Im EnBW-Netzwerk Energieeffizienz gemeinsam leben

In Zeiten, in denen Rohölkurse Achterbahn fahren und Klimaänderungen spürbar werden, ist für einige Firmen das Thema Energieeffizienz nicht nur ein Modewort

(PresseBox) (Minden, ) Seit dem Projektstart vor drei Jahren haben sich mehr als 100 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen in Netzwerken zusammengeschlossen. Sie wollen mehr tun, als die übliche 1%ige Energieeinsparung pro Jahr, die durch reguläre technische Erneuerungen abfällt. Das bundesweite Angebot zum Bilden von Netzwerken kommt von EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Ziel ist es, durch gegenseitige Unterstützung, bis zu zehn Prozent Energie in drei Jahren einzusparen. Dazu tagen die Netzwerkmitglieder vier Mal im Jahr, berichten von eigenen Erfahrungen, referieren über spezielle Pro-blemstellungen und erfahren konkrete Unterstützung durch externe Fachplaner. Am 9. Juni fand das 2. Netzwerktreffen des EnBW-Netzwerkes Hannover-Harz bei der Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG in Minden statt. Wago ist eines der 15 beteiligten mittelständischen Industrieunternehmen.

Das Treffen wurde von Lutz Lohmann, aus dem Bereich Energie-Dienstleistungen der EnBW-Vertriebs- und Servicegesellschaft mbH, organisiert und vor Ort von Achim Zerbst vom Facilities Management bei Wago unterstützt. Nach der Begrüßung durch Axel Börner, Geschäftsführer von Wago, sprach Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V. (UVN). "Investitionsüberlegungen im Bereich Energieanlagen und Energieeffizienz sowie deren Rentabilität geschehen oft vor einem zu kurzen Planungshorizont. Die Amortisation von Investitionen nach nur zwei Jahren ist in diesem Bereich selten umsetzbar. Mindestens fünf Jahre sollte man dafür rechnen", so Dr. Müller. "Theoretisch liegt das Energieeinsparpotential in der Industrie bei 20 bis 25 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, muss vor allem der Wissenstransfer sowie der Austausch über gesetzliche Regelungen und technisches Know-how verstärkt und die rationelle Nutzung von Energie optimiert werden."

Der anschließende Referent Norbert Juchem, Niederlassungsleiter der Vertriebsregion Nord-Ost bei der EnBW-Vertriebs- und Servicegesellschaft mbH erinnerte daran: "Klimaschutz darf kein Modethema sein, immerhin werden 40% der Gesamtjahresenergie in Gebäuden verbraucht." Dazu komme ein instabiler Energiepreis, der abhängig ist von Börsenkursen, Beschaffungsstrukturen und Abgaben. Die EnBW bietet einen Energiemix aus Wind- und Wasserkraft, Kernenergie und Steinkohle. "Wir verkaufen aber nicht nur Strom, sondern wir wollen auch, das dieser effizient eingesetzt wird", unterstreicht Norbert Juchem das Engagement von EnBW zur Energieeffizienz.

Trotz guten Vorsätzen ist allen Teilnehmen bewusst: Die derzeitige Krise erschwert Maßnahmen zur Energieeffizienz, die in vielen Fällen zunächst mit Investitionen verbunden sind.

Im Vortrag von Marc-André Paul, Vertrieb Automation bei Wago, erfuhren die Teilnehmer etwas über aktuelle Projekte, in denen Wago -Produkte zu mehr Transparenz beim Energieverbrauch aber auch zu direkten Energieeinsparungen beitrugen. Anschließend informierte Achim Zerbst über aktuelle und bereits abgeschlossene Projekte bei Wago selbst und erklärte Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung, Optimierung der Drucklufterzeugung und Gebäudeautomation. "Der umweltschonende Umgang mit Ressourcen und Energie ist seit jeher in den Unternehmenszielen von Wago fest verankert", bemerkt Achim Zerbst. Die Nutzung von Erdwärme / Erdkühle für die Gebäudetemperierung, die Nutzung von Regenwasser, die Vorrüstung für Photovoltaik, Gründächer, sowie Wärmerückgewinnung aus Kaltwasser- und Drucklufterzeugung in der neuen Spritzerei zur Gebäudebeheizung des gesamten Standortes zeigen, dass dieser Umgang bei Wago gelebt wird.

Beim Netzwerk-Talk legten die anwesenden Firmenvertreter auf Basis einer Umfrage des letzten Treffens ihr konkretes Einsparziel fest. Die Angaben lagen auf einer Skala von 3 bis 20%, worauf ein Durchschnitt von 10% in drei Jahren festgelegt wurde. Ausgewählt werden Maßnahmen zur rationelleren Energienutzung, wie beispielsweise der Niveauabsenkung bei Druckluft oder Maßnahmen der Wärmerückgewinnung. Die Sparpotenziale werden vor der Umsetzung nach ihrem Effizienzgrad und ihrer Wirtschaftlichkeit bewertet. Auch während der Umsetzung tauschen sich die Firmen aus und sparen dadurch Zeit sowie Kosten, die mit der Suchen nach einem geeigneten Fachpartner oder der Entscheidung für bestimmte Maßnahmen einhergehen.

Hintergrundinformation:

Dem EnBW-Netzwerk Hannover-Harz gehören folgende Firmen an:

ALSA GmbH, Hannover
Barilla Wasa Deutschland GmbH, Celle
Bayer Schering Pharma AG, Bergkamen
Crown Nahrungsmitteldosen Deutschland GmbH, Seesen
Forbo Siegling GmbH, Hannover
Georgsmarienhütte GmbH, Georgsmarienhütte
Kodak Polychrome Graphics GmbH, Osterode
KSM Castings GmbH, Hildesheim
Mineralöl-Raffinerie Dollbergen GmbH, Uetze
PEINER Umformtechnik GmbH, Peine
Sartorius AG, Göttingen
STIEBEL ELTRON GmbH & Co. KG, Holzminden
Symrise GmbH & Co. KG, Holzminden
VSM - Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken AG, Hannover
WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG, Minden

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