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VNG-Bilanz 2015: "VNG-Gruppe richtet sich neu aus"

Schwieriges Jahr für VNG - VNG macht sich zukunftsfähig - für 2016 positives Jahresergebnis erwartet

(PresseBox) (Leipzig, ) Die anhaltend schwierige Marktsituation hat die Geschäftsentwicklung der VNG-Gruppe spürbar belastet. Das spiegelt sich auch in dem Konzernergebnis wider, das zudem durch hohe Wertberichtigungen beeinflusst wurde. Mit einem Fehlbetrag von rund 53 Millionen Euro (Vorjahr: + 184 Mill. €) für die VNG-Gruppe bleibt das Ergebnis weit hinter den Erwartungen zurück. „Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist allerdings nur eingeschränkt möglich, da dieses durch positive Einmaleffekte, insbesondere den Verkauf der Erdgasversorgungsgesellschaft Thüringen-Sachsen mbH, geprägt war“, betonte Bodo Rodestock, Vorstand Finanzen/Personal auf der Bilanzpressekonferenz der VNG-Gruppe. Im operativen Geschäft konnten in 2015 positive Ergebnisse erwirtschaftet werden, „die uns aber nicht zufrieden stellen“, so Rodestock und er machte deutlich: „Nach wie vor verfügt die VNG-Gruppe über eine geordnete Vermögenslage mit einer soliden Eigenkapitalquote. Wir haben den notwendigen Handlungsspielraum für die künftigen Weichenstellungen.“

Negative Marktentwicklung prägt Konzernentwicklung

Der Erdgasmarkt war und ist durch intensiven Wettbewerb, ein Überangebot und sinkende Margen geprägt. Das spürte auch der Geschäftsbereich Handel. Flexibilität wird kaum noch honoriert. Niedrige saisonale Gaspreisunterschiede schränkten zudem die Vermarktungsmöglichkeiten der Speicherkapazitäten ein. Kurz- bis mittelfristig ist hier keine Erholung zu erwarten. Diese Entwicklung machte Abschreibungen auf einzelne Speicher notwendig. Auch im Handel beeinflusste der geringe Unterschied zwischen Sommer- und Winterpreisen die Speicherbewirtschaftung: Kapazitäten, die der Großhandel bei den Speichern gebucht hat, haben drastisch an Wert verloren. Darüber hinaus hat sich das Marktumfeld in der Exploration & Produktion erheblich verschlechtert. Vor allem der in diesem Maß nicht vorhersehbare und abrupte Rückgang der Ölpreise belastete die Ergebnisse. Auch hier musste die VNG bilanzielle Wertanpassungen vornehmen. Gute und stabile Erträge konnte hingegen erneut der Geschäftsbereich Gastransport erzielen. Die ONTRAS Gastransport GmbH nutzte konsequent die Chancen, die das regulierte Netzgeschäft bietet und entwickelte darüber hinaus Dienstleistungsmodelle im nicht regulierten Geschäft. Die Umsatzerlöse der VNGGruppe lagen aufgrund der rückläufigen Marktpreisentwicklung mit rund 9,4 Milliarden Euro unter dem Vorjahresniveau (10 Mrd. €).

VNG kann das Umfeld nicht ändern – deshalb macht sich VNG zukunftsfähig

„Substanziell wird es so schnell keine Veränderungen im Markt geben“, erklärte Rodestock. Das traditionelle Geschäftsmodell aus Import und Großhandel wird sehr anspruchsvoll bleiben. Es wird kleinteiliger, und die Zukunft der Energieversorgung wird smarter und dezentraler. „Dadurch erschließen sich aber auch neue Wachstumsfelder und Geschäftsmöglichkeiten und somit auch Chancen für uns. Da wir das Umfeld nicht ändern können, müssen wir uns weiter ändern. Dazu prüfen und analysieren wir Stärken und Schwächen jedes Unternehmensbereichs sehr genau und bewerten Risiken und Chancen neu“, so Rodestock. Das
Unternehmen hat 2015 ein Programm zur Steigerung der Ertragskraft gestartet und erste Maßnahmen bereits umgesetzt. Es zielt vor allem darauf ab, neben Kostensenkungen, kurzbis mittelfristig neue Ertragsmöglichkeiten zu erschließen. „Unser Ziel ist es, Prozesse effizienter zu machen, Arbeitsabläufe zu verschlanken und Entscheidungswege zu verkürzen – aber auch, uns von bisherigen Routinen zu verabschieden“, fügte Rodestock hinzu.

