Münster sucht nach Fachkräften

Wirtschaftsförderung präsentiert Unternehmensumfrage

(PresseBox) (Münster, ) Trotz Wirtschaftskrise suchen auch münsterische Unternehmen händeringend nach gut ausgebildeten Arbeitskräften. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Analyseinstitut METIS im Auftrag der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) durchgeführt hat. Demnach beklagt ein Viertel der von der WFM betreuten Unternehmen einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

Für die Studie hat METIS rund 1.000 münsterische Unternehmen zu ihrer Suche nach Mitarbeitern befragt. Einen Fachkräftemangel vermelden insbesondere Betriebe aus den Bereichen Industrie (31 Prozent), Dienstleistung (30 Prozent) und Handwerk (29 Prozent). Im Handelssektor gab lediglich ein Fünftel der Befragten an, Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern zu haben.

"Grundsätzlich haben wir in Münster eine sehr starke und stabile Arbeitsmarktsituation", sagte Dr. Thomas Robbers, Geschäftsführer der WFM, bei der Präsentation der Zahlen und wies auf die landesweiten Bestwerte im Bezug auf Arbeitslosenquote und Zunahme sozialversicherungspflichtig Beschäftigter hin. Dennoch müsse die münsterische Wirtschaft die Rückmeldung der Unternehmen gleichsam als Herausforderung und Chance betrachten.

Als eine Fachkraft definiert der Großteil der Unternehmen Mitarbeiter mit einer Ausbildung (33 Prozent) und langjähriger Berufserfahrung (27 Prozent). Auch eine fachbezogene Weiterbildung ist für viele ein entscheidendes Kriterium (23 Prozent). Besonders bemerkenswert: Ein akademischer Abschluss (14 Prozent) sowie Auslandserfahrung (2 Prozent) spielen lediglich eine untergeordnete Rolle.

Gesucht werden insbesondere qualifizierte Vertriebsmitarbeiter, Köche, Fachkräfte aus dem Hotel- und Restaurantwesen, Architekten, Bauleiter, technische Zeichner sowie Projektleiter und Führungskräfte.

Ein entscheidender Faktor ist laut Studie die Unternehmensgröße. Mehr als die Hälfte der Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern vermelden Fachkräftemangel. Im Vergleich dazu sehen sich nur knapp ein Viertel der Betriebe mit zehn oder weniger Mitarbeitern von dem Problem betroffen. Die geringsten Schwierigkeiten qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, weisen Unternehmen mit einer Größe zwischen elf und 50 Mitarbeitern auf: Lediglich ein Fünftel von ihnen beklagte Fachkräftemangel.

Das größte Problem für münsterische Unternehmen bei der Suche nach Mitarbeitern ist die fehlende Qualifikation der Bewerber (Wichtigkeit 2,0 auf einer Skala von 1 bis 6). Hohe Gehaltsforderungen (3,1) oder fehlende Mobilität (3,6) spielen eine untergeordnete Rolle. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass Stellen für Fachkräfte nicht lange unbesetzt bleiben. Mehr als die Hälfte der offenen Positionen ist seit weniger als sechs Monaten vakant. Lediglich 18 Prozent der Jobs blieben länger als ein Jahr unbesetzt.

Insgesamt bewerten die befragten Unternehmen ihre wirtschaftliche Situation mit der Schulnote 2,7. 64 Prozent vergeben sogar ein "gut" bis "sehr gut". Bemerkenswert ist, dass Unternehmen, die Fachkräftemangel beklagen, ihre wirtschaftliche Lage nicht signifikant negativer einschätzen als Betriebe ohne Fachkräftemangel.

Die gravierendste Auswirkung des Problems ist die starke Belastung anderer Mitarbeiter. Auch ein Absinken der Kundenzufriedenheit sowie der Expansions- oder Wettbewerbsfähigkeit wurde in einigen Fällen genannt.

"Die Studie ist ein wichtiges Signal für uns", bewertet Robbers die Resultate. "Es gilt, den regionalen Arbeitsmarkt transparenter zu gestalten und insbesondere die betriebliche Weiterbildung zu fördern. Dann bin ich zuversichtlich, dass wir die Spitzenwerte unserer Stadt sogar noch steigern können."

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