- Pressemitteilung BoxID 505747
Das Handwerk bleibt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
Handwerkszählung 2008 ausgewertet - Zunahme der Kleinst- und Großunternehmen
Deutliche Veränderungen hat es im 17-Jahres-Vergleich bei der Einordnung einer Vielzahl von Hand-werkszweigen hinsichtlich ihrer Entwicklungsmuster gegeben. Waren früher mit den sogenannten Expan-sions-, Kontraktions- und Konzentrationsgewerken drei Kategorien von Unternehmen definiert worden, so sind 2008 zwei neue Typen auszumachen: die Dekonzentrations- und die Polarisierungshandwerke. Zu letzteren zählt die Studie z.B. Elektrotechniker, Glaser, Raumausstatter, Kfz-Techniker oder Textilreiniger. In dieser Gruppe gewinnen Kleinstunternehmen und handwerkliche Großbetriebe an Zahl und Beschäftig-ten, mittlere Größenklassen (fünf bis 49 Beschäftigte) hingegen verlieren. Die Ränder gewinnen also zu Lasten der Mitte hinzu. Unter die Dekonzentrationshandwerke subsumiert das ifh z.B. Bauhandwerke wie Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, aber auch Gebäude-reiniger. Bei ihnen hat die Unternehmensgröße insbesondere durch Outsourcing von größeren Unter-nehmen und durch viele Neugründungen in den letzten Jahren stark abgenommen. Der Unternehmens-bestand ist zwar expandiert, die Zahl der größeren Unternehmen jedoch gesunken.
Die bisher schon bekannten Kategorien sind die "Expansionshandwerke" mit durchweg steigender Be-triebs- und Beschäftigtenzahl sowie wachsenden Umsätzen, wobei auch die durchschnittliche Unter-nehmensgröße zunimmt. Außerdem die "Kontraktionshandwerke", zu denen aussterbende bzw. stark rückgängige Gewerke gezählt werden, die auch an Beschäftigtenzahlen und Umsätzen abnehmende Ten-denz zeigen. Schließlich die "Konzentrationshandwerke", die sich über stark steigende Unternehmens-größe bei sinkender Anzahl der Unternehmen definieren, wobei ein Beschäftigtenzuwachs nur bei den Großunternehmen verzeichnet wird.
Beim Vergleich der neuen Handwerkszählung mit der aus 1995 mussten die Wissenschaftler berücksichti-gen, dass sich die Parameter der Datenerhebung inzwischen erheblich gewandelt haben. So enthält die neue Erhebung keine Angaben zu Handwerksunternehmen ohne Umsatzsteuerpflicht. Um dennoch die Entwicklung des Handwerks mit früheren Statistiken vergleichen zu können, hat das ifh die Zahl der Unter-nehmen ohne Umsatzsteuerpflicht aufgrund externer Daten, die der Zentralverband des Deutschen Hand-werks (ZDH) erhoben hat, hinzu geschätzt.
Über Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk
Die ifh-Studie "Analyse der Handwerkszählung 2008" ist als Band 85 in der Schriftenreihe "Göttinger Handwerks-wirtschaftliche Studien" bei Mecke Druck und Verlag, Christian-Blank-Straße 3, 37115 Duderstadt, Tel.: 05527/98 19 22, E-Mail: verlag@meckedruck.de erschienen. Eine Kurzfassung dieser Studie ist in der Reihe "Göttinger Handwerkswirtschaftliche Arbeitshefte" als Heft Nr. 71 in Kürze erhältlich. Ein Rezensionsexemplar kann beim Verlag angefordert werden.
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