Teuer, aber nicht besser

Verbraucherzentrale informiert über Arganöl

(PresseBox) (Leipzig, ) Glaubt man in diesen Tagen der Werbung, dann zeichnet sich Arganöl durch einen besonders hohen gesundheitlichen Wert aus. Der stolze Preis für einen Liter liegt zwischen 60 und 160 €.

Arganbäume, deren Früchte den ölhaltigen Samen enthalten, wachsen im südwestlichen Teil Marokkos. Arganöl wird entweder in extrem aufwändiger Handarbeit gewonnen oder mit mechanischen Verfahren hergestellt. Damit ein Liter Öl erzeugt werden kann, sind etwa 35 kg Früchte nötig, zum Vergleich müssen für einen Liter Olivenöl etwa 4 bis 7 kg Oliven gepresst werden.

"Betrachtet man die Zusammensetzung des Arganöls genauer, stellt man fest, dass es im Vergleich zu anderen Ölen nicht gesünder ist", sagt Dr. Birgit Brendel, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale. Sein Gehalt an gesättigten Fettsäuren liegt mit etwa 20 % recht deutlich über dem üblicher Speiseöle. Arganöl besteht zu rund 45 % aus Ölsäure, einer einfach ungesättigten Fettsäure, die vor allem als Baustein für die Zellmembranen gebraucht wird. Daneben enthält das Öl der Arganie ca. 34 % Linolsäure aber nur Spuren an Linolensäure. Beide Fettsäuren kann der Körper nicht selbst bilden, daher müssen sie mit der Nahrung zugeführt werden. Sie erfüllen wichtige Funktionen im Gewebeaufbau und in der hormonellen Regulation. Als ungünstig ist das Verhältnis beider Fettsäuren im Arganöl zu bewerten. Die Angaben zum Vitamin E-Gehalt gehen auseinander, sind aber vergleichbar mit den Gehalten anderer Öle. "Zahlreiche krankheitsbezogene Werbeaussagen zu Arganöl werden nicht durch wissenschaftliche Studien gedeckt", gibt Brendel zu bedenken. Nachgewiesene Effekte des Arganöls sind wiederum vergleichbar mit den gesundheitlichen Wirkungen anderer Speiseöle.

Der hohe Preis ist sicherlich auf die aufwändige Herstellung in Handarbeit zurückzuführen. Arganöl eignet sich mit seinem nussigen Geschmack und seiner Exklusivität für die (kalte) Gourmetküche. Für eine ausgewogene Fettzufuhr sind andere Speiseöle genauso gut oder besser geeignet.

Die Verbraucherzentrale gibt am Ernährungstelefon Auskunft zu Fetten in der Ernährung. Unter der Nummer 0180-5-791352 (0,14 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk ggf. abweichend) werden jeweils montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr Fragen zu diesem Thema, aber auch zu anderen Ernährungsthemen beantwortet.

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