Die besten Schrauben fliegen über unseren Köpfen

Die Johann Maier GmbH & Co. KG aus Stuttgart liefert außergewöhnlich belastbare Schrauben an Kunden aus der Automobilbranche sowie aus der Luft- und Raumfahrtindustrie

(PresseBox) (Stuttgart, ) Es gibt Schrauben von einfacherer und von höherer Qualität, das weiß jeder Hobbyheimwerker. Diese gewöhnlichen Exemplare haben allerdings mit den Schrauben, die aus der Schmiede der Johann Maier GmbH & Co. KG kommen, soviel zu tun, wie ein Rasenmäher mit einem Rennauto. Das Unternehmen aus Stuttgart hat sich einen besonderen Namen als Lieferant der Automobilindustrie sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie gemacht und ist ein geschätzter Partner, wenn es um die Herstellung und Prüfung von höchstpräzisen Schrauben aus besonders festen und korrosionsbeständigen Werkstoffen geht.

Die Schrauben von Johann Maier gehen in die Luft, schweben im Weltraum oder rasen mit 300 Sachen über den Asphalt. Die Expertenfirma sorgt dafür, dass Satelliten nicht auseinanderfallen und sie hat die europäische Rakete Ariane und die Raumstation ISS mit passendem Material ausgestattet. Im Sonderserienbereich der Automobilindustrie ist die Technologie ebenso weit fortgeschritten wie in der Luft- und Raumfahrt.

Auch Schraubenkrimis kommen vor

Viele Projekte bringen genügend Zeitvorlauf mit. Andere geraten schon mal zum Krimi. "Eines Nachmittags kam ein Anruf," erzählt Oliver Lang, einer der Geschäftsführer. Ein Formel-1-Team rief an: "Wir brauchen bessere Schrauben für unseren Wagen." Prinzipiell kein Problem, "doch der Liefertermin war morgen früh", erinnert sich Lang. "Da kamen wir ganz schön ins Schwitzen." Doch es war Ehrensache, dass die Schrauben keine 24 Stunden später an der Rennstrecke waren. Wenn etwas unmöglich erschien, ging man eben zum Maier, so kolportiert es die Firmengeschichte.

Diese begann um 1920 als Schreibmaschinen die Computer des damaligen Bürozeitalters waren. Johann Maier, der Gründer, nach dem das Stuttgarter Unternehmen benannt ist, erfand damals präzise Zangen, die den manuellen Zeilenwechsel deutlich vereinfachten und das junge Unternehmen schnell wachsen ließen. Sein Erfindergeist, gepaart mit einer gehörigen Portion schwäbischer Mentalität, ließen den Betrieb trotz der Inflations- und Kriegsjahre prächtig gedeihen.

Hightech-Industrie stellt neue Anforderungen

Nach 1945 stellte sein Sohn Albert mit Hilfe seines Vaters die Firma neu auf und hatte den richtigen Riecher für das Geschäft. Als in den siebziger Jahren der Wandel des Maschinenbaus in eine High-Tech-Industrie begann, wurden Präzisionsteile für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt und in der Automobilindustrie stark nachgefragt. Ein erster Meilenstein für Johann Maier war 1979 die Qualifikation und Zulassung durch Dornier und Erno, die das Unternehmen mit Titanschrauben für die europäische Trägerrakete Ariane belieferte. In kürzester Zeit machte sich die Stuttgarter Firma einen Namen in der Realisierung von hochpräzisen und hochfesten Werkstücken.

Zu Beginn des dritten Jahrtausends führt die vierte Generation das Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern. Qualität und Zuverlässigkeit wird wie ehedem bei Johann Maier groß geschrieben - so ist das Unternehmen nach den neuesten Luft- und Raumfahrtforderungen zertifiziert. "Unsere Philosophie der absoluten Perfektion ist in allen Prozessen im Unternehmen präsent und wird von unseren Mitarbeitern in jeder Situation gelebt und mitgetragen", bekräftigt Oliver Lang.