Strategisch weiterentwickeln – konsequent besser werden

„Wir müssen uns strategisch weiterentwickeln und konsequent besser werden, aber auch den kulturellen Wandel weiter voranbringen. Er ist die Basis für eine erfolgreiche Neuausrichtung“, betonte er. Die Stärke der VNG-Gruppe wird nach wie vor in der Diversifikation der vier Geschäftsbereiche liegen. Durch die unterschiedlichen Chancen-Risiken-Profile können zudem Unternehmensrisiken gestreut werden. „Dabei richten wir unsere Geschäftsbereiche so aus, dass wir unser Produkt Erdgas noch besser vermarkten können, denn Erdgas wird auch in der neuen Energiewelt unentbehrlich sein. Wenn unsere Energieversorgung auf dem heutigen Niveau sicher, leistungsstark und bezahlbar bleiben soll, kommen wir nicht an Erdgas vorbei“, ist Rodestock überzeugt.

E&P – Fokussierung auf Kerngebiete

Die VNG Norge AS ist ein werthaltiger Geschäftsbereich der VNG-Gruppe und verfügt über ein ausgewogenes Portfolio – sowohl in der Exploration und zunehmend auch in der Entwicklung und Produktion. Auch wenn die niedrigen Rohstoffpreise die Weiterentwicklung beeinflussen, bleibt das Geschäft für die VNG in Norwegen attraktiv. Gründe dafür sind die Stabilität der politischen Rahmenbedingungen, das große Ressourcenpotenzial auch in bereits erschlossenen Gebieten mit entwickelter Infrastruktur. Hinzu kommt das attraktive Steuersystem, das einen Großteil der Risiken beim Aufbau eines E&P-Geschäfts abfedert. Ziel bleibt ein selbsttragendes Geschäft mit positiven Ergebnisbeiträgen. „Wir konzentrieren uns auf Prospekte, deren Risiken beherrschbar sind, agieren mit Augenmaß und arbeiten mit erfahrenen Partnern zusammen. Mittelfristig gehen wir von einer schrittweisen Erholung der Ölpreise bis 2020 aus“, sagte Hans-Joachim Polk, Vorstand für Infrastruktur und Technik.

Beschaffungs- und Vertriebsportfolio optimieren – Einzelhandel ausbauen

„Neben einer ausschließlich steuernden Konzernfunktion beabsichtigen wir den Handel so aufzustellen, dass er künftig am Markt schneller und flexibler agieren kann. Hier sehen wir neue Geschäftsmöglichkeiten, nicht zuletzt im Endkundengeschäft, das eine tragende Säule der zukünftigen VNG-Gruppe sein wird“, ergänzte Oliver Hill, Generalbevollmächtigter für den Handel. In diesem Segment ist die goldgas für die VNG-Gruppe ein wichtiger Akteur, mittlerweile auch im Strombereich. In Zukunft werden zunehmend spartenübergreifend für Strom, Gas und Wärme Dienstleistungen sowie Marketingservices angeboten. „Hier können wir Kräfte und Know-how der VNG-Gruppe bündeln und Synergien nutzen“, so Hill. Auf Grund der Marktlage ist der Großhandel derzeit unsere größte Herausforderung. Hier müssen Abläufe weiter vereinfacht werden. Um den Bereich noch weiter zu professionalisieren, werden schnellstmöglich alle Prozesse auf Kundenbedürfnisse, Qualität und Effizienz weiter ausgerichtet. Auch im Einkauf werden zusätzliche Beschaffungsoptionen geprüft. Die Verbesserung der Einkaufskonditionen steht im Mittelpunkt.

