Weltweit gefährlichste Region für Journalisten 2011: der arabische Raum

Unterdrückung der Aufstände kostete zahlreiche Medienvertreter das Leben

(PresseBox) (Paris/Darmstadt, ) 2011 wurden weltweit 64 Journalisten und andere Medienmitarbeiter im Rahmen ihrer Berufsausübung getötet, nahezu die Hälfte davon in Pakistan, im Irak, in Libyen und im Jemen, wie der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) am Donnerstag bekannt gab.

In Pakistan wurden im zweiten Jahr in Folge zehn Journalisten getötet, sodass die Zahl der Todesopfer in diesem Land erneut am höchsten ist.

Mit 22 getöteten Journalisten war die arabische Welt die weltweit gefährlichste Region für Medienmitarbeiter. Die brutale Niederschlagung der zahlreichen Volksaufstände in Ägypten, in Bahrain, im Jemen, in Libyen, Syrien und Tunesien hat 16 Journalisten das Leben gekostet. Auch im Irak ist Journalismus ein gefährliches Metier, denn im vergangenen Jahr kamen dort sechs Journalisten zu Tode.

In der westlichen Welt bleibt Mexiko mit sechs getöteten Journalisten im Jahr 2011 das gefährlichste Land für Medienvertreter. Ihre Berichterstattung über organisiertes Verbrechen und Korruption hat die Journalisten in die Schusslinie gebracht.

Die Zahl der Todesopfer 2011 wurde nach der Untersuchung aller mutmaßlichen Morde an Medienvertretern veröffentlicht und steht 66 getöteten Journalisten im Jahr 2010, 99 im Jahr 2009, 70 im Jahr 2008, 95 im Jahr 2007 und 110 getöteten Journalisten im Jahr 2006 gegenüber. Die vollständige Liste ist im Internet unter http://www.wan-ifra.org/microsites/journalists-killed abrufbar.

Obwohl viele Journalisten aufgrund ihrer Berichterstattung über Krieg und soziale und politische Konflikte getötet werden, geraten sie in vielen Ländern auch wegen ihrer Nachforschungen im Bereich organisiertes Verbrechen, Drogenhandel, Korruption und andere Verbrechen ins Visier und werden ermordet. Oftmals bleiben die Morde ungeahndet, und es wird in den meisten Fällen niemand dafür zur Verantwortung gezogen.

"Wenn Journalisten angegriffen und getötet werden, nur weil sie ihrer Arbeit nachgehen, leidet die gesamte Gesellschaft", betont Christoph Riess, CEO von WAN-IFRA. "Das Recht aller Bürger auf freien Informationsfluss wird durch solche Taten eingeschränkt. Diese Morde müssen konsequent verfolgt und die Täter vor Gericht gebracht werden."

2011 wurden in 27 Ländern Journalisten und andere Medienmitarbeiter getötet: Ägypten (2), Afghanistan (2), Aserbaidschan (1), Bahrain (1), Brasilien (3), Demokratische Republik Kongo (1), Dominikanische Republik (1), Honduras (1), Indien (2), Irak (6), Jemen (6), Kolumbien (1), Libyen (5), Mexiko (6), Pakistan (10), Panama (1), Paraguay (1), Peru (2), Philippinen (2), Russland (1), Sierra Leone (1), Somalia (3), Syrien (1), Thailand (1), Tunesien (1), Uganda (1) und Vietnam (1).

Die Zahl der jährlich getöteten Journalisten wird von mehreren Pressefreiheitsorganisationen dokumentiert, wobei die Zahlen je nach den zugrunde gelegten Kriterien variieren. Die Zahlen von WAN-IFRA schließen sämtliche Medienmitarbeiter ein, die im Rahmen ihrer Tätigkeit oder wegen ihrer Arbeit getötet wurden. Sie beinhalten überdies auch die Fälle, in denen das Tötungsmotiv nicht geklärt ist bzw. in denen die offiziellen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind.

WAN-IFRA, mit Sitz in Paris, Frankreich, und Darmstadt, Deutschland, sowie Regionalbüros in Singapur, Indien, Spanien, Frankreich und Schweden, ist der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien und vertritt mehr als 18.000 Publikationen, 15.000 Online-Sites und über 3000 Unternehmen in mehr als 120 Ländern. Vorrangiges Ziel des Verbandes ist die Verteidigung und Förderung von Pressefreiheit, Qualitätsjournalismus und redaktioneller Integrität sowie die Entwicklung von erfolgreichen Geschäftsaktivitäten.

Weitere Informationen über WAN-IFRA sind auf der Homepage unter http://www.wan-ifra.org oder im WAN-IFRA Magazin unter http://www.wan-ifra.org/magazine abrufbar.

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