinheit verfügbar sind. Beiden Ausführungen gemeinsam ist ihre äußerst kompakte Schließeinheit. Dies trifft ganz besonders auf die 2-Platten-Ausführung zu, die mit einer überlappenden Positionierung von Schließzylindern und Spritzeinheit eine extrem kleine Aufstellfläche benötigt (Abb.4). Charakteristisch sind ein großzügig dimensionierter Werkzeugeinbauraum und die Plattenführung auf Präzisions-Linearführungen. Die Holme übernehmen keine Führungsaufgabe, sind in der feststehenden Platte freigestellt, und dienen lediglich zur Kraftübertragung. Durch die Plattenführung auf den Linearführungen wird die Führungspräzision auch mit schweren Werkzeugen als Zusatzbelastung nicht verändert. Die Linearführungen und die auf der beweglichen Platte freigestellten Holme sind auch Merkmale der 3-Platten-HM-Maschine.
Insgesamt sind damit beste Voraussetzungen für die Präzision in Zusammenwirken mit stark variierenden Werkzeuggrößen vorhanden, wie sie in der von Hagen-Produktion gegeben sind.

Produktprogramm erfordert aktiv gelebte Flexibilität

Da Auftragsstückzahlen der Motorrad-Komponenten um den Faktor 10 bis 100 unter denen von Automobilkomponenten liegen sind eine ausgefeilte Teilelogistik, eine ausreichende Pufferlagerkapazität, Flexibilität und technische Vorkehrungen zur Verkürzung von Rüstzeiten gefragt. Zur Illustrierung einige Zahlen: Typische Auftragsmengen pro Modell und Jahr liegen bei 12.000 Stück, die einer Modellvariante bei 5.000 Stück. Diese Stückzahlen sind unterteilt in 12 Lieferlose, dies entspricht monatlichen Abrufmengen zwischen 400 und 1000 Stück. Dazwischen müssen immer wieder spezielle Sondermodelle in Mengen von weniger als 100 Stück eingeschoben werden. Um dieses Programm in der Spritzgießproduktion bewältigen zu können, bedarf es der eingangs erwähnten, bedienfreundlichen Standardmaschine, sowohl was die elektronische Steuerung als auch die Zugänglichkeit der Schließeinheit betrifft und zusätzlich eines ebenso bedienfreundlichen und flexiblen Werkzeug-Schnellspannsystems. Dem entsprechend wurde die überwiegende Mehrzahl der Spritzgießmaschinen mit einem Magnetplatten-Spannsystem von EAS ausgerüstet (Abb.5). Auch bei der Teileentnahme setzt J.D. von Hagen auf die Leistungsfähigkeit der serienmäßigen Linearroboter von Wittmann. An den Mittelmaschinen arbeiten seit Jahren die UNIROB R10S und R 20S Lineargeräte, an der neuesten Maschine ein Servoroboter der neuesten Generation vom Typ W 823.

AIRMOULD® macht Griffe leicht

Zu Koffern gehören Griffe und in die Kofferschalen integrierte Versteifungsprofile. Um diese mit handfreundlich rundem Querschnitt rund ausformen und trotzdem in wirtschaftlich vertretbaren Zykluszeiten herstellen zu können, setzt J.D. von Hagen auf die AIRMOULD®-Gasinjektionstechnik von Battenfeld. Zwei Druckerzeugungseinheiten, kombiniert mit Stickstofferzeugern versorgen mehrere Maschinen. Die Werkzeugtechnik
für die Gasinjektionstechnik kommt aus dem eigenen Werkzeugbau. Generell ist die hohe Fertigungs- und Know-how-Tiefe eine der beeindruckendsten Seiten von J.D. von Hagen. Sie liegt laut eigener Aussage bei 74 Prozent des Umsatzes, ein vergleichsweise selten erreichter Wert, aber wahrscheinlich die Basis für die Flexibilität des Auto- und Motorradzulieferers. Sie reicht von der Bauteil-Entwicklung über die Metallteile-Herstellung, den Kunststoff-Spritzguss bis zur Lackierung und der Montage zu Baugruppen.

Resümee

Wenn Typenvielfalt und kleine Produktionslose höchste Flexibilität von einer Produktion fordern, ist eine möglichst universell nutzbare Produktionsausrüstung erste Wahl. Und wenn Universalität und Bedienfreundlichkeit auf höchstem Niveau bereits Teil der Serienausstattung sind, umso effizienter kann produziert werden. Dieses Resümee zieht auch Martin von Hagen und fügt hinzu: „Weil wir genau diese Qualitäten in den Battenfeld-Maschinen finden, sind wir nach einigen Jahren Unterbrechung rund um die Übernahme von Battenfeld durch Wittmann wieder zu einem Battenfeld-Kunden geworden. Mit dazu beigetragen hat nicht zuletzt die sehr gute Unterstützung durch die neu aufgestellte Wittmann Battenfeld-Organisation in Meinerzhagen. Sie unterstützt uns in allen technischen und anwendungstechnischen Belangen, was angesichts der Vielfalt unserer Produkte ein wichtiger Kooperationsbeitrag ist.“ (Abb.6)

Das nach dem Firmengründer Johann Dietrich von Hagen benannte Unternehmen wurde 1885 als Schloss- und Metallwarenfabrik gegründet. Es aktuell in fünfter Generation als Familienunternehmen geführt. Seit 1957 ist JDEHA zusätzlich zur Metallteileherstellung auch in der Kunststoffverarbeitung tätig, zuerst im Bereich Vakuumformen, ab 1987 im Spritzguss.
Das aktuelle Kerngeschäft umfasst anspruchsvolle Zuliefermodule für die Auto- und Motorradindustrie, vor allem Koffersysteme, sowie komplette Motorradverkleidungen in sämtlichen Farb- und Ausstattungsvarianten.
Zu den JDEHA-Kunden zählen alle großen Motorradhersteller in Europa und Japan. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 320 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 25 Mio. EUR (2011) erwirtschaften Mehr Informationen unter www.JDEHA.de

Über die Wittmann Battenfeld GmbH

WITTMANN BATTENFELD, ein Unternehmen der WITTMANN Gruppe mit Sitz in Kottingbrunn (Niederösterreich), ist ein führender Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoffindustrie. WITTMANN BATTENFELD ist mit eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften, als auch Vertretungen in ca. 60 Ländern vertreten und bietet damit seinen Kunden weltweit optimale Unterstützung in allen Fragen der Spritzgießtechnik. Innovationskraft, höchste Präzision und die Fokussierung auf den maximalen Kundennutzen machen WITTMANN BATTENFELD zu einem wertvollen Partner für seine Kunden. www.wittmann-battenfeld.com

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