Jahresrückblick des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes 2011- ein Jahr der Wetterextreme

(PresseBox) (Paderborn, ) "Die Landwirte blicken auf ein turbulentes Jahr 2011 zurück", so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn Hubertus Beringmeier. Es ist ein Jahr der Wetterextreme gewesen. Mehr als deutlich zeigte sich, dass die Bauern der Berufszweig sind, die mit der Natur arbeiten. "Wir konnten gleich zwei Wetterrekorde verzeichnen, den sonnigsten Frühling sowie den trockensten November seit Wetteraufzeichnung", resümiert der Vorsitzende. Das erfreut zwar den Bürger, lässt aber den Bauern nachdenklich stimmen. "Anscheinend müssen wir uns an solche extremere Witterungsverläufe gewöhnen", erklärt Beringmeier. Andererseits hat sich die Preissituation erfreulicher entwickelt. Einer durchschnittlichen Ernte stehen höhere Erzeugerpreise gegenüber.

Die Witterung war schwierig und ungewöhnlich. Auf einem langen Winter folgte die extreme Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer und danach eine verregnete Erntezeit. Wie im Vorjahr gestaltete sich die Getreideernte als eine nervenaufreibende Geduldsprobe. Der Herbst war wiederum sonnig und schön, aber zu trocken. Der November geht als der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. "Doch trotz dieser Beeinträchtigungen können wir in unserer Region zufrieden sein", so der Vorsitzende. Anders sah es in Nord- und Nordostdeutschland aus, dort führte Dauerregen zu erheblichen Ernteeinbußen bis hin zu Totalausfällen.

Durchaus zufriedenstellend war die Preisentwicklung im Ackerbau. Die Talfahrt mit niedrigen Getreidepreisen scheint erst mal überwunden. Doch schwankende Getreidepreise zeigen, dass sich die Landwirte mehr und mehr auf wechselnde Märkte einstellen müssen. Ebenso hat sich bei der Milch der verhalten positive Trend fortgesetzt. "Das war aber auch dringend nötig", unterstreicht der Beringmeier. Doch auf der Kostenseite läuft zur Zeit einiges davon. Die anhaltend hohen Futter- und Energiekosten bringen die Schweinemäster, vor allem die Ferkelerzeuger, in eine sehr schwierige Lage. "Unsere Sauenhalter stecken in einer schweren Krise, doch der Markt dreht sich ein klein wenig", erläutert der Vorsitzende. Darüber hinaus treffen die politischen Forderungen nach höheren Standards die Sauenhalter hart. Ab 1.1.2013 ist die Gruppenhaltung für tragende Sauen Pflicht. "Vielen fehlt schlicht weg das Geld, um den Umbau zu finanzieren", schildert Beringmeier.

Ein wichtiger Punkt in diesem Jahr war die Vorstellung der neuen Reformvorschläge zur EU-Agrarpolitik. Sie geben den Landwirten den Rahmen bis 2020 vor. Der Vorsitzende sieht allerdings deutlichen Nachbesserungsbedarf. Besonders kritisiert er, dass die Kommission vorsehe, Ausgleichszahlungen an sogenannte "Vorrangflächen" zu koppeln. In der Praxis sehe das so aus, dass sieben Prozent der Ackerfläche eines jeden Hofes nicht mehr für den Anbau landwirtschaftlicher Pflanzen zur Verfügung ständen. "Das ist der falsche Weg", so Beringmeier. Die Herausforderungen der Zukunft seien die weltweit steigende Nachfrage nach Lebensmitteln und der zunehmenden Bedarf an Bioenergie - gerade angesichts der in Deutschland beschlossenen Energiewende. Doch diese seien mit einer Verringerung der Anbaufläche nicht zu leisten. Zur 2011 beschlossenen Energiewende erläutert der Vorsitzende, dass der grüne Berufszweig einen Beitrag leisten könne. Auf dem Weg dorthin dürften allerdings keine Bauernopfer verlangt werden. Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz sei beispielsweise so formuliert, dass die Interessen von Landwirten, die am stärksten betroffen seien, erheblich vernachlässigt würden. Grundstückseigentümer könnten sogar enteignet werden. Beringmeier: "Das werden wir nicht hinnehmen und alles dafür tun, dass heimische Bauernhöfe nicht geschwächt werden."

Ein großes Thema ist der geplante Nationalpark Senne/Teutoburger. Die Landwirtschaft im Kreis Paderborn spricht sich gegen den geplanten Nationalpark aus. "Wir wollen den Wald erhalten und nicht vergammeln lassen", bekräftigt der Vorsitzende. Die Planungen seien ökonomisch nicht tragbar. "Ebenso lehnen wir die Unterschutzstellung als Biosphärenreservat ab", untermauert der Vorsitzende. Für ein solches Reservat würde sogar noch mehr Flächen benötigt. Beringmeier: "Wir haben die berechtigte Sorge, dass ein Großteil unserer Flächen für ein Biosphärenreservat herhalten müssen." Der Berufsstand sei für den Erhalt der jetzigen Senne. "Doch wir wollen nicht zum Vorgarten Nordrhein-Westfalens werden", unterstreicht der Vorsitzende.

Abschließend macht Beringmeier deutlich, dass der grüne Berufszweig in den kommenden Jahrzehnten vor großen Aufgaben stehe. Die Trends der vergangenen Jahre würden sich weiter fortsetzten: Nahrungsmittelerzeugung für eine wachsende Weltbevölkerung, Anpassung an den Klimawandel und nachhaltige Energieproduktion - nie zuvor seien die Ansprüche so hoch gewesen. Um dem gewachsen zu sein, bedarf es nachhaltiger Konzepte für die Landwirtschaft", bekräftigt der Vorsitzende. "Hier sind Impulse und Innovationen gefragt".

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