IT-Minister aus Kaukasusrepublik Aserbaidschan zu Gesprächen im Stuttgarter Wirtschaftsministerium

Entwicklung der Zusammenarbeit bei Informations- und Kommunikationstechnologien zwischen Initiative D21 und Aserbaidschan vereinbart

(PresseBox) (Stuttgart, ) Der Minister für Kommunikation und Informationstechnologien der Republik Aserbai-dschan, Professor Dr. Ali Abbasov, traf sich im Rahmen seines Deutschlandsbesuchs heute in Stuttgart mit Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Horst Mehrländer zum Dialog über den Stand der Informationstechnologien in Baden-Württemberg und Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf Unternehmensebene. Mehrländer betonte in dem Gespräch das Interesse Baden-Württembergs am Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und wies auf die Unternehmerreise hin, die vom 25. – 27. September 2005 insgesamt 14 baden-württembergischen Unternehmen aus verschiedenen Branchen zu Kontakt- und Kooperationsgesprächen in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku führt.

Im Beisein von Herrn Staatssekretär Mehrländer unterzeichneten der aserbaidscha-nische IT-Minister Abbasov und Alf Henryk Wulf, Vorstandsmitglied der Initiative D21 e.V., im Anschluss an das Gespräch eine gemeinsame Absichtserklärung zur Ent-wicklung der Zusammenarbeit im Bereich der deutsch-aserbaidschanischen Infor-mations- und Kommunikationstechnologie. D21-Vorstandsmitglied Wulf, Mitglied des Vorstand der Alcatel SEL AG und als Executive Vice President Marketing und Sales verantwortlich für die Alcatel-Area „Zentral- und Osteuropa, Russland und Zentral-asien“ sagte hierbei:“Die Initiative D21 sollte als Plattform zwischen Politik und Wirt-schaft verstärkt Ideen und Projekte mit den europäischen Nachbarländern austau-schen. Mit einer internationalen Ausrichtung kann die Initiative D21 einen wichtigen Beitrag für zukünftige Kooperationen im ICT-Bereich (Informations- und Kommu-nikationstechnologien) leisten und damit Exportchancen für die deutsche Wirt-schaft eröffnen“. Die Initiative D21 ist Europas größte Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft (Public Private Partnership). Sie besteht aus einem Netzwerk von 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen aller Branchen, die gemeinsam mehr als eine Million Menschen in der Bundesrepublik beschäftigen. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist es, durch bessere Bildung, Qualifikation und Innovationsfähigkeit wirt-schaftliches Wachstum zu stimulieren und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu sichern. Dafür setzt sich die Initiative gemeinsam mit politischen Partnern in praxisorientierten und interdisziplinären Projekten ein. Alle Maßnahmen von D21 besitzen einen engen Bezug zu ICT, einer entscheidenden Basis für die Zukunft Deutschlands.

Staatssekretär Mehrländer wies bei der Unterzeichnung des „Memorandum of Un-derstanding“ darauf hin, dass Aserbaidschan, das öl- und erdgasreiche Land am Kaspischen Meer, derzeit beeindruckende Wachstumsraten von über 10 Prozent aufweist und dieses Jahr voraussichtlich ein Bruttoinlandsprodukt von über 10 Milli-arden USD erreichen wird. Aserbaidschan gehört nach Mehrländer damit zu den wachstumsstärksten Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Für diese positive ge-samtwirtschaftliche Entwicklung ist vor allem der Ölsektor verantwortlich. Hohe Öl-einnahmen geben dem Kaukasusstaat die finanziellen Möglichkeiten und Spielräu-me, den Diversifizierungsprozess im Land aktiv zu unterstützen. Dabei räumt die Re-gierung der Republik Aserbaidschan der Entwicklung der ICT einen großen Stellenwert ein. In der nationalen Strategie für ICT zur Entwicklung der Republik A-serbaidschan (2003 – 2012) werden Ziele und Maßnahmen zur Weiterentwicklung Aserbaidschans zur Informationswirtschaft dokumentiert sind. Der Markt für ICT und –dienstleistungen entwickelt sich dynamisch. Das Marktvolumen beträgt 2005 etwa 350 Millionen USD. Bis 2010 werden Gesamtinvestitionen in die aserbaidschanischer Informations- und Kommunikationsindustrie von bis zu 2,1 Milliarden USD erwartet. Der Markt für ICT in Aserbaidschan wird weiter zweistellig, um jährlich bis zu 30% wachsen. In den letzten Jahren importierte Aserbaidschan Büromaschinen, Büro- und Computerausrüstung, Rundfunk- und Fernsehtechnik und Telekommunikations-ausrüstung im Wert von jährlich rund 80 Millionen USD.

Dies eröffnet deutschen Unternehmen Liefer- und Kooperationschancen. 2004 expor-tierten 2004 deutsche Unternehmen Büromaschinen, Datenverarbeitungsgeräte und –einrichtungen, Nachrichtentechnik, Rundfunk- und Fernsehgeräte sowie elektroni-sche Bauelemente im Wert von 23,2 Mio. Euro nach Aserbaidschan. Gegenüber dem Vorjahr ist dies fast eine Vervierfachung.

Der Anteil Baden-Württembergs an diesen Ausfuhren ist bisher noch sehr gering. Und das, obwohl die ICT ein dynamischer Industriesektor in Baden-Württemberg ist und zu den fünf Schlüsselclustern gehört. Auch in Baden-Württemberg ist die Infor-mations- und Kommunikationstechnologie für die Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft und für Zukunftsfähigkeit des Landes von entschei-dender Bedeutung. Mit über 290.000 Beschäftigten, einem Jahresumsatz rund 61,5 Milliarden Euro ist es einer der stärksten Wirtschaftszweige im Land. Baden-Württemberg ist neben Bayern und Nordrhein-Westfalen führender IT- und Medien-standort in Deutschland. Das Land unterstützt diese Entwicklung durch eine konse-quente Förderung eines innovativen Umfeldes und geeigneter Rahmenbedingungen. So sichern beispielsweise über 220 Studiengängen im IT- und Medienbereich den Fachkräftenachwuchs. Dafür gehen über die Hälfte der 430 Millionen Euro, die Ba-den-Württemberg im Rahmen der IT- und Medienoffensive doIT 2002 – 2006 für die Stärkung und Weiterentwicklung des IT- und Medienstandortes bereitstellt, in den Bildungsbereich. Die Koordination der Maßnahmen und Programme von doIT ist eine der Aufgaben der MFG Medienentwicklung, dem Kompetenzzentrum des Landes für die IT- und Medienbranche, die im Auftrag des Landes mit einem breiten Spektrum innovativer Dienstleistungen erfolgreiche Standortentwicklung betreibt. Im Rahmen von Baden-Württemberg: Connected (bwcon), der führende Wirtschaftsinitiative zur Förderung des IT- und Hightech Standorts Baden-Württemberg und Pendant zur Ini-tiative D21 auf Landesebene, wird gemeinsam mit der Landesregierung die Entwick-lung Baden-Württembergs zum europäischen IT-Standort Nr. 1 betrieben. Diese Wirt-schaftsinitiative ist mit über 400 mitwirkenden Unternehmen, Institutionen, For-schungseinrichtungen und Persönlichkeiten und insgesamt über 3.700 Mitarbeitern in den Mitgliedsunternehmen eines der erfolgreichsten Branchennetzwerke in Europa.

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