Diversifizierte Bezüge – Zunahme der Absätze in Großhandelsmärkte

Die VNG-Gruppe verfügt über ein diversifiziertes Bezugsportfolio und bezog im letzten Jahr rund 370 Milliarden Kilowattstunden Erdgas (Vorjahr: 365 Mrd. kWh). An den Spot- und Terminmärkten bezog sie rund 270 Milliarden Kilowattstunden Erdgas. Die langfristig gebundenen Erdgasmengen aus russischen (57 Mrd. kWh) und norwegischen Quellen (44 Mrd. kWh) bildeten wieder einen wichtigen Bestandteil der Beschaffungsstrategie. Die VNG-Gruppe setzte insgesamt 373 Milliarden Kilowattstunden (Vorjahr: 368 Mrd. kWh) ab. Während der Absatz an Handelsgesellschaften zugenommen hat, ging der Verkauf an Industrie- und Kraftwerkskunden zurück. Der Absatz an Weiterverteiler und Endkunden liegt leicht über dem Vorjahresniveau.

VGS strebt Kosten- und Innovationsführerschaft mit leistungsfähigem Bestand an

Als drittgrößter Speicherbetreiber in Deutschland verfügt die VNG Gasspeicher GmbH (VGS) über eine leistungsstarke Infrastruktur: „Hier werden wir uns auf unsere wirtschaftlichsten Standorte konzentrieren, die 90 Prozent der Speicherkapazität ausmachen. Die VGS ist und bleibt ein innovatives Unternehmen! Zusammen mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung und mit der Entwicklung kundennaher Speicherprodukte werden wir erfolgreich dem Umfeld trotzen“, fügte Polk hinzu.

ONTRAS – wichtige und tragende Säule

Der Transport mit seinem effizienten und leistungsstarken Netz ist derzeit für VNG die stabilisierende Ertragsquelle. Deshalb liegt hier der Investitionsschwerpunkt auf der Erhaltung der Ertragskraft und der technischen Leistungsfähigkeit. „Wir wollen uns künftig noch intensiver die Wertschöpfungsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb des regulierten Bereichs ansehen“, so Polk.

VNG wird sich breiter aufstellen

„Wir prüfen auch weitere Optionen sowie neue Geschäftsmöglichkeiten“, so Polk. Als strategischer Investor unterstützt die VNG Innovation GmbH neue Ideen und Start-ups im Energiesektor. „Selbstverständlich möchten wir an den neuen Geschäftsmodellen partizipieren“, bemerkte er. Zudem ergeben sich Chancen im Biomethan- und Biogasmarkt. „Unsere VNGTochter Balance verfügt seit Jahren über das notwendige Know-how“, erklärte er. Das gilt auch für die digitale Infrastruktur. Das Datenvolumen in Deutschland und Europa steigt jährlich um 21 Prozent. Eine leistungsfähige sichere Infrastruktur ist dabei die Basis für jeden Datenverkehr und damit für alle digitalen Trends. Hier kann das Unternehmen seine bereits vorhandene Glasfaser- und Serverinfrastruktur zum Einsatz bringen. In der VNG-Gruppe gibt es bereits heute zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Intensivierung dieser Aktivitäten.

Zukunftsfähigkeit und Rentabilität der VNG dauerhaft verbessern

Geschäftsideen zu erkennen, zu analysieren und unternehmerisch nutzbar zu machen, bedarf umfassender energiewirtschaftlicher Erfahrung. Dafür verfüge die VNG-Gruppe über genügend Ausdauer und Fachwissen. Rodestock wies darauf hin, dass auch das laufende Jahr kein einfaches wird: „Veränderungen brauchen Zeit und Durchhaltevermögen. Wir sind aber der festen Überzeugung, auf dem richtigen Weg zu sein und werden die notwendigen Anpassungen planmäßig und konsequent vorantreiben.“

„Hauptziel ist, die Zukunftsfähigkeit und damit vor allem die Rentabilität der VNG-Gruppe dauerhaft zu verbessern“, betonte er. Auch durch die Umsetzung des Programms zur Steigerung der Ertragskraft erwartet der Vorstand für 2016 wieder positive Jahresergebnisse. Am Ende dieser Kraftanstrengung wird ein neu ausgerichtetes Unternehmen stehen, das besser auf Innovation und Effizienz ausgerichtet ist. Ein Unternehmen, das mit einer noch größeren Veränderungsbereitschaft schlagkräftig auf Marktanforderungen reagieren kann.

 

 

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