Engagierte Mitarbeiter bringen Erfolg

Mitarbeiter genießen bei Johann Maier höchsten Stellenwert. "Die besten Maschinen sind immer nur so gut wie diejenigen, die sie bedienen. Deshalb legen wir bei unseren Mitarbeitern besonderen Wert auf ihre Ausbildung, ihre Erfahrung und auf ihr Interesse am Beruf", erklärt Lang. "Wir haben Genies, Tüftler und Idealisten in unseren Reihen - wenn man Produkte herstellen will, die höchsten Standards genügen müssen, brauchen wir Kollegen, die sich für ihre Tätigkeit begeistern", umreißt Lang den Anspruch des Unternehmens. So sei es kein Einzelfall, dass manche der Produktionsmitarbeiter auch mal am Wochenende reinschauen, um noch etwas Kleines zu erledigen. Was dann dabei herauskommt, fliegt des Öfteren in 10.000 Metern Höhe über unseren Köpfen.

Bei Johann Maier kokettiert man manchmal ein wenig mit dem Spagat zwischen Anspruch und Realität. "Nichts von Menschenhand Geschaffenes ist wirklich perfekt, aber wir arbeiten dafür, so weit wie möglich in diese Richtung vorzustoßen", heißt es. Diese Suche nach Perfektion bewegt sich beim Schraubenexperten im µ-Bereich. Ein µ bedeutet bei Maßeinheiten ein Millionstel - bei einer Schraube von 10 Zentimetern Durchmesser wäre dies ein Wert von 0,0001 Millimeter Differenz, die bei der Verarbeitung entscheidend sein kann.

Geschmiedet und gerollt

Um solch präzise Vorgaben einzuhalten, macht sich das Unternehmen neueste Werkstoffe, innovativste Verarbeitungstechnologien und nicht zuletzt die eigene technologische Kompetenz zunutze. Auch vom Ankauf des Materials über die komplexen Fertigungsabläufe bis hin zur Material- und Bauteilprüfung kommt alles aus einer Hand. "Das macht uns so flexibel und schnell. Schnell, aber auch reproduzierbar zuverlässig - Eigenschaften, die von enormer Wichtigkeit sowie höchster Qualität zeugen und die Sicherheit unserer Produkte garantieren," sagt Lang.

Beim Weltraumflug im luftleeren Raum in über 30.000 Kilometern Höhe werden Werkstoffe benötigt, deren Bearbeitung zuvor auf der Erde äußerst schwierig ist. Raumfahrt-Bauteile aus Materialien wie Inconel oder Titan zum Beispiel müssen bei Minusgraden genauso wie bei knapp 1.000 Grad Celsius halten und vollkommen korrosionsfrei sein. Aus Stabilitätsgründen werden die Bauteile grundsätzlich geschmiedet und nicht gespant. Andere Bauteile, wie etwa die Rillen eines Gewindes werden gerollt. Spezialwerkzeuge pressen sie bei hohen Temperaturen in die richtige Form. Danach wird jedes Stück in der hausinternen Anlage auf Herz und Nieren geprüft, deren Anforderungen oft noch höher liegen als die offiziellen Forderungen entsprechender Normen.

Neue Märkte im Blick

Im Verlauf der Wirtschaftskrise "haben auch wir Federn lassen müssen", bedauert Lang. "Vor allem der Formel-1-Ausstieg von BMW hat uns einiges gekostet." Dafür sieht er hoffnungsfroh in die Zukunft. "Zur Zeit sind wir dabei, uns ein neues Umsatzfeld zu erschließen, um uns breiter zu positionieren." Johann Maier wird künftig weiterhin Schrauben der besonderen Art produzieren - dann allerdings in deutlich höheren Stückzahlen. Lang visiert die Luftfahrtindustrie und deren Global Player an. "Die brauchen viele gute Schrauben, damit ihnen nicht die Triebwerke um die Ohren fliegen," meint Lang augenzwinkernd.

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