Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel: Verbraucherzentrale rät von panikartigem Stromanbieterwechsel ab

(PresseBox) (Berlin, ) Nach erneuten technischen Problemen im Atomkraftwerk Krümmel hat der Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe AG, Tuomo Hatakka, Fehler eingeräumt. Auf einer Pressekonferenz in Berlin am heutigen Donnerstag bezeichnete er die Versäumnisse als "herben Rückschlag für alle Anstrengungen, die wir in den vergangenen zwei Jahren bezüglich unserer Sicherheitskultur unternommen haben", und versicherte, einen Sonderermittler mit der Untersuchung der Zwischenfälle zu beauftragen.

Im Sommer 2007 sorgte das AKW Krümmel erstmalig für Schlagzeilen: Einer der beiden Maschinentransformatoren brannte. Daraufhin wurde es für zwei Jahre stillgelegt, um die notwendigen Reparatur- und Wartungsarbeiten durchzuführen. Krümmel war erst wenige Tage wieder am Netz, als der weitere Zwischenfall am 4. Juli 2009 passierte. Mittlerweile ist klar, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Brennstabsschaden handelt.

Angesichts dieser Horrormeldungen überlegen zurzeit viele Berliner, ihren Vertrag mit Vattenfall zu kündigen, da sie eine umweltfreundliche und sichere Stromversorgung nicht mehr als gewährleistet ansehen. Aber trotz der schweren Mängel am AKW Krümmel darf man nicht vergessen, dass "Vattenfall in Berlin durch den Einsatz von Kraft-Wärme- Kopplung in Blockheizkraftwerken (Strom/Fernwärme) vorbildlich ist und in Europa die Führungsposition im Fernwärmenetz einnimmt", so Energieberater Ulrich Kleemann.

Außerdem habe die Vergangenheit bereits gezeigt, dass ein Wechsel des Anbieters auch nachteilig sein kann, warnt Kleemann. Und vielen Kunden bleibt aufgrund ihres geringen Einkommens kaum eine Wahlmöglichkeit, weil sie beispielsweise über kein eigenes Girokonto verfügen und der Versorger nur dann günstigere Sonderverträge abschließt, wenn eine Einzugsermächtigung erteilt wird.

Vor einem Wechsel zu einem anderen Stromlieferanten wird unbedingt empfohlen, die Energieberatung der Verbraucherzentrale zu konsultieren, um den günstigsten Anbieter zu ermitteln.

Auch wenn Berlin nicht unmittelbar von Krümmel betroffen ist, fordert die Verbraucherzentrale, dass Bund und Länder ihrer Aufsichtspflicht besser nachkommen und entsprechendes Fehlverhalten - dazu zählt auch die völlig unzureichende Informationspolitik des Unternehmens Vattenfall - direkter und stärker sanktionieren.

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