Ambitionierte Ziele haben ihren Preis: Bei drei Personen 4,50 Euro mehr im Monat für Strom

EEG-Umlage steigt - VfEW betont Bedeutung erneuerbarer Energien

(PresseBox) (Stuttgart, ) Heute wurden die Zahlen auf den Tisch gelegt: Im kommenden Jahr steigen die Mehrbelastungen aus der EEG-Umlage auf 13,5 Milliarden Euro. Demnach kommen auf den durchschnittlichen Privathaushalt mit drei Personen monatlich zusätzliche Stromkosten von etwa 4,50 Euro zu. Vorstand und Präsidium des Verbandes für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg e.V. (VfEW) betonen aber: Die Investition in den Ausbau erneuerbarer Energien lohnt sich. Schon 2020 könnten regenerative Energien 30 Prozent des Strombedarfs decken.

Die Umlage der Einspeisevergütung für Ökostrom auf die Verbraucher ist durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Bisher wurden je Verbraucher pro Kilowattstunde Strom zusätzlich etwa zwei Cent berechnet, um damit erneuerbare Energien zu fördern. Im kommenden Jahr wird diese Umlage auf 3,53 Cent angehoben. Bei einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden steigt die monatliche Umlage dabei von knapp sechs auf 10,30 Euro; dabei kommt die Mehrwertsteuer noch hinzu.

Diese Steigerung ist von einem Photovoltaik-Boom ausgelöst worden, so der VfEW. Der diesjährige starke Zubau von Solaranlagen ist darauf zurückzuführen, dass die entsprechenden Fördermittel im kommenden Jahr gekürzt werden. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt es für den Anstieg der Lasten außerdem zwei weitere Gründe. Zum einen muss die Differenz ausbalanciert werden, die zwischen dem an der Börse erzielten Strompreis und der Vergütung an die Ökostrom-Erzeuger entsteht. Da aufgrund der Finanzkrise der Strompreis an der Strombörse gefallen ist, steigt diese Differenz. Zum anderen wirkt sich ein deutlicher Nachholeffekt aus dem laufenden Jahr auf die EEG-Umlage 2011 aus. Das heißt konkret: Die für 2010 angesetzte Umlage war zu niedrig. Dadurch ist ein negativer Saldo von 1,1 Milliarden Euro entstanden. Dieser muss 2011 wieder ausgeglichen werden.

Ökostrom aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse ist derzeit deutlich teurer als konventioneller Strom aus Atomkraft oder Kohle - das ist kein Geheimnis. Damit sich regenerative Energien aber trotzdem auf dem Markt behaupten können, wurde 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz erlassen. Auf Basis des Gesetzes muss jeder Stromverbraucher die EEG-Umlage bezahlen. Für jede Kilowattstunde, die in das deutsche Netz eingespeist wird, erhält der Ökostrom-Produzent dann die sogenannte Einspeisevergütung. VfEW-Geschäftsführer Matthias Wambach: "Die EEG-Umlage ist im Grunde nichts anderes als eine Ökosteuer auf Strom. Uns ist wichtig zu verdeutlichen, dass die Energieversorgungsunternehmen von den damit verbundenen Preissteigerungen in keinster Weise profitieren".

Inzwischen sind 16 Prozent der Energieversorgung regenerativ. Das Ziel der Bundesregierung: Bis 2020 sollen erneuerbare Energien einen Anteil von mindestens 30 Prozent ausmachen. Bis 2050 soll gar eine CO²-neutrale Energieversorgung erreicht sein. Ambitionierte Ziele - bisher befindet sich Deutschland auf dem richtigen Weg. Die Zahlen beweisen: Gegenüber 2003 hat sich der Anteil an erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch bereits mehr als verdoppelt.

Das gilt auch für Baden-Württemberg, wo Umweltministerin Tanja Gönner erst im Frühjahr positiv Bilanz zog. Rund 14 Prozent des Strombedarfs werden in Baden-Württemberg mit Ökostrom gedeckt. Umfragen ergaben, dass die Stromverbraucher im Land erneuerbare Energien unterstützen. In Deutschland sind 58 Prozent der Bundesbürger bereit für Ökostrom mehr zu bezahlen - in Baden-Württemberg sind es sogar 71 Prozent.

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