Trendstudie zeigt Beratungspotenzial bei Vorarlberger Unternehmen

Krise noch nicht überall angekommen / Betriebe setzen lediglich punktuelle Maßnahmen / Verbesserungspotenzial primär im Vertrieb und Marketing

(PresseBox) (Feldkirch, ) Die wirtschaftliche Situation zwingt auch die Vorarlberger Betriebe zum Handeln: Rund die Hälfte der im Juni 2009 befragten Unternehmen geben an, seit vergangenen Herbst Maßnahmen zur Unternehmenssicherung umgesetzt zu haben. Das ergibt eine aktuelle Trendstudie der Steiner Unternehmensberatung im Auftrag der Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Vorarlberg unter 212 heimische Betrieben. Nicht überraschend werden Aktivitäten zur Kostensenkung am Häufigsten genannt (69 Betriebe). Aber bereits 64 Unternehmen geben an, in den vergangenen Monaten auch Maßnahmen zur Marktentwicklung und Ankurbelung des Verkaufs getätigt zu haben. Den Ausbau von Dienstleistungen und die Neuentwicklung von Produkten haben rund ein Viertel forciert. Während damit der Markt im Zentrum vieler Aktivitäten stand, ist im Personalbereich kein eindeutiger Trend absehbar. Die 54 Nennungen verteilen sich gleichmäßig auf "Stellenabbau", "Personalstandserhöhung" und "Durchführung von Schulungen". Das Thema Organisationsentwicklung wird für den Betrachtungszeitraum komplementär dazu von 25 Prozent der Befragten (54 Nennungen) genannt. Maßnahmen in den Bereichen Produktion und Logistik sowie IT traten eher in den Hintergrund (29 bzw. 38 Nennungen).

Krise noch nicht überall angekommen

Die Erwartungen für das zweite Halbjahr 2009 sind höchst unterschiedlich - während 34 Prozent nicht an eine Erholung der wirtschaftlichen Situation glauben, sagt ein Viertel 25 Prozent der befragten Unternehmen keine Krise registriert zu haben. "Dieses Ergebnis hat uns eigentlich sehr erstaunt", erläutert Christian Bickel, Fachgruppenobmann UBIT. "Entweder hat die schlechte Wirtschaftslage einige Branchen tatsächlich noch nicht erreicht oder die Unternehmer wiegen sich in trügerischer Sicherheit." Dies sei auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass anstatt einer gesamthaften Strategie scheinbar nur mit Einzelmaßnahmen versucht werde, auf das wirtschaftliche Umfeld zu reagieren.

Optimierungsmöglichkeiten in den marktnahen Unternehmensbereichen

Die befragten Unternehmen sehen darüber hinaus Verbesserungspotenziale insbesondere beim Marketing, Verkaufsförderung und Vertrieb. Das sind auch jene Bereiche, in denen externe Unterstützung am ehesten nachgefragt wird (29 Nennungen). Studienautor Herbert Steiner: "Wie wir auch bei den Antworten nach bereits umgesetzten Maßnahmen gesehen haben, ist vielen Unternehmen sehr wohl klar, dass sie sich gerade jetzt verstärkt am Markt und dessen Bedürfnissen orientieren müssen."

Strategieentwicklung bleibt interne Angelegenheit

Vorarlbergs Unternehmen setzen bei der Entwicklung von Strategien und Unternehmenskonzepten hauptsächlich auf betriebsinterne Ressourcen. Zwar haben 28 Prozent bereits einmal mit einem externen Unternehmens- oder IT-Berater zusammengearbeitet, aber auch in dieser Gruppe sind es vor allem die "Chefs", die für die Unternehmensanalyse verantwortlich sind (39 Nennungen), gefolgt von "im Team" erarbeiteten Lösungen (34 Nennungen). "Die Gefahr von Betriebsblindheit ist vor allem bei kleineren Unternehmen gegeben", konstatiert Bickel. "Die Studie zeigt, dass oft sehr spät reagiert und zudem die einzelnen Unternehmensbereiche nur isoliert betrachtet werden."

Dass Beratung einen großen Nutzwert hat, bestätigen viele Befragte. Fast die Hälfte (44 Prozent) aller Unternehmen, die bereits Erfahrungen mit Beratern haben, sehen neben der Bereitstellung von Know-how auch den externen Blick ins Unternehmen als größten Vorteil einer Zusammenarbeit. Warum Beraterleistungen nicht in Anspruch genommen werden, wird häufig mit den vermuteten hohen Kosten aber insbesondere mit der Betriebsstruktur begründet - viele, vor allem kleine Unternehmen, glauben aufgrund ihrer Firmengröße keinen Bedarf zu haben. Attraktive Fördermodelle, die auch diesen Betrieben den Zugang zu externem Wissen ermöglichen, sind vielfach noch zu wenig bekannt.

Studie wird als Auftrag zu mehr Information verstanden

Gerade in diesem Punkt sieht Fachgruppenobmann Bickel einen großen Handlungsbedarf. "Die Studie hat uns deutlich gezeigt, dass eine gesamthafte Unternehmensplanung noch einen zu geringen Stellenwert hat. Gerade kleine Betriebe wissen oft nicht, wie sie sich proaktiv für schlechte Marktentwicklungen fit machen können." Die Fachgruppe UBIT sieht deshalb die Ergebnisse der Studie auch als Auftrag, noch besser über die Möglichkeiten der Unternehmensentwicklung und Handlungsspielräume zu informieren.

Wirtschaftskammer Vorarlberg

Die Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Vorarlberg vertritt die Vorarlberger Unternehmensberater, Informationstechnologen und EDV-Dienstleister sowie Buchhalter. Derzeit hat die Fachgruppe 1.250 aktive Mitglieder.

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