Volksbank Vorstandssprecher warnt seine Beschäftigten vor ver.di

(PresseBox) (Stuttgart, ) Nachdem der Vorstandssprecher der Volksbank Flein-Talheim und stellvertretendes Mitglied im Fachrat Personal des BVR (Bundesverband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken) Josef Mayer, durch nicht bekannte Quellen, von einem für den 6. September geplanten Besuch der Gewerkschaft ver.di erfahren hat, warnte er per Email (die ver.di vorliegt) alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor der Gewerkschaft.

Aufgrund der Ankündigung einer ver.di-Aktion unter dem Motto: "fairhandeln" mit, nach seinen Angaben, 7-10 Personen, forderte er die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf:

"...Versuchen Sie bitte, diese Leute zu negieren und bitten Sie ggf. unsere Kunden um Verzeihung, wenn sie sich belästigt fühlen. Es wäre nett, wenn Sie dabei auch zum Ausdruck bringen, dass es ausschließlich die Gewerkschaft ver.di ist, die ungebeten bei uns demonstriert, dass sich die Mitarbeiter unserer Bank daran nicht beteiligen... " Damit die Kolleginnen und Kollegen auch nichts Falsches sagen, wird gleich noch eine Argumentationshilfe zu Standardaussagen von ver.di mitgeliefert.

Weiterhin verteidigt er die Haltung des AVR (Arbeitgeberverband Volks- und Raiffeisenbanken), nicht mit ver.di zu verhandeln und bekräftigt seine Zustimmung für eine variable Gestaltung der Tarifgehälter bis zu 15 Prozent des Jahresgehaltes (entspricht etwa zwei Monatsgehälter) und bedauert für sein Haus bisher noch keine Variabilisierung - aufgrund der Ablehnung des Betriebsrates - einführen zu können.

Dabei führt Herr Mayer aus: "....variable Vergütung kann nicht einfach als kundenfeindlich bezeichnet werden. Vielmehr müssen aus ureigenem Interesse der Bank an der auf Dauer angelegten Kunden- bzw. Mitgliederbeziehung etwa denkbare Interessenkonflikte zwischen Bank und Kunde zu Gunsten des Kunden d.h. unter Berücksichtigung seiner Bedarfslage und seines Potentials aufgelöst werden".

Gerade in der Finanzmarktkrise, so ver.di, bei der die Banken und deren Vergütungssysteme in die öffentliche Kritik geraten sind, sei deutlich geworden, dass variable Vergütungssysteme in der Kundenberatung dazu führen, dass Kundeninteressen nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Mit der angekündigten Aktion möchten Beschäftigte von Volks- und Raiffeisenbanken der Öffentlichkeit zeigen, dass sie auch weiterhin um das Vertrauen ihrer Kunden werben. Die Beschäftigten der Genossenschaftsbanken wollen auch zukünftig ihre Kunden fair beraten und das durch die Finanzmarktkrise verlorene Vertrauen und den Imageverlust der gesamten Branche wieder zurückgewinnen.

Im Interesse der Kund/innen, der Beschäftigten und letztlich auch der Volks- und Raiffeisenbanken selbst fordert ver.di Mayer auf, seinen Einfluss im AVR und BVR geltend zu machen und die Aufnahme von Tarifverhandlungen mit ver.di ohne Vorbedingungen zu ermöglichen.

Hintergrund:

Vor zwei Jahren hat der AVR mit dem DBV (Deutscher Bankangestellten Verband) und DHV (Deutscher Handels- und Industrieangestellten Verband) einen Tarifvertrag mit einer Variabilisierung der Gehälter von 14 Prozent unterzeichnet. Bei 14 Prozent handelt es sich um fast zwei Monatsgehälter für die Beschäftigten. ver.di hat damals deutlich gemacht, dass eine erfolgsabhängige Variabilisierung des Gehaltes nicht infrage kommt. ver.di hat sich einer leistungsbezogenen Vergütung nicht völlig versperrt. Sie war aber im ver.di-Tarifvertrag auf maximal acht Prozent im Jahr begrenzt. Dieser Tarifvertrag läuft jetzt aus und der AVR möchte mit ver.di nicht weiter verhandeln, da er immer noch von der Variabilisierung überzeugt ist. Verhandeln will der AVR aber mit den Organisationen DHV/DBV, die ihm vor zwei Jahren diesen Flexi-Tarifvertrag unterschrieben haben – mit Organisationen, die in den Volks- und Raiffeisenbanken kaum Mitglieder haben und auch bei den Betriebsräten so gut wie nicht
vertreten sind.